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Brandenburg/Havel Brennnesseln verraten illegale Schmuddelecke
Lokales Brandenburg/Havel Brennnesseln verraten illegale Schmuddelecke
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12:45 10.11.2016
Lothar Greinke lässt die Steinberger Schmuddelecke beseitigen.
Lothar Greinke lässt die Steinberger Schmuddelecke beseitigen. Quelle: BÜR
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Steinberg

Brennnesseln unter Nadelbäumen kommen schon mal vor. Doch an diesem Waldrand bei Steinberg hat das besonders massive Auftauchen der Allerweltspflanze keine natürlichen Gründe. Als Indikator für nährstoffreichen Boden zeigt die Brennnessel menschliche Umweltsünden im Untergrund an. Rund 50 Kubikmeter illegal abgekippte Grünabfälle haben sich über die Jahre am östlichen Ortsrand von Steinberg angesammelt. Zum Teil vermischt mit Pflanztöpfen, Folienresten, Ziegelbrocken und Hausasche.

In dieser Woche rückte die Forstbehörde in Absprache mit dem Waldeigentümer dem zugewucherten Abfallberg mit einem Radlader und Containern zu Leibe. „Die Leute sollten endlich begreifen, dass Gartenabfälle und Grünschnitt nicht in den Wald oder in die offenen Landschaft gehören“, sagte Revierförster Lothar Greinke. Die illegalen Ablagerungen stören bei ihrer Verrottung den natürlichen Nährstoffkreislauf. Pilzkrankheiten können auf Waldbäume übertragen werden. Fremde Arten machen sich breit.

Die Abfallrotte wird zunächst in einen Container gekippt und dann zu einer Kompostieranlage gefahren. Quelle: Frank Bürstenbinder

Mit drei Waldarbeitern war der Revierförster bei Steinberg im Einsatz. Frank Neumann, Rainer Holzapfel und Günter Egide sammelten den vom Radlader freigelegten Müll ab, darunter war auch ein Fahrzeugreifen. Die Erdstoffe werden vom kreiseigenen Abfallwirtschaftsbetrieb APM an eine Kompostieranlage übergeben. Die Kosten der Aktion muss am Ende die Allgemeinheit über die Müllgebühren tragen. Eine ähnliche Säuberung fand bereits vergangene Woche in der Gemarkung Wusterwitz statt. Weitere großflächige Schmuddelecken gibt es noch bei Bücknitz und Wenzlow, weiß Revierförster Greinke zu berichten.

Nur mit einem Radlader lässt sich die Abfallmenge bewältigen. Quelle: Frank Bürstenbinder

Mit einem landesweiten Aktionstag hatte bereits der Landesbetrieb Forst auf die Probleme mit der illegalen Entsorgung von Gartenabfällen im Wald aufmerksam gemacht. In Potsdam-Mittelmark gibt es eine seit 1998 flächendeckend eingeführte Grünabfallsammlung. Wer keine Kompostiermöglichkeit besitzt, kann Laub, Rasenschnitt, Unkräuter, Zierpflanzen und Grasnarben über 100-Liter-Säcke der APM GmbH entsorgen. Es gibt auch Bio- und Komposttonnen. 2014 wurden im Kreis fast 100 Tonnen illegale organische Abfälle registriert – Tendenz steigend.

Von Frank Bürstenbinder