Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Symphoniker suchen einen neuen Chef
Lokales Brandenburg/Havel Symphoniker suchen einen neuen Chef
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:09 26.12.2019
Peter Gülke ist der Chefdirigent der Brandenburger Symphoniker, wird aber seinen Posten zum Spielzeitende aufgeben müssen. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Im kommenden Sommer endet das Engagement des Chefdirigenten Peter Gülke (85) bei den Brandenburger Symphonikern. Sowohl die frühere Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann als auch ihr Nachfolger Steffen Scheller, machen sich dafür stark, dass der bekannte Dirigent und Musikwissenschaftler dann der Stadt als Ehren- und/oder Gastdirigent erhalten bleibt.

Oliver Tardy gehört zu den Kandidaten, die sicher in die engere Wahl kommen. Quelle: promo

as könnte auch nötig sein, denn dass binnen eines halben Jahres ein Nachfolger gefunden ist, der aus seinem Vertrag heraus kommt, scheint wenig wahrscheinlich. Insofern ist es nicht unwahrscheinlich, dass das Orchester ab Sommer 2020 verstärkt mit Gastdirigenten zu tun bekommt, denn das Gülke eine weitere Saison bleibt, scheint ausgeschlossen. Das Orchester und insbesondere dessen Vorstand hatte in den zurückliegenden Jahren das Prozedere einer Nachfolger-Findung verzögert, so dass Aufsichtsrat und Gesellschafter jetzt den Schlussstrich zogen und Gülkes vergleichsweise schlecht dotierter Vertrag zum Spielzeitende ausläuft. Allerdings hatte Gülke stets betont, ihm ginge es nicht um das Geldverdienen sondern um das musizieren.

David Reiland dirigierte das Weihnachtskonzert der Brandenburger Symphoniker und des Rasché Saxophon Quartetts. Er gilt vielen Musikern als Favorit für die Nachfolge und käme gern nach Brandenburg. Quelle: Rüdiger Böhme

Gülke hat in Fachkreisen einen großartigen Namen von dem auch die Symphoniker profitierten. Große Solisten bis hin zu Ann-Sophie Mutter arbeiteten mit ihm oder planen das, was dem Orchester in den zurückliegenden Jahren in der Fachwelt zu einiger Bekanntheit verholfen hat, wie die hochkarätigen Solisten aber auch Gastdirigenten zeigten.

Nur ist der Maestro ob seines Alters und der zahllosen Verpflichtungen, die er neben seinem Dirigat als Buchautor, Musikwissenschaftler, Juror, Lehrer und Vortragsreisender hat kein Mann für die Mühen der Ebene außerhalb der Orchesterarbeit.

Unter Leitung von Dirigent Ivo Hentschel spielten die Brandenburger Symphoniker das 3.Sinfoniekonzert. Hentschel hat einige Fans unter den Musikern. Quelle: Rüdiger Böhme

Gekommen war Gülke vor nunmehr gut vier Jahren, um als Übergangs-Dirigent einen Nachfolger zu suchen. Das sollte in einem Jahr zu machen sein, glaubten Gülke, Tiemann und der damalige Geschäftsführer Jörg Heyne, der für den Gülke-Coup gefeiert wurde. Dann verliebten sich Orchester und Dirigent ineinander und die Nachfolge-Suche wurde auf die lange Bank geschoben . Die Musiker nennen das Verfahren „professionalisiert“. Alle 60 Gastdirigenten der zurückliegenden vier Jahre wurden mit Blick auf die Nachfolger-Qualitäten nach den Konzerten vom Orchester bewertet. Die Bewertungen wurden vom gewählten Orchestervorstand ausgewertet und verdichtet. Nun liegt eine Liste von fünf in Frage kommenden Dirigenten vor, von denen der letzte am zurückliegenden das Orchester beim Weihnachtskonzert führt.

Leger und fein, jung und alt, es war egal, jeder kam wie er mochte zum Abschlusskonzert des Havelfestes mit den Brandenburger Symphonikern. Da wurde der Campingstuhl oder die Decke mitgebracht und alle lauschten dem Klangkörper der Havelstadt unter Leitung von Dirigent Robert Reimer. Quelle: Rüdiger Böhme

Am 27. Dezember trifft sich dann das Orchester und wird die Reihenfolge festlegen, in der sie die fünf Dirigenten für geeignet hält, künftig die Brandenburger Symphoniker zu führen. Die Musiker, OB Steffen Scheller, der Aufsichtsratschef Wolfgang Erlebach, und Theater-GF Christine Flieger haben Mitte August vereinbart: Bis zum Jahresende 2019 soll die Liste mit „nicht mehr als 5 Vorschlägen vorliegen.“ Sollte das Orchester die Liste nicht vorlegen, will Flieger die Stelle des neuen Chefdirigenten neu ausschreiben.

Vincent de Kort dirigiert das 2. Sinfoniekonzert und spielte sich überraschend in den Kreis der letzten sechs Kandidaten. Quelle: JACQUELINE STEINER

Das scheint nicht nötig zu sein, denn in einer Vorauswahl haben sich die Musiker bereits auf sechs Kandidaten verständigt. Alle möglichen Kandidaten haben in den zurückliegenden Monaten das Orchester dirigiert. Über Details der Wahl ist bisher wenig bekannt. Augenscheinlich haben Vorstand und Betriebsrat eine gemeinsame Liste festgelegt. Zur Wahl stehen demnach Ivo Hentschel, Simon Hewett, Vincent de Kort, David Reiland, Robert Reimer und Olivier Tardy. Im Internet finden sich zu allen Kandidaten umfangreiche Informationen.

Wahrscheinlich werden die am 27. Dezember anwesenden Musiker über sogenannte Negativoptionen versuchen, jene Kandidaten auszuwählen, mit denen sie sich eine künftige Zusammenarbeit am wenigsten vorstellen können, um dann am Ende den absoluten Wunschkandidaten zu küren. Wer das ist, scheint offen.,

Nach den Konzerten vom zurückliegenden Wochenende wäre es nach Gesprächen mit diversen Musikern aber nicht verwunderlich, sollte David Reiland am Ende die Nase vorn haben. Er ist ein Schüler Gülkes und noch ein gutes Jahr als Chefdirigent des französischen Orchesters „Nationale des Lorraine“ in Metz unter Vertrag. Gute Chancen werden aber auch Vincent de Kort oder Olivier Tardy eingeräumt.

Mit Spannung verfolgen nun Aufsichtsrat und Orchester, wie sich Christine Flieger als BT-Geschäftsführerin verhält. Die Stimmung zwischen dem Orchester und ihr ist gefühlt auf dem Nullpunkt. Flieger beklagt, die Musiker würden ihr nicht „auf Augenhöhe“ begegnen. Selbst die Zusammenarbeit mit Peter Gülke sei, wie sie schon im Sommer beklagte, weder sachlich noch respektvoll. Sie würde ja gern, wie sie Gülke mitteilt, „in der kommenden Spielzeit die Ehrung ihres Lebenswerkes und ihrer Person unterstützen (....). Hierzu bedarf es aber einer freundlichen und aggressionsfreien Gesprächsatmosphäre.“

Von Benno Rougk

Brandenburg/Havel Kriminalität an Weihnachten in Brandenburg/Havel - Zigarettenautomat gesprengt und versuchter Bank-Einbruch

Zwei relativ spektakuläre Straftaten haben sich an Weihnachten in Brandenburg ereignet. In einem Fall sprengten die Täter einen Zigarettenautomaten in die Luft.

26.12.2019

Henrik Schmidt ist seit einem Motorrad-Unfall vor einem halben Jahr querschnittsgelähmt. Seitdem liegt er im Unfallkrankenhaus Berlin. Das hindert weder ihn noch das von Saldern-Gymnasium daran, dass der 17-Jährige bald sein Abitur ablegen wird.

26.12.2019

Leid gehört zur Kindheit vieler Mädchen in der therapeutischen Wohngruppe „Bungee.“ Erzieherin Doreen Nennhaus und die neunjährige Marie freuen sich über Weihnachtsgeschenke, die durch die MAZ-Sterntaler-Aktion möglich werden.

26.12.2019