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Brandenburg/Havel Sinfoniekonzert: Symphoniker heben einen Schatz
Lokales Brandenburg/Havel Sinfoniekonzert: Symphoniker heben einen Schatz
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19:23 15.09.2019
Zum 1. Sinfoniekonzert der Brandenburger Symphoniker spielten an der Oboe Raguel Ott und an der Violine Andreas Preisser. Peter Gülke dirigierte. Quelle: Heike Schulze
Brandenburg/H

Friedrich Goldmann gehört zu den wichtigsten Komponisten der ehemaligen DDR. Mit großer Klarheit und illusionslosem Sarkasmus hat er die damalige-Kulturpolitik kritisch auf den Punkt gebracht, aber auch nach 1989 den Finger auf die Wunden gesamtdeutscher Defizite gelegt.

Zum 1. Sinfoniekonzert der Brandenburger Symphoniker spielten an der Oboe Raguel Ott und an der Violine Andreas Preisser. Peter Gülke dirigierte.

Die Brandenburger Symphoniker haben gemeinsam mit ihrem Chefdirigenten Peter Gülke den 1970 entstandenen Essay III zur Eröffnung der neuen Sinfoniekonzert-Saison am Wochenende vorgestellt. Damit wollten sie in ihrem Programm den anstehenden Feiern zu 30 Jahre Mauerfall einen eigenen nachdenklichen Akzent verleihen.

Erinnerungen an Komponisten der DDR-Zeit

Im Frühjahr werden die Ernsten Gesänge von Hanns Eisle erklingen. Es wird Zeit, dass man sich der Komponisten aus DDR-Zeiten erinnert. So manche Schätze sind da zu heben.

Goldmann, geboren 1941 in Chemnitz, Mitglied des Dresdner Kreuzchores, Studium an der Musikhochschule Dresden, Musikprofessor in Berlin, gestorben 2009, hat ein gewichtiges Gesamtwerk hinterlassen. In diesem findet man auch seinen Essay III für das er ein groß besetztes Orchester benötigt.

Ein Essay ist eigentlich in der Literatur angesiedelt, der sich zu einem Thema aus Gesellschaft, Kultur und Wissenschaft äußert und zur Auseinandersetzung inspiriert.

Geschichte mit Brüchen

Goldmann hat sich ihm mit seinem Anliegen genähert, über das „Gleichgewicht zwischen Zufall und Notwendigkeit“, das immer neu auszutarieren ist, nachgedacht. Es ist, als ob der Komponist hier eine Geschichte erzählt, die manchmal in sich geschlossen, doch mit vielen Brüchen versehen ist.

Kein kollektiver und beschönigender Wohlklang stellte sich ein, doch die Musik ist voller Energie und Vitalität, verriet aber auch etwas von ihrer Zerbrechlichkeit. Peter Gülke und die Brandenburger Symphoniker haben sich dem Werk mit großem Engagement angenommen und es in beeindruckender Weise zu Gehör gebracht.

Solisten Andreas Preisser und Raguel Ott

Klar, dass das anschließend musizierte Konzert für Violine, Oboe und Orchester c-Moll BWV 1060, das Johann Sebastian Bach während seiner Köthener Jahre schrieb, nicht um Wohlgefälligkeit zu werben brauchte. Längst gehört es zum Kanon beliebter Werke des Barockkomponisten.

Peter Gülke besetzte die Soli mit zwei Protagonisten des heimischen Orchesters, mit Andreas Preisser, Violine, und Raguel Ott, Oboe. Beide bildeten ein fein ausschwingendes Duo, das besonders dem Mittelsatz seine sensible Kantabilität beimaß, und im Schlusssatz neben dem eleganten Tonfall des Oboisten vor allem mit einem mühelosen Agieren des Geigers bestach.

Die Symphoniker haben sich mit Freude sowie klanglicher Subtilität in den Dialog von Violine und Oboe eingeschaltet.

Tschaikowskys „Pathetique“

Zum Abschluss des Konzerts mit seiner weit gespannten Werkauswahl musizierte das Orchester Peter Iljitsch Tschaikowskys 6. Sinfonie in h-Moll op. 74 mit dem Beinamen „Pathetique“.

Mythen und Klischees durchziehen das Werk. Auch so manche Todesahnungen sind darin zu finden, die auf Tränendrüsen drücken können. Peter Gülke vermeidet alles Kitschige, das man in so mancher Interpretation hört. Dramatik, Unerbittlichkeit, Zorn, der sich aber im Großen und Ganzen milde verhält, waren zu hören.

Der erste Satz war durch einen steten Kampf mit dem Schicksal gekennzeichnet, im anschließenden Walzer gab es einen melancholischen Rückblick in die Vergangenheit. Der Marsch des dritten Satzes offerierte jedoch keinen Triumph, denn das Schlagwerk bebte, die massiven, tiefen Beckenschläge verrieten Bedrohliches.

Die Tragik der Sinfonie

Im vierten Satz offenbarte sich die Tragik der Sinfonie und seines Schöpfers, der sie am Ende seines Lebens komponierte. In dem fahlen Klang der Kontrabässe verebbte dann schließlich das Werk in Form von ergreifender Realität statt in schwülstigen Vibrati. Applaus wollte sich erst zögernd einstellen. Man hatte die Interpretation wohl verstanden.

Von Klaus Büstrin

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