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Brandenburg/Havel Brandenburg bekommt eine 24-Stunden-Kita
Lokales Brandenburg/Havel Brandenburg bekommt eine 24-Stunden-Kita
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12:36 28.02.2018
In Brandenburg an der Havel können Kinder bald rund um die Uhr betreut werden. Quelle: dpa
Brandenburg/H

Zwei aufregende Jahre stehen dem Lebenshilfeverein bevor. Ein riesiges Investitionsprogramm hat die schnell wachsende Organisation vor sich.

Es geht langsam los mit dem Um- und Ausbau des Hauses mit dem Getränkemarkt und gipfelt im Neubau einer Kindertagesstätte mit 24-Stunden-Service, Sauna, offener Küche ebenfalls am Gallberg.

Doch der Reihe nach: Seit dem 1. Januar hat die Lebenshilfe nach dem Auszug des Stadtsportbundes das Haus mit dem Getränkemarkt für sich allein, erworben hatte es der Verein bereits zuvor. Der Markt, in dem zehn Menschen mit Behinderung arbeiten, wird erweitert und umgebaut, es kommt zusätzliche Verkaufsfläche hinzu, es gibt mehr Lagermöglichkeiten und endlich einen Sozialraum.

Matthias Pietschmann lenkt die Lebenshilfe-Geschicke noch von der Kurstraße aus. Quelle: JACQUELINE STEINER

Einziehen wird am 1. Februar auch der Ambulante Pflegedienst, dann kommen die Mitarbeiter der Frühförderung, die bislang noch bei Schmökerhöker in Hohenstücken sitzen, um hier besser junge Familien mit Kindern betreuen zu können. Alle Vereinsmitarbeiter können zudem die Gesundheitsangebote wie Sauna im Haus nutzen. In zwei Jahren wird das Haus dann noch einmal komplett saniert und möglicherweise mit einem zusätzlichen Stockwerk erweitert.

155 Mitarbeiter bei der Lebenshilfe

Mittlerweile 155 Mitarbeiter hat die Lebenshilfe Brandenburg-Potsdam e.V. Darunter sind seit dieser Woche 44 Schulbegleiter.

Betreut werden unter anderem 37 stationäre und 92 ambulante Bewohner.

Die Geschäftszweige des Vereins erstrecken sich vom Arbeitsprojekt Schmökerhöker über die Frühförderung, Ambulanter Pflegedienst, Offene Hilfen, Schulassistenz, Bildungsangebote, Familienentlastender Dienst bis zu Sportprojekten und Tanz-Theater.

In diesem Jahr wird der Bebauungsplan für das große Gallberg-Projekt beschlussreif – die Lebenshilfe hat rund 6000 Quadratmeter, das Therapiezentrum Promnitz rund 8000 und das Senioren- und Pflegezentrum rund 14.000 Quadratmeter. Die drei Partner errichten auf der Brache eine „kleine Stadt“ mit dem Schwerpunkt Gesundheit.

Lebenshilfe-Geschäftsführer Matthias Pietschmann liebäugelt schon lange mit der Idee, eine Kita zu betreiben. Beim Vergleichen der bestehenden Angebote fiel ihm auf, dass es bislang noch keine 24-Stunden-Kita für Familien gibt, bei denen beide Eltern in Schichtdiensten in Krankenhäusern, bei Feuerwehr oder Polizei beispielsweise arbeiten. So entwarf er gemeinsam mit der Golzower Architektin Michaela Rast einen Zweigeschosser mit einem runden Zentrum und zwei ausragenden Flügeln mit insgesamt 48 Metern Länge und 14 Metern Breite.

Die Mitarbeiterinnen Cornelia Musall, Cornelia Dürr und Heike Gruhnert (von links) freuen sich auf den umgestalteten und erweiterten Getränkemarkt. Quelle: JACQUELINE STEINER

Im Erdgeschoss können 40 Krippenkinder von 0 bis 3 Jahren, im Obergeschoss 52 Kindergartenkinder betreut werden. Quasi als dritte Etage aufgesetzt sind zwei Wohnungen, in denen jeweils fünf bis sechs Übernachtungskinder mit einem Betreuer unterkommen. Die Dachterrasse ist gleichzeitig Spiel- und Bewegungsfläche. „In unserem Konzept legen wir die Schwerpunkte auf Gesundheit, Bewegung und Naturwissenschaften“, sagt Pietschmann. Bei den Kindergartenkindern soll es beispielsweise auch eine Sauna und eine offene Mitmach-Küche geben. Vor der Tür entsteht ein 10 x 15 Meter großes Kunstrasen-Fußballfeld. Die Kinder können auch das Wasserbecken im anderen Haus mit nutzen.

Am 2. Februar will Pietschmann das Konzept bei Jugendamtschefin Kerstin Schöbe vorstellen. Im Herbst reicht er den Bauantrag ein, danach sei mit etwa zehn Monaten Bauzeit für das bis zu 3,1 Millionen Euro teure Vorhaben zu rechnen. Also könne die Kita Ende 2018 in Betrieb gehen.

Danach ist noch nicht Schluss: Auf dem Gallberg soll auch ein viergeschossiges Gebäude entstehen, in dem die zentrale Verwaltung der Lebenshilfe unterkommen soll, es braucht einen Raum mit mindestens 100 Plätzen, zudem Schulungsräume sowie weitere Büros. Das gesamt Außengelände wird hergerichtet, es gibt jede Menge Grünausgleich direkt auf der Fläche. Auch der Fuhrpark des Vereins muss intelligent untergebracht werden.

Von André Wirsing

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