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Brandenburg/Havel Plastikpest in der Biotonne
Lokales Brandenburg/Havel Plastikpest in der Biotonne
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14:05 15.10.2018
Eigentlich ist die Biotonne richtig befüllt, aber die Plastiktüten stören.
Eigentlich ist die Biotonne richtig befüllt, aber die Plastiktüten stören. Quelle: Stephan Köpping
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Brandenburg/H

Verkehrte Welt für die Mebra-Kontrolleure: Sie haben bei ihren jüngsten Kontrollen an beinahe jede zweite Bio-Tonne einen Beanstandungsaufkleber pappen müssen und sind dennoch mit den Ergebnissen ganz zufrieden. „Im Wesentlichen waren die Tonnen ja richtig befüllt – mit viel Grünschnitt und Bioabfällen. Doch in den meisten der beanstandeten Fälle waren Plastiktüten dazwischen, was zur hohen Quote an Zurückweisungen von 40 bis 50 Prozent führte“, sagt Mebra-Prokurist Stephan Köpping. Die beinahe unverwüstlichen Plastiktüten sind „Störstoffe“ auf der Kompostierungsanlage, das Sortieren wäre unverhältnismäßig aufwendig und teuer. Deshalb sind die Mebra-Mitarbeiter verpflichtet, Tonnen mit Störstoffen zu beanstanden. Auf die Gefäße kommt ein Aufkleber, die Hauseigentümer werden aufgefordert, besser zu sortieren und die Biotonne ohne fremde Materialien zum nächsten Abfuhrtag bereit zu stellen. Kommen sie dieser Aufforderung nicht nach, wird die Tonne beim zweiten Mal dennoch mitgenommen und kostenpflichtig für den Eigentümer als Hausmüll entsorgt. Vor einem Jahr hatten die Stadtverordneten die Satzung entsprechend geändert.

Wie berichtet, hatten Mebra und Stadt am Donnerstag in Hohenstücken und am Freitag in Nord etwa 150 Bio-Tonnen auf deren „Sortenreinheit“ überprüft. Insgesamt hatte sich bei der großen Abfallanalyse 2017 ein besseres Bild gegenüber den Vorjahren ergeben. „Doch der Wert von sechs Prozent Fremdstoffen ist nur scheinbar niedrig. Plastik ist viel leichter als Bioabfall – deshalb ist der Tütenanteil noch viel zu hoch.“ Doch Köpping ist auch schon froh, dass nicht mehr so viele volle Babywindeln und alte Autobatterien im Bioabfall landen.

Von André Wirsing