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Brandenburg/Havel Update: Polizei ermittelt Mutter des ausgesetzten Babys – Neugeborenes wohlauf
Lokales Brandenburg/Havel

Brandenburg: Mutter setzt ihr Baby in eisiger Kälte zum Sterben aus

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12:44 09.02.2021
Ein Rettungswagen ist an der Malge eingetroffen.
Ein Rettungswagen ist an der Malge eingetroffen. Quelle: Christian Griebel
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Brandenburg/H

Was geschah wirklich an der Malge? Am späten Montagabend hat die Brandenburger Polizei zur Aufnahme eines Säuglings Stellung genommen. Danach war gegen 20 Uhr bei der Polizei ein Anruf eingegangen. Eine Frauenstimme meldete den Fund eines Neugeborenen vor ihrem Wohnhaus im Freien.

Zu diesem Zeitpunkt herrschten Außentemperaturen von zehn Grad unter Null. Rettungskräfte übernahmen das Malge-Baby und brachten es sofort ins Brandenburger Klinikum.

Stark unterkühlt, aber Kind geht es gut

Das Baby ist aber wohlauf. „Es ist aufgewärmt und es geht ihm gut“, sagte eine Sprecherin des Klinikums Brandenburg am Dienstagvormittag. Es sei unterkühlt gewesen, aber jetzt sei sein Zustand stabil.

Erste Befragungen der „Finderin“ ergaben für die Polizisten den Verdacht, dass die Anruferin selbst die Kindsmutter sein könnte. Diese Vermutung bestätigte sich im weiteren Gespräch mit den Beamten.

Nun gab die Frau an, das Kind nicht im Freien, sondern in einem Gebäudeteil zur Welt gebracht zu haben. Sie wurde zur ärztlichen Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht und wird zu den genauen Umständen vernommen, sobald es ihr Gesundheitszustand zulässt.

Ermittlungen dauern an

Die Polizei hat eine BAO (Besondere Aufbauorganisation) strukturiert und weitere Suchmaßnahmen im Umkreis, auch mittels eines Fährtenhundes, durchgeführt. Es wurden umfangreiche Spurensicherungsmaßnahmen durchgeführt. „Der Kriminaldauerdienst der Polizeidirektion West hat die Ermittlungen aufgenommen und prüft das Vorliegen von möglichen Straftatbeständen deren genaue Klassifizierung erst in den nächsten Stunden möglich sein wird“, so Polizeisprecher Schmidt weiter.

Von Frank Bürstenbinder