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Brandenburg/Havel MAZ-Umfrage: Eine Milchstraße für Brandenburg an der Havel
Lokales Brandenburg/Havel

Brandenburg an der Havel: Milchstraße als Straßenname siegt in der Lesergunst

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13:59 11.01.2022
Nach dem Abriss von Gebäudeteilen an der ehemaligen Fleischerei Ewald lässt die Stadt Brandenburg die Gasse gestalten. Wenn die Stadt mag, könnte sie Milchstraße heißen. 
Nach dem Abriss von Gebäudeteilen an der ehemaligen Fleischerei Ewald lässt die Stadt Brandenburg die Gasse gestalten. Wenn die Stadt mag, könnte sie Milchstraße heißen.  Quelle: Heiko Hesse
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Brandenburg/H

Wer die Milchstraße erblicken möchte, muss in Brandenburg an der Havel nicht mehr in den Himmel schauen. Man kann auch auf ihr entlanglaufen – vorausgesetzt, die Stadtverordneten wollen das überhaupt.

Bei der MAZ-Umfrage haben sich 60 Prozent der 1035 Teilnehmenden für den Gassennamen „Milchstraße“ entschieden. Und damit die „Marktstraße“ auf den zweiten Platz verwiesen. Das ist das Ergebnis der Stichwahl, die am Dienstag um 12 Uhr geendet hat.

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Im Zuge der Neugestaltung und der Sanierung des Molkenmarktes sind die Anbauten der früheren Fleischerei Ewald verschwunden. Damit kehrt eine Gasse in die Öffentlichkeit zurück, die über Jahrzehnte quasi Betriebsgelände gewesen ist. Da das frühere Ewaldhaus und die Angerbebauung mit dem Weinladen auf dem Molkenmarkt stehen, ist der Weg dazwischen ein Teil des Marktes.

Blick durch die „Milchstraße“ zum Marktplatz.  Quelle: Heiko Hesse

Aber man kann ja auch mal Gelegenheiten nutzen, und die Rückkehr der alten Gasse ist so eine. Deshalb fragte die MAZ vor wenigen Tagen ihre Leserinnen und Leser, wie dieser kurze Weg mit seinen fünf neuen Bäumen heißen könnte. Dutzende Vorschläge liefen in der Redaktion.

Fünf Favoriten für die Gasse in Brandenburg an der Havel

Daraus kristallisierten sich fünf als Favoriten heraus: Domblick, Waldmopsgasse, Molkengang, Marktgasse und Milchstraße. Diese fünf stellte die Redaktion zur Wahl. 1456 Leserinnen und Leser stimmten ab und schickten Marktgasse und Milchstraße in die Stichwahl.

Ob daraus ein offizieller Straßennamen wird, können nur die Stadtverordneten entscheiden. Postalisch hätte die Milchstraße keine Auswirkungen. Alle Häuser an dieser Gasse haben Molkenmarkt-Anschriften, und daran ändert sich auch nichts.

Der Name „Milchstraße“ ist nicht auf der Luft gegriffen. Man erkennt den zweifelsfreien Bezug zum Molkenmarkt, jenem Markt, auf dem einst Molkereiprodukte und/oder Milch- und anderes Vieh verkauft worden sind.

Schriftsteller Julius von Voß, geboren in 1768 in Brandenburg an der Havel. Quelle: Verlag

Wer den Bezug zur himmlischen Milchstraße sucht, wird ebenfalls schnell fündig. Der gebürtige Brandenburger Julius von Voß (1768-1832) schrieb im Jahre 1810 das Buch „Ini – ein Roman aus dem 21. Jahrhundert“. Dies ist nachweislich der erste Science-Fiction-Roman weltweit. Bis vor wenigen Jahren galt Mary Shelleys „Frankenstein“ von 1818 als Beginn der Science-Fiction-Literatur.

Raumschiff „Kosmos“ des VEB Mechanische Spielwaren Brandenburg an der Havel, hergestellt 1965. Quelle: Bernd Havenstein/Stadtmuseum Brandenburg

Sucht man nach Zeugnissen der Raumfahrt, wird in den Annalen der Arado-Flugzeugwerke fündig, die den ersten Bomber mit Düsenantrieb gebaut haben. Im Bestand des Stadtmuseums entdeckt man zum Bespiel das Raumschiff „Kosmos“, ein 10,5 Zentimeter langes Spielzeug mit Schwunglaufrad aus dem VEB Mechanische Spielwaren.

Von Heiko Hesse