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Brandenburg/Havel 14-Jährige stirbt nach Straßenbahn-Unfall
Lokales Brandenburg/Havel 14-Jährige stirbt nach Straßenbahn-Unfall
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23:04 07.05.2014
Die Unglücksstelle in Hohenstücken.
Die Unglücksstelle in Hohenstücken. Quelle: Christian Griebel
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Brandenburg an der Havel

Das Drama ereignete sich am Montagabend gegen 18.50 Uhr: Zwei Mädchen waren an der Endhaltestelle Hohenstücken in der Sophienstraße auf die Kupplung einer Straßenbahn gestiegen. Als die Tram anfuhr, sprang die Jüngere ab und zog sich Prellungen zu. Die 14-jährige Patricia blieb beim Sprung mit ihrer Jacke an der Kupplung hängen, stürzte kopfüber ins Gleisbett und wurde nach Polizeiangaben 45 Meter mitgeschleift. Das Mädchen ist am Mittwochvormittag ihren schweren Kopfverletzungen erlegen, wie Polizeisprecher Christoph Koppe mittteilte.

Freunde trauern um die 14-jährige Patricia W. Quelle: J. Steiner

Die Schülerin besuchte die achte Klasse der Otto-Tschirch-Oberschule in Hohenstücken. Mit Schock reagierten die Mitschüler der Achtklässlerin. Schulleiter Wolfgang Ricken musste die traurige Nachricht den Jugendlichen beibringen und kümmerte sich um sie. Binnen Minuten verbreitete sich die Kunde von Patricias Tod über die Handys der Jugendlichen an der ganzen Schule. Mehrere Schüler brachen weinend zusammen. Die Schulsozialarbeiterin bemühte sich um sie ebenso wie eine Schulpsychologin und zwei Sonderpädagogen. "Am Donnerstag werden wir in einer Schweigeminute an die Schülerin erinnern", sagte Ricken. Zudem werde ein Kondolenzbuch zum Gedenken an das Mädchen in der Schule ausgelegt, wo die Kinder und Jugendlichen ihre Erinnerungen an Patricia aufschreiben können. Der heutige Unterricht ist den Klassenkameraden freigestellt.

Die Mädchen waren am Montagabend auf die Kupplung einer Straßenbahn der Linie 6 gestiegen. Quelle: Christian Griebel

Auch Werner Jumpertz, Chef der Verkehrsbetriebe Brandenburg, zeigte sich tief betroffen und erschüttert. Es ist der dritte tödliche Unfall in den 16 Jahren seiner Amtszeit.

Am Unglücksort an der Endhaltestelle der Linie 6 in der Sophienstraße stellten zwei Freundinnen des toten Mädchens am Mittwoch Kerzen auf ein Rasenstück nahe der Gleise. Dort war Patricia mit einer ein Jahr jüngeren Klassenkameradin auf die Kupplung einer Straßenbahn geklettert. Als diese anfuhr, wollten die Mädchen abspringen. Der Jüngeren gelang es. Sie erlitt nur Prellungen. Patricia jedoch schaffte es nicht. Ihre Jacke verfing sich. So wurde die 14-Jährige mitgeschleift, ohne dass der Fahrer von der Tragödie etwas mitbekam. Er wurde erst neun Stationen später über das Unglück informiert und brach zusammen.

Die Kripo untersucht weiter den Unfallhergang. Im Raum, so Koppe, stehe der Vorwurf der fahrlässigen Tötung.

Das Tram- oder S-Bahn-Surfen ist ein gefährlicher Sport, der vor allem unter Jugendlichen als Mutprobe beliebt ist. In Brandenburg hatte zuletzt ein 14-Jähriger einen Stromschlag erlitten, nachdem er auf einen Kesselwagen geklettert war und an eine Oberleitung geriet. Auch er ist Tage später seinen schweren Verletzungen erlegen.

Damals sagte der Schauspieler Benno Fürmann, der sich mit 17 Jahren beim S-Bahn-Surfen schwer verletzt hatte, es sei wichtig, in diesem Alter aufeinander aufzupassen: "Man kann nur hoffen, dass sich junge Leute selber cool begleiten und den Mut haben zu sagen: Das ist Wahnsinn." Auch die Bundespolizei warnt vor allem Kinder und Jugendliche: "Bahnanlagen sind kein Abenteuerspielplatz, hier besteht Lebensgefahr!"

Von Marion von Imhoff / MAZonline

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