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Brandenburg/Havel Pumpstation der Brawag im Kiefernweg explodiert
Lokales Brandenburg/Havel Pumpstation der Brawag im Kiefernweg explodiert
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14:53 30.08.2019
Das zerstörte Pumpwerk im Kiefernweg. Quelle: Frank Bürstenbinder
Brandenburg/H

Solche Bilder kennt man sonst nur von gesprengten Geldautomaten. Mit einem lauten Knall ist am Freitag gegen 10.35 Uhr eine Pumpstation der Brawag im Kiefernweg in die Luft geflogen. Die Wucht der Explosion war so groß, dass die armierten Betonwände des oberirdischen Schalthäuschens auseinandergedrückt und die Eingangstür aufgerissen wurde.

Einsatzfahrzeuge und Krankenwagen stehen im Kiefernweg bereit. Die ersten Fahrzeuge sind gerade wieder abgerückt. Quelle: Frank Bürstenbinder

Die Station gehört zum städtischen Abwassernetz. Warum es zur Explosion kam, wird nur langsam klarer. Fachleute prüfen mit Messgeräten, ob möglicherweise ein Leck an der Anlage schuld an der Havarie ist. Wahrscheinlich haben sich explosive Gase gebildet. Krankenwagen und Einsatzfahrzeuge der Berufsfeuerwehr haben sich im Kiefernweg aufgereiht und halten sich in Bereitschaft.

Das zerstörte Pumpwerk im Kiefernweg. Quelle: Frank Bürstenbinder

Bei dem Vorfall wurde niemand verletzt. Problem: Hinter der Havariestelle befindet sich außerdem eine Gasstation. Gefahr für die Anwohner auf der Scholle besteht zur Stunde nicht.

Die neusten Erkenntnisse sind erschreckend: „Mittlerweile haben wir Messwerte, die auf ein hochexplosives Gemisch hindeuten. Es müssen in Größenordnungen Flüssigkeiten wie Benzin, Leichtbenzin, Verdünnung oder andere Lösungsmittel eingeleitet worden sein. Als die Pumpe automatisch ansprang, entzündete sich das Gemisch, das sich im Schacht gesammelt hatte“, beschreibt Brawag-Geschäftsführer Uwe Müller die bisherigen Erkenntnisse. Die Stoffe ließen sich immer noch in der Luft des Pumpenschachtes nachweisen.

Die Wucht der Explosion hat den Stahlbeton des über dem Pumpwerk stehenden Steuerhauses zerfetzt. „Wäre einer unserer Mitarbeiter zu dieser Zeit vor Ort gewesen, wäre er wahrscheinlich tot“, sagt Müller. „Das war auch keine Flasche oder ein Kanister mit solchen Flüssigkeiten, die mal gedankenlos entsorgt worden sind. Das waren schon größere Mengen.“

Der Brawag-Chef widerspricht auch der These, dass sich ansammelnde Faulgase entzündet haben könnten. Die brennen kaum und entwickeln schon gar nicht solch eine Wucht.

Händeringend sucht die Brawag nun nach einer Baufirma, die den Bau abstützen und den Mitarbeitern Zugang ermöglichen kann. Aus eigenen Beständen organisiert der Ver- und Entsorger ein so genanntes Überpumpwerk, das provisorisch den Dienst des kaputten Werks übernimmt, damit die Scholle-Grundstücke abwassermäßig entsorgt werden.

Auch wenn die Explosion gegen 10.35 Uhr erfolgte, müssen die Flüssigkeiten schon Stunden vorher eingeleitet worden sein, um solch hochexplosive Dämpfe zu entwickeln. Müller bittet mögliche Zeugen, sich bei der Brawag beziehungsweise bei der Polizei zu melden, auf Wunsch auch anonym.

Polizeisprecher Marco Bergholz bestätigt, dass Kriminaltechniker an den Unglücksort gefahren sind, um Beweise und Spuren zu sichern. „Wir schließen erst einmal nichts aus, auch keine Faulgas-Explosion.“ Einsatzleiter für die Feuerwehr war Meik Jäger: „Wir haben rings um das Pumpwerk mit unseren Mehrgas-Messgeräten die Umgebungsluft untersucht, sind aber nicht fündig geworden. Lösungsmittel oder Benzin zeigen sie aber auch nicht an.“ Die sind eher ausgelegt für Kohlenstoffmonoxid, Schwefelwasserstoff oder Stickstoffdioxid.

Von Frank Bürstenbinder und André Wirsing

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