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Brandenburg/Havel Blühender Ton und knallbunte Bilder: Geigenvirtuose begeistert im Brandenburger Theater
Lokales Brandenburg/Havel Blühender Ton und knallbunte Bilder: Geigenvirtuose begeistert im Brandenburger Theater
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17:53 29.03.2019
Violinist Dmytro Udovychenko beim Konzert im Brandenburger Theater. . Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Die Anforderungen sind bei Musikwettbewerben besonders hoch. Doch es geht dabei nicht darum, hochvirtuose Automaten zu finden und auszuzeichnen, sondern um junge Menschen. Viele der Musikerinnen und Musiker, die gerade ihren künstlerischen Weg suchen, stellen sich dem enormen Konkurrenzdruck. Sie spüren, dass der Musikbetrieb bei aller Hektik und Konkurrenz vom künstlerischen Miteinander lebt, auch mit gestandenen Künstlern.

In diesem Sinne holt Peter Gülke, Chefdirigent der Brandenburger Symphoniker, für die Sinfoniekonzerte immer wieder junge Menschen auf das Podium. Staunend kann man beobachten, mit welch Leidenschaft und Können sie die Kompositionen begegnen. Auch der 19-jährige Dmytro Udovychenko.

Studium an der renommierten Folkwangschule

Der aus der Ukraine stammende Geiger kam mit 14 Jahren nach

Sinfoniekonzert der Brandenburger Symphoniker unter Leitung ihres Dirigenten Peter Gülke (vorne rechts). Gast unter anderem der Violinist Dmytro Udovychenko. Quelle: Rüdiger Böhme

Deutschland und studiert seitdem an der Folkwangschule in Essen. Im Oktober 2018 gewann er mit der Interpretation von Peter Iljitsch Tschaikowskys 1881 uraufgeführtem Violinkonzert in D-Dur den zweiten Preis des renommierten Internationalen Joseph Joachim Violinwettbewerbs Hannover.

In diesen Tagen ist der Geiger mit dem populären Werk des russischen Komponisten während des 6. Sinfoniekonzerts in Brandenburg an der Havel zu hören. Noch etwas schüchtern betritt der junge Mann die Bühne. Doch sobald er die Violine zum Klingen bringt, ist die Zurückhaltung vorbei, zumindest in musikalischer Hinsicht.

Dynamisches Spiel der Symphoniker

Bestens wird er von dem dynamischen Spiel der Symphoniker und von Gülke unterstützt. Der blühende Ton des Geigenspiels des Ukrainers lässt sofort aufhorchen. Vielleicht erklang das Hauptthema am Donnerstagabend noch ein wenig zu gesetzt, um den rhapsodisch entfaltenden Melodielinien in ihrer Expressivität vollauf gerecht zu werden.

Doch die tänzerische Leichtigkeit der Bogenbehandlung nahm sehr für sich ein. Mit extremer Schnelligkeit eilte Udovychenko durch den Kopfsatz sowie das Finale. Doch die Ausdrucksfülle des Tschaikowsky-Werks ist nicht allein mit Virtuosität zu erreichen.

Der träumerische zweite Satz wirkt zu distanziert

Der träumerische zweite Satz wirkte dann erstaunlicherweise zu distanziert. Die gestalterischen Möglichkeiten kann der Violinist jedenfalls noch ausbauen. Doch dies wird sich im Laufe seiner Karriere noch einstellen, denn Dmytro Udovychenko ist ohne Frage ein großes geigerisches Talent. Das Publikum feierte ihn mit langanhaltendem Beifall.

Die Brandenburger Symphoniker eröffneten den etwas zu lang geratenen Konzertabend mit der weitgehend dunkel gehaltenen Symphonischen Dichtung „Macbeth“ von Richard Strauss, die man angesichts von Tschaikowskys Violinkonzert und der Burleske „Petruschka“ von Igor Strawinsky jedoch wieder vergaß.

Bildhafte und kraftvolle Musik

Die bildhafte und kraftvolle Musik des russisch-amerikanischen

Die Symphoniker beim Konzert. Quelle: Rüdiger Böhme

Komponisten führt den Zuhörer auf einen Jahrmarktauf dem ein unheimlich wirkender Gaukler drei Puppen durch seine Magie zum Leben erweckt, darunter Petruschka. Doch sie sehnen sich nach Freiheit. Nur Petruschka gelingt die Flucht. Berauscht vom neuen Lebensgefühl stürzt er sich voller Neugier ins Jahrmarktgetümmel. Doch vom Puppenmeister erneut eingesperrt, sieht Petruschka nur noch einen Ausweg: die Flucht in den Tod. Als Geist aber triumphiert er schließlich über seinen Peiniger.

Viele Gelegenheiten für das Orchester

In dieser Ballettsuite hat das Orchester unter dem Dirigat von Peter Gülke reichlich Gelegenheit, seine klangfarbliche Wandelbarkeit unter Beweis zu stellen, namentlich im einleitenden buchstäblich knallbunt kolorierten Volksfest, bis in die messerscharf intonierende Perkussionsgruppe und signifikanten Blech-Fanfaren hinein.

Auch in den weiteren drei Bildern nimmt der Klangkörper die Zuhörer direkt in der Handlung gefangen und erweckt die Figuren des Puppenspielers zu musikalischen Leben – exotisches Kolorit in Person des Mohren inklusive. Auf diesem Level gespielt, kann man sich die getanzte Ballettfassung vor dem inneren Auge bestens gleich mit vorstellen. Ein Sonderlob verdient sich neben allen souverän agierenden Instrumentengruppen die Solo-Flöte von Susanne Maria Pietrowski und das Klaviersolo der israelitischen Pianistin Sivan Silver.

Von Klaus Büstrin

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