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Brandenburg/Havel Brandenburger Telemedizin für die Ärmsten
Lokales Brandenburg/Havel Brandenburger Telemedizin für die Ärmsten
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00:19 13.07.2017
Marius Liefolfd (3.v. links) präsentiert Bundesministerin Johanna Wanka den Telemedizin-Koffer. Quelle: J. Steiner
Brandenburg/H

Bundesministerin Johanna Wanka (66) war am Montag auf Visite bei den Medizinern und Medizininformatikern in Brandenburg/Havel. Ihr Besuch führte die CDU-Politikerin an die private Medizinische Hochschule am Nicolaiplatz und an die Technische Hochschule Brandenburg (THB).

Die heutige Bundesministerin für Bildung und Forschung kennt die akademische Landschaft Brandenburgs und auch die THB gut, war sie doch viele Jahre lang bis 2009 die Wissenschaftministerin im Land Brandenburg.

Bei ihrem Besuch am Montag erfuhr sie, was eine kleine Stadt bei Duala im Kamerun mit Brandenburg/Havel verbindet. Das Verbindungsstück heißt „mTriage+“ und ist eine Neuerung, an der die Master-Medizininformatiker Marius Liefold und Dennis Wagner, beide aus Brandenburg/Havel gearbeitet haben.

Unter dem etwas sperrigen Namen darf der Laie sich eine Art medizinischen Elektro-Notfallkoffer vorstellen, ein mobiles und modulares telemedizinisches System, um vorrangig die medizinische Versorgung von Patienten zu unterstützen, vorrangig in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Beispielsweise in dem erwähnten kleinen Ort in Kamerun leben sehr viele kranke Menschen, aber nur wenig Ärzte, berichtete Marius Liefold der Bundesministerin. Mit ihrem benutzerfreundliches System aus dem Koffer können sie Pflegekräfte und das Gesundheitspersonal in Kamerun, aber auch in Indien unterstützen. Das System mTriage+ zeichnet sogenannte Biosignale auf, also etwa die Herztöne, die Atmung und den Blutdruck.

Zugleich speichert der kleine Zauberkoffer die Daten und analysiert sie. Krankenschwestern oder medizinische Street Worker (Vor-Ort-Kräfte) stehen immer wieder vor komplexen Entscheidungssituationen, die sie nicht ohne Hilfe beurteilen können.

Das Brandenburger Telemedizin-System entwirft zwar keine Therapie, gibt aber auf Basis der gemessenen Daten Hinweise, ob ein Notfall vorliegt und schnelle ärztliche Hilfe erforderlich ist. Aus dem Koffer kommt ein Vorschlag, wie bei dem betreffenden Patienten weiter zu verfahren ist. Über E-Mail oder Video können die Anwender Kontakt zu einem Arzt aufnehmen.

Die Grundeinstellungen des Systems lassen sich ausweiten auf ein breites Spektrum medizinischer Probleme, zum Beispiel Infektionskrankheiten, chronische Erkrankungen, Schwangerenbetreuung, Veterinärmedizin, Katastrophenmanagement. So plant Brandenburgs Feuerwehr, für die Notfallrettung die maximal zehn Fahrzeuge mit dem System auszustatten. Laut Feuerwehrchef Mathias Bialek passt das gut zur Stadt. Vorab bekämen die beiden Akutkliniken in Brandenburg/Havel Informationen über die Patienten, die gerade as Notfälle auf dem Weg zu ihnen sind.

Die ehemaligen THB-Studenten, deren Projekt inzwischen mit 120 000 Euro gefördert wird, haben sich bei der Anwendung ihrer Entwicklung auf das Problem Müttersterblichkeit konzentriert, denn in Kamerun sterben etwa 500 von 100 000 Frauen während der Geburt. Ende des Jahren wollen Liefold und Wagner nach Kamerun fliegen, und das Pflegepersonal dort an ihrem Notfallkoffer schulen.Mit ihrem Professor und Mentor Thomas Schrader waren sie bereits im indischen Kerala.

Ministerin Wanka äußerte sich beeindruckt von der anwendungsorientierten Arbeit in der Medizininformatiker. Sie empfahl das Förderprogramm ihres Ministerium, das VIP+ heißt. Unterstützt wird damit Forschung, ob eine praktische Idee tatsächlich zu einem innovativem Produkt taugt. Aber die Brandenburger sind über dieses Stadium eigentlich hinaus. Ihren Koffer hatten sie auf der diesjährigen Computermesse Cebit vorgestellt.

Von Jürgen Lauterbach

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