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Brandenburg/Havel Twitter-Gewitter: Feuerwehr zeigt Berufsalltag im Netz
Lokales Brandenburg/Havel Twitter-Gewitter: Feuerwehr zeigt Berufsalltag im Netz
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17:08 11.02.2019
Twitter-Profis am Laptop: Meik Jäger aus Brandenburg an der Havel wird unterstützt von Hendrik Hänig aus Potsdam. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Der Rettungshubschrauber Christoph 35 ist der Quotenbringer: Er hat bereits zur Mittagszeit innerhalb von nur fünf Stunden mehr als 8000 Interaktionen erzeugt, wurde mit Herzchen oder einem Kommentar versehen, wurde selbst auf dem Twitteraccount des Deutschen Feuerwehrverbandes geteilt.

Am „TwitterGewitter“ der Berufsfeuerwehren hat sich selbstverständlich auch die Berufsfeuerwehr in Brandenburg an der Havel beteiligt und am Montag – dem Tag des Notrufs – ihre Einsätze und allerhand Wissenswertes über die Feuerwehr, den Rettungsdienst und die Regionalleitstelle über den Kurznachrichtendienst unter #Brandenburg112 beschrieben.

41 Feuerwehren twittern

Aus Anlass des europaweiten Notruftags am 11. Februar 2019 lassen 41 Berufsfeuerwehren aus ganz Deutschland die Bevölkerung live über den Kurznachrichtendienst Twitter an ihrem Alltag mit Einsätzen, Ausbildung und Information teilhaben. Im Land beteiligen sich sich die Berufsfeuerwehren aus Potsdam, Cottbus und Brandenburg an der Havel.

343 ehrenamtliche und hauptberufliche Brandschützer leisten täglich ihren Dienst bei der Feuerwehr in der Stadt.

Der Rettungsdienst der Stadt rückte im Jahr 2018 zu 3.583 Notarzteinsätzen, 12.926 Rettungswageneinsätzen und 1.317 Krankentransporteinsätzen aus.

„Ein Kollege von der Berufsfeuerwehr ist an diesem Tag im Rettungshubschrauber mitgeflogen, da hat er gleich zu Dienstbeginn den kleinen Clip gedreht.“ Die Zwölf-Sekunden-Sequenz über das Startklarmachen der Maschine wirkt besonders durch den Zeitraffer beeindruckend.

>>HIER GEHT ES ZUM TWITTER-ACCOUNT DER FEUERWEHR BRANDENBURG

Doch auch den anderen Kollegen ist nicht langweilig. Bei zwei Einsätzen kurz hintereinander mussten Türen geöffnet werden, weil sich dahinter hilflose Menschen befanden. „Wir schauen da nach vielen Sachen. Beispielsweise ob der Briefkasten überquillt, wir hören uns bei den Nachbarn um und wir sprechen mit den Krankenhäusern. Erst wenn wir Gefahr im Verzug sehen, öffnen wir die Tür mit unseren Mitteln“, sagt Meik Jäger.

Er ist an diesem Tag „Mister Twitter“, Verstärkung hat er sich gesucht in Person von Hendrik Hänig, der sonst in der Leitstelle Potsdam tätig ist und dort zum Social-Media-Team gehören. Mitten im MAZ-Gespräch kommt der nächste Notruf: Der Rettungswagen muss mit Sondersignal nach Hohenstücken. Ein Mensch leidet nach einer Dehydrierung unter Austrocknung (Exsikkose), weil er weder Nahrung noch Flüssigkeit zu sich genommen hat.

Zur Halbzeit um 14 Uhr gab es in der Leitstelle für Brandenburg, Mittelmark und Teltow-Fläming bereits vier Brandeinsätze, neun Hilfeleistungen, 29 Rettungseinsätze und 22 Notarztfahrten.

Ein tschechischer Frachter hat einen Schaden im Maschinenraum...dort stehen zwei Meter Wasser. Die Feuerwehr pumpt es ab. Quelle: JACQUELINE STEINER

Nicht jeden einzelnen Einsatz haben die beiden Twitterer gepostet. „Wir wollen die Menschen ja nicht mit unseren Informationen zuschütten. Lieber streuen wir noch zusätzliche Informationen ein“, sagt Jäger. Am Abend folgt ein Beitrag über den Ausbildungstag bei der Freiwilligen Feuerwehr Brandenburg, eine von neun im Stadtgebiet.

Selbst ein Blick in die Pfanne mit den Bratkartoffeln zum Mittagessen ist möglich. Und die Diskussion darüber, wie lange die wohl reichen werden, füllt den Thread (Folge von Diskussionsbeiträgen).

Doch die Aktion hat ernste Hintergründe. Es geht natürlich um die Nachwuchsgewinnung für den Beruf des Retters, egal ob in der Feuerwehr, im Helikopter, im Rettungswagen oder in der Leitstelle.

„Menschen, deren Interesse für den Beruf auch durch diese Aktion geweckt haben, sollten aufmerksam sein. Besonders wenn wir nach Haushaltsgenehmigung im zweiten Halbjahr Dutzende Stellenanzeigen aufgeben werden“, sagt der zuständige Beigeordnete Michael Brandt (CDU). Auch die neun Freiwilligen Feuerwehren in der Stadt suchen nach Ehrenamtlern, die ihre Freizeit für den Dienst an den Menschen opfern.

Es gibt noch weitere Aspekte, sagt der Potsdamer Twitter-Profi Hänig: „Wir müssen eine zuverlässige Öffentlichkeitsarbeit leisten, ein vertrauter Informationskanal sein, dem die Menschen auch in Krisen, Gefahrensituationen oder anderen großen Ereignissen im wahrsten Sinne vertrauen.“

So ein Kanal wie der am Freitag eingerichtete „Feuerwehr Brandenburg“ könne nicht erst im Ernstfall starten, sondern müsse eingespielt sein. Bis zum Nachmittag hatte die Seite bereits 260 Follower, also Menschen, die regelmäßig lesen, wenn im Twitterkanal der Berufsfeuerwehr Neuigkeiten hochgeladen werden.

„Wir haben alle Freiheiten beim Posten, denn wir wissen, was wir machen.“

Von André Wirsing

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