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Brandenburg/Havel Brandenburg: Sommerkonzerte und Literatur im Grünen
Lokales Brandenburg/Havel

Brandenburger Theater: Konzerte und Lesungen i´m August

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11:33 06.07.2020
Die Brandenburger Symphoniker spielen unter der musikalischen von Leitung Oliver Tardy. Quelle: Rüdiger Böhme
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Brandenburg/H

Noch vor Saisonbeginn im September präsentiert das Brandenburger Theater dem Publikum Unterhaltung und Kultur an verschiedenen Spielorten im Brandenburger Stadtgebiet. Nicht zuletzt, da durch die Absage des Havelfestes und die Verschiebung des Brandenburger Kultursommers im August in der Havelstadt etwas fehlen würde.

Los geht es mit den Sommerkonzerten der Brandenburger Symphoniker am Samstag, 8. August, um 19.30 Uhr. Die Brandenburger Symphoniker freuen sich, die Stadt auch im Sommer musikalisch zu bereichern. Als neue Spielstätte wird das Orchester auf der Brandenburger Dominsel, direkt auf dem Domvorplatz, unter der Leitung von Chefdirigent Olivier Tardy ein heiteres klassisches Programm aufführen, das hervorragend zum Sommer und zum wunderschönen Ambiente passt.

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Der Dom „Sankt Peter und Paul" in Brandenburg an der Havel. Quelle: picture alliance / ZB

Am Samstag, 15. August, statten die Brandenburger Symphoniker dem ehemaligen Stahlwerk und heutigen Industriemuseum in Brandenburg an der Havel endlich wieder einen musikalischen Besuch ab. In dieser imposanten Kulisse wird die 9. Sinfonie von Antonín Dvorák zu hören sein, zu der der tschechische Komponist bei seinem Aufenthalt in Nordamerika, der „Neuen Welt“, inspiriert wurde. Unter der musikalischen Leitung von Olivier Tardy ist das Orchester an diesem Tag gleich zwei Mal zu erleben. Die Symphoniker spielen um 17 und um 19.30 Uhr.

Ganz entspannt wird es dann am Samstag, 22. August, um 19.30 Uhr bei einem Aperitif-Konzert an einem hoffentlich lauen Sommerabend. Für die musikalische Unterhaltung im Theaterpark haben die Blechbläser der Brandenburger Symphoniker eigens ein neues Ensemble gegründet. Das Publikum kann mit einem Gläschen Wein in der Hand Werke für zehn Blechblasinstrumente aus aller Welt genießen.

Literatur genießen

Neben den Konzerten der Symphoniker wird es im August auch eine Neuauflage der Lesereihe „Literatur im Grünen“ geben. Im Mittelpunkt dieser Veranstaltungen steht der Künstler Peter Hacks. Amüsant, formvollendet und mit funkelndem Sprachwitz war Peter Hacks (1928 – 2003) sowohl in der DDR als auch in der Bundesrepublik einer der meistgespielten Dramatiker.

Legendär „Der Frieden“ unter Benno Besson 1962 am Deutschen Theater Berlin, „Adam und Eva“, „Die schöne Helena“, „Amphitryon“ oder der internationale Dauerbrenner „Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe“. Aber Hacks konnte auch märchenhaft schön erzählen, pointiert Gedichte verfassen oder in hochgebildeten Essays über die Welt und die Kunst philosophieren.

Der erfolgreiche Dramatiker Peter Hacks. Quelle: picture alliance / dpa

In der Sommerlesereihe präsentiert das Brandenburger Theater an drei Wochenenden Proben seines Könnens ganz unterschiedlicher Art auf der Terrasse im Theaterpark und im Foyer des Großen Hauses.

Am Samstag, 15. August, um 17 Uhr, sowie am Sonntag, 16. August, ebenfalls um 17 Uhr erlebt das Publikum jeweils auf der Terrasse im Theaterpark „Märchen für Erwachsene“.

Kleine, funkelnde Kabinettstückchen von schräger Komik sind die Geschichten dieser Lesung. Eigenwillig und höchst drollig formuliert, führt Hacks in Märchenwelten, die man von früher kennt, sich dessen aber jetzt leicht irritiert gewahr wird. Sprechende Tiere, Könige, Ritter und Prinzessinnen sind zwar wieder zu Gange, aber diesmal leicht aus der Kurve getragen.

Die angenommene Moral von der Geschichte stellt sich so einfach nicht her. Eine neue Perspektive ist aber auch nicht gleich auszumachen. Ist das Ganze vielleicht nur ein Witz, der sich selbst genügt –, und damit schon großes Vergnügen?

Am Samstag, 22. August, um 17 Uhr und am Sonntag, 23. August, um 17 Uhr steht im Foyer des Großen Hauses alles im Zeichen einer „Liason Amoureuse“. Als die Schauspielerin Eva-Maria Hagen im Jahre 2013 ein Büchlein über ihre Liebesbeziehung zu Peter Hacks veröffentlicht, ist er bereits zehn Jahre tot und die Affäre 50 Jahre her.

Inspiriert worden ist Eva-Maria Hagen zu dem Titel ihrer Veröffentlichung von den berühmten „Gefährlichen Liebschaften“ des Franzosen de Laclos, der 1782 mit diesem Briefroman einen enormen Skandalerfolg landete. Es lesen Beate Kurecki und Johannes Richard Voelkel. Musikalisch begleitet werden sie von Martin K. Ludwig.

Gespräch über Goethe

„Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe“ hört das Publikum am Samstag, 29. August, um 17 Uhr und am 30. August, ebenfalls um 17 Uhr, auf der Terrasse im Theaterpark. An über 200 deutschen Bühnen und in über 25 Ländern wurde dieses erfolgreichste Stück von Peter Hacks gespielt.

Heldin und einzig auftretende Figur des Schauspiels ist die Weimarer Hofdame Charlotte von Stein. Sie pflegte über zehn Jahre ein Verhältnis zu Goethe, das bis heute Anlass zu allerhand Spekulationen gibt.

Aus dem noch ungehobelten Wildfang und Bürgerschreck Johann Wolfgang von Goethe wollte sie die respektable Erscheinung eines Mannes von Stand formen. „Er war ein Lump; ich erzog ihn; jetzt haben wir einen erzogenen Lumpen: ein Genie“, will sie sich und die Welt glauben machen.

Der störrische Zögling hingegen lebt und liebt sein unabhängiges Dichterleben. Inspiration, Muse, Freundin und mütterliche Ratgeberin ist ihm die sieben Jahre ältere, unglücklich verheiratete Adlige allemal.

Aber lebbare Leidenschaft und körperliche Liebe erfüllen sich für den vielleicht größten aller deutschen Schriftsteller dann doch in anderen Verhältnissen.

Charlotte von Stein muss dem zähneknirschend Rechnung tragen und aus dem schließlich geplatzten Happy End eine Erzählung stricken, mit der sie ihr Gesicht wahren kann.

Vergnügliche Literatur

Wie grandios sich diese intelligente, beherrschte Frau mit raffinierten Winkelzügen beschwichtigt, um aus ihrer Liebesenttäuschung wenigstens noch eine Chronique scandaleuse zu machen, das ist Lebenskunde pur – und ein großes Theatervergnügen. Aus dem Stück liest die Schauspielerin Rita Feldmeier, die musikalische Begleitung zum unterhaltsamen Abend liefert Martin K. Ludwig.

Karten für die Veranstaltungen gibt es unter anderem auf www.brandenburgertheater.de

Von MAZ

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