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Brandenburg/Havel Abgesagt: Roland-Spectaculum fällt in diesem Jahr aus
Lokales Brandenburg/Havel Abgesagt: Roland-Spectaculum fällt in diesem Jahr aus
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07:02 09.01.2020
Das Roland-Spectaculum im Slawendorf war auch bei der 20. Ausgabe in 2019 ein voller Erfolg. In diesem Jahr wird es die Mittelalterveranstaltung jedoch nicht geben. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

In diesem Jahr wird es kein Roland-Spectaculum in Brandenburg an der Havel geben. Das teilt der ausrichtende Verein „Die Altstädter“ mit. Nach 20 Jahren ist damit vorerst Schluss mit dem erfolgreichen Mittelalter-Spektakel.

„Wir wissen noch nicht, ob wir es ganz einstellen“, sagt die erste Vorsitzende Kathrin Arndt. „Wir wollen zumindest erst einmal ein Jahr aussetzen, aber richtig loslassen können wir nicht.“ Die Entscheidung, die sich der Vorstand nicht leicht gemacht habe, sei aus personellen Gründen gefallen.

Die Helfer fehlen

„Uns fehlen die Macher“, berichtet Arndt. Der Hauptakteur müsse sich aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen „Das kann nicht einfach jemand anders übernehmen“, so Arndt. Zumal die Anzahl derer, die die Veranstaltung geplant und organisiert haben, über die Jahre immer geringer geworden sei.

Bei den Veranstaltungen der Altstädter bringen sich die Mitglieder aktiv ein. So wie hier die Vorsitzende Kathrin Arndt bei der Hofweihnacht. Quelle: JACQUELINE STEINER

„Es gab vor zehn Jahren einfach mehr Menschen im Verein, die sich für das Mittelalter engagiert haben“, meint Arndt. Jetzt allerdings habe sich die Interessenlage geändert. „Wir setzen trotzdem unser Vereinsziel, die Belebung der Altstadt durch Kunst und Kultur, um“, sagt Arndt. Nur die Art, wie das geschieht, sei eine andere geworden. „Der Verein als solcher ist gut aufgestellt“, findet Arndt. 50 Mitglieder sind dabei, etwa die Hälfte davon sehr aktiv. „Die Mitglieder beleben den Verein. Darauf können wir stolz sein“, sagt die Vorsitzende.

Trotz Absage voller Terminkalender für 2020

Dementsprechend freudig blickt sie auf 2020. Neben traditionellen Veranstaltungen wie dem Höfe- und dem Bierfest, der kubanischen Nacht oder der Hofweihnacht, wird es auch neue geben.

Dazu zählen zum Beispiel die Wiederbelebung des Kiezfestes auf dem Hof am 23. Mai oder ein Afrikatag am 6. Juni, der in Kooperation mit der Berlin-Brandenburgischen Auslandsgesellschaft veranstaltet wird.

Ausstellungen im Bürgerhaus geplant

Drei Ausstellungen sind für die Räumlichkeiten im Obergeschoss des Bürgerhauses vorgesehen. Den Auftakt macht ab 21. Februar Holger Triltsch aus Werder mit Malerei, Zeichnungen und Collagen. Zudem wird die gut besuchte Veranstaltung „Mit Literatur um die Welt“ fortgesetzt, sagt Arndt erfreut. „Norwegen“ steht dabei am Donnerstag, 9. Januar, 19 Uhr, auf dem Programm.

Floh- und Trödelmärkte, Salsa-Partys, Konzerte oder Vorträge ergänzen das Angebot im Bürgerhaus. Dazu legt der Verein alle vier Monate das Programmheft „Kultur in der Altstadt“ vor. „Alles, was hier geschieht, passiert im Ehrenamt“, führt die Vorsitzende dazu aus. Dazu gehören auch die Öffnung und Pflege des Bürgerhauses.

„Der Verein hat durch das Haus eine Heimat“

Seit 2008 betreibt der Verein das Fachwerkgebäude in der Bäckerstraße 14 als Einrichtung für die Menschen in Brandenburg. Dazu haben die Altstädter eine Nutzungsvereinbarung mit der Eigentümerin des Hauses abgeschlossen. Sie bekommen das Gebäude für ihren Vereinszweck gestellt und müssen nur die Unterhalts- und Betriebskosten aufbringen. Etwa 12 000 Euro sind das jährlich. „Wir erwirtschaften das über die kleinen Veranstaltungen und Überlassungen an Dauernutzer oder für Privatveranstaltungen“, berichtet Arndt. „So rechnet sich das schon.“

Das Bürgerhaus Altstadt in der Bäckerstraße 14. Quelle: Antje Preuschoff

Das Nutzungsrecht gilt auf 15 Jahre und endet 2023. Dann läuft der Verein Gefahr, das Haus zu verlieren, falls die Eigentümerin es verkaufen oder vermieten möchte. „Wir können keine Miete erwirtschaften, sind jetzt schon an der Schmerzgrenze“, macht Arndt klar. „Wir möchten das bald mit den Verantwortlichen der Stadt thematisieren und eine Perspektive erarbeiten“, sagt sie.

Ihre Hoffnung ist, dass der Verein, der bisher nur projektbezogene Gelder aus der Stadt erhält, eine institutionelle Förderung bekommt. Damit könnte er das Haus sicher weiter betreiben. „Das wäre ein Traum“, meint Arndt. „Der Verein hat durch das Haus eine Heimat.“

 

Von Antje Preuschoff

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