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Brandenburg/Havel Brandenburger Rallye-Team will 7000 Kilometer meistern
Lokales Brandenburg/Havel Brandenburger Rallye-Team will 7000 Kilometer meistern
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18:20 18.01.2018
Wo echte Handarbeit notwendig ist: Strapazen, Pech und Pannen gehören auch zum Afrika-Abenteuer in der Sahara. Quelle: André Paetz
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Brandenburg/H

Vor drei Jahren sind sechs rote Adler schon einmal ausgeflogen nach Gambia. Am 3. März macht sich erneut ein Red-Eagle-Team aus Brandenburg/Havel mit drei Autos auf den strapaziösen Weg durch die Wüste nach Westafrika. Das Sextett nimmt teil an der 7000 Kilometer langen Rallye Dresden-Dakar-Banjul. Zum Härtetest mit Sahara gehört auch eine Vater-Sohn-Geschichte.

„Wir ziehen es noch mal durch“, sagt André Paetz aus Wust. Im März 2015 hatte er seinen Urlaub mit fünf Gleichgesinnten in ein Abenteuer investiert – mit ewigem Wüstenstaub, Duschen aus der Plastikwasserflasche, einer stechenden Sonne und mittleren Verdauungsproblemen, aber auch mit unvergesslichen Momenten, tollen Zusammenhalt und einem Spaß, der auch noch einem guten Zweck dient.

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Damals hatten sich die Roten Adler (Red Eagle) versprochen, das Ding noch mal zu machen. Aus zeitlichen Gründen ist das für die meisten in diesem Jahr nicht möglich. Doch André Paetz (47) ist wieder am Start, diesmal im Zweierteam mit seinem Vater Winfried (76). Dabei hatte der vor drei Jahren noch gegen das Busch-und Staubabenteuer geredet. Doch als der Landwirt, Kaufmann und Pensionär nach der Rückkehr des Sohnes die Diashow mit ansah, war es um ihn geschehen. „Aufgrund seiner Ausgeglichenheit ist der lebenserfahrene Mann der Ruhepol im Team“, versichert der eigene Sohn.

Im zweiten Rallyewagen sitzen Mathias Zilske (43) und Andreas Beckert (37) aus Brandenburg/Havel. Mit Beckert kann sich das Brandenburger Red-Eagle-Team selbst im der Sahara kaum verfahren. Als „Herr der Satellitenbilder“ beherrscht er aus beruflichen Gründen alle Navigationskünste. Das dritte Zweiertam bilden der Schlosser und Kfz-Elektriker Volker Stöhr (54) aus Bornim, ein Bekannter von André Paetz und der technisch beschlagene Christian Zimmer (52) aus Berlin, der als Regattasegler das Element wechselt – von der See in die Wüste.

80 000 Euro für Sozialprojekte

Seit 2006 veranstaltet der gemeinnützige Verein Breitengrad aus Dresden die Rallye nach Gambia. Bis zu 50 Fahrzeuge setzen sich im März und November in Bewegung.

Als Versteigerungserlös kommen in der Regel mehr als 80 000 Euro pro Tour zusammen. Die Dresden Banjul Organisation betreibt mit diesem Geld eigene Projekte in den Bereichen Schulbildung, Lehrausbildung, Gesundheit und Armenspeisung.

Die Teilnehmer investieren privates Geld in die Tour. Red Eagle sucht noch Sponsoren, zum Beispiel für Ersatzteile.

Die Kontaktdaten sind auf der Internetseite zu finden. Dort können Interessenten sich auch für den Newsletter anmelden: www.red-eagle-team.net

Seit der vergangenen Woche ist auch das dritte Fahrzeug gewonnen, wie die anderen beiden ein Mercedes Sprinter, der mit dem eingebauten Bett sämtliche Übernachtungsprobleme löst. Doch das ist nicht der einzige Grund. Schließlich ist diese Wohntätigkeitsrallye auch ein Geschäft.

Sämtliche Rallyefahrzeuge werden im gambischen Banjul am Ende der Reise in einer Auktion versteigert. Der Erlös kommt Sozialprojekten in Gambia zugute. Da Transporter für Kleinunternehmen geeignet sind, können die Brandenburger ein gutes Versteigerungsergebnis erwarten.

Nach der Tour 2015 erlösten sie aus allen drei Fahrzeugen 6300 Euro. das Geld kam zum Beispiel einer Vorschule für Kinder ohne Sprachkenntnisse zugute, einer Schule in Banjul, einer Tischer- und einer Kfz-Lehrwerkstatt.

„Ich freue mich, die Hilfsprojekte, an denen wir beteiligt sind, wiederzusehen“, sagt André Paetz. Er hat eine Internetseite aufgebaut mit dem Motto des Red-Eagle-Teams: „Nach der Rallye ist vor der Rallye.“ Dortm ist auch das zweite Motto zu finden: „Wo wir sind ist vorne.“ Denn vom Start bis zum Ziel wollen die Brandenburger sich positiv im Rallye-Tross positionieren.

Von Jürgen Lauterbach

18.01.2018
18.01.2018