Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Dr. Faust kann alles selbst
Lokales Brandenburg/Havel Dr. Faust kann alles selbst
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:42 27.01.2019
In einer rasanten Ein-Frau+Puppen-Voll-Playback-Show wechselt Bridge Markland ständig zwischen Mephisto, Faust und Gretchen. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Es ist einfach unglaublich! Die Schauspielerin Bridge Markland verkörpert alle Rollen in dem Klassiker „Faust I“ von Johann Wolfgang von Goethe. In rasantem Wechsel stellt sie Heinrich Faust, Mephisto und Gretchen dar. Unterstützt wird sie dabei von Handpuppen. Sogar der Pudel fehlte nicht, auch wenn der Plüschhund eher wie ein Foxterrier aussah. Bridge Markland gibt sich ganz und gar ihrer jeweiligen Rolle hin. Gestik, Mimik und ihre Bewegungen treffen genau die jeweilige Stimmung

Sie ist eine zierliche, schlanke Person und betritt ganz in schwarz gekleidet die Bühne. Sie hat eine Glatze mit rotblond schimmerndem Flaum. Ist es ein Mann? Ist es eine Frau? Schwer zu sagen. Vom Körperbau her und ihrer Grazie könnte es eine Frau sein. Doch das weiß geschminkte Gesicht ist markant und könnte zu einem Mann passen. Sich selbst bezeichnet Bridge Markland als queer – als abweichend von der Norm.

Queer – in positivem Sinn, kann man sowohl ihr Spiel als auch das Programm „Faust in the box“ bezeichnen, das sie zusammengestellt hat. Mit Goethes Originaltexten der Schlüsselszenen aus dem ersten Teil des Faust erzählt sie die Geschichte des Gelehrten Heinrich Faust, der, des Lebens überdrüssig, sein Schicksal beklagt. „Da steh ich nun ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor.“ Trotz aller Studien habe er das Geheimnis der Natur nicht entschlüsseln können. „I can‘t get no satisfaction“ wummert da der Rolling-Stones-Titel aus den Lautsprechern.

Zwei Jahre lang hat Bridge Markland an diesem Faust-Programm von Lebensüberdruss, Sehnsucht, Liebe, Sünde und Schuld gearbeitet. Einhundert Musiktitel ergänzen die klassischen Szenen aus dem Faust. „Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft. Ich bin der Geist, der stets verneint“, sagt Mephisto und dazu erklingt „The Devil in your Eyes“ („der Teufel/das Teuflische in deinen Augen“).

„Pretty Woman“ spielt die Musik und nahezu jeder spürt sofort den verführerischen Zauber, der eine schöne Frau umschwebt, wie in dem gleichnamigen Film, in dem es um die Liebe zwischen zwei Menschen geht, die aus ganz unterschiedlichen Lebenswelten stammen. Und die Zuschauer spüren: Aha, das also ist das Gefühl, das Faust bei seiner ersten Begegnung mit Gretchen empfunden hat.

Eingebettet in die Musiktitel von heute wirkt die Tragödie plötzlich nicht mehr angestaubt, sondern sehr lebendig und aktuell. Hat Goethe seinen Faust, an dem er sechzig Jahre lang gearbeitet hat, als „summa summarum meines Lebens“ bezeichnet, so könnte man die von Bridge Markland geschaffene Version mit Musik als „Vermählung der Klassik mit der modernen Lebenswelt“ beschreiben. Das Faszinierende daran ist, dass die Musik uns Heutigen dabei hilft die Gefühle nachzuempfinden, die die Personen in der Faust-Tragödie umtreiben.

Bridge Markland spricht in der gesamten Inszenierung kein einziges Wort. Alle Faust-Texte werden von Schauspielern gesprochen und von einer CD eingespielt (Mephisto: Thomas Nicolai; Faust: Ingo Volkmer; Gretchen: Heike Ulbrich und andere). Einfach toll!

Von Ann Brünink

Noch ein Jahr Planen, dann könnte die Mega-Fernwärmeleitung von Premnitz nach Brandenburg an der Havel kommen. Die Landesregierung winkt mit vielen Millionen Förder-Euros.

27.01.2019

Der erste Schnee ist da und die Brandenburger haben ihn am Freitagmorgen begrüßt. Während die einen viel Arbeit haben, genießen gerade die Kinder die weiße Pracht.

28.01.2019

Das tiefe Loch nach dem grandiosen Sieg in der Bürgerbefragung zum Packhof: Nur mühsam krabbelt die Bürgerinitiative da wieder raus. Für Elan, bei der Kommunalwahl anzutreten, reicht die Traute nicht.

25.01.2019