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Brandenburg/Havel Brandenburg/Havel: Digitaler Fachtag zur Gewalt gegen Frauen
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Brandenburg/Havel: Digitaler Fachtag zu Femizid und Gewalt gegen Frauen

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15:48 14.11.2020
Bei dieser Mahnwache haben Menschen in Hameln Gewalt gegen Frauen zum Thema gemacht. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
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Brandenburg/H

Am kommenden Mittwoch, den 18. November lädt der Arbeitskreis Keine Gewalt gegen Frauen und Kinder Brandenburg an der Havel zu einem digitalen Fachtag zum Thema Femizide (Tötung von Frauen und Mädchen) ein.

Die Professorin Kristina Wolff wird über den gesellschaftlichen Umgang mit Femiziden referieren und Rechtsanwältin Ulrike Stasche spricht über ihren beruflichen Alltag im Umgang mit von Gewalt betroffenen Frauen.

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Diskussion über Morde an Frauen

Anschließend werden die Journalistin Uta Schleiermacher, die Landesgleichstellungsbeauftragte Manuela Dörnenburg und die Referentinnen diskutieren über Hintergründe, Möglichkeiten der Prävention und die gesellschaftspolitische Verantwortung bezogen auf Gewalt, insbesondere Morden an Frauen. Die Moderation des Fachtages führt die Politologin Bärbel Heide Uhl.

Zum Hintergrund schreiben die Veranstalterinnen unter Bezug auf die polizeiliche Kriminalstatistik: Der Begriff Femizid beschreibt die Tötung von Frauen. Im Jahr 2019 starben 301 Frauen durch Partnerschaftsgewalt.

Trennung birgt Gefahr für Frauen

Zwei Drittel der Femizide würden im Rahmen von Partnerschaft verübt. Gerade eine Trennung berge für Frauen die reale Gefahr, von ihrem Ex-Partner verfolgt, gestalkt, bedroht, verletzt oder gar getötet zu werden.

Der genannte Arbeitskreis findet, dass Begriffe wie „Familientragödien“, „Bluttaten“ oder „Eifersuchtsdramen“ die Kontinuität der alltäglichen Gewalt gegen Frauen vernachlässigt. Die implizierte Verharmlosung und Relativierung spiegele sehr deutlich den unkritischen gesellschaftlichen Umgang mit Gewalt gegen Frauen wieder.

Ein Femizid wird zwar durch eine Einzelperson begangen, aber die Wertschätzung von Frauen, respektvoller Umgang, die Stellung von Frauen in der Gesellschaft und die ihr zugestandenen Rechte entstehen nach wie vor im gesellschaftlichen Diskurs, heißt es. Der digitale Fachtag leiste einen notwendigen und fachlichen Beitrag dazu.

Elektronische Anmeldung

Wer an der Fachtagung interessiert ist, kann sich zum Livestream anmelden über die E-Mail-Adresse: Info-frauenhaus-brandenburg@t-online.de. Die Veranstaltung wird unter anderem unterstützt von der Stadt Brandenburg an der Havel und dem Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Von MAZ