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Brandenburg/Havel Brückensperrung: Was wird nun aus der Tram-Linie 2?
Lokales Brandenburg/Havel Brückensperrung: Was wird nun aus der Tram-Linie 2?
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17:45 13.12.2019
Die Brücke de 20. Jahrestages ist nicht nur von Autos und Lastwagen, sondern auch von Straßenbahnen auf unbestimmte Zeit befreit. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Was wird aus der Straßenbahnlinie 2? Nichts bewegt die Brandenburger derzeit so sehr wie die marode Infrastruktur mit der erst vor einer guten Woche gesperrten Brücke der Bundesstraße 1 „20. Jahrestag“, die über der Bundesstraße 102 verläuft, also einer der wichtigsten Verkehrsknoten in der Stadt ist.

Öffi-Fahrgäste leiden auch unter Sperrung

Davon betroffen sind auch die Verkehrsbetriebe und vor allem die Fahrgäste der Linie 2, die sich wohl über Jahre hinweg mit anderen öffentlichen Nahverkehrsverbindungen behelfen müssen. In der von der MAZ Brandenburg ins Leben gerufenen Facebook-Gruppe „Alles zur Sperrung der Brücke am Altstadt-Bahnhof in Brandenburg sind die Meinungen verschieden.

Vorschlag für ebenerdige Kreuzung

Martin-Roger Jones schreibt: „Wenn man jetzt einen Neubau plant, dann sollte man auch darüber nachdenken, ob es nicht eine ebenerdige Kreuzung mit dem Zentrumsring und der Bummelbahn nach Rathenow auch tut und das Gelände des alten Altstadtbahnhofs beräumt werden kann. In jedem Fall müsste auch schnell entschieden werden, ob man in Zukunft noch eine Straßenbahn Richtung Quenzbrücke benötigt. Falls nicht, würde es sicher auch schneller und billiger beim Neubau gehen.“

Früher Zehntausende Fahrgäste am Tag

Mit Werbung zur Billard-Europameisterschaft 2019 sind die VBBr-Straßenbahnen auf der Linie 2 gefahren. Quelle: Rüdiger Böhme

Gunter Dörhöfer meint: „Könnte man das große Malheur nicht auch als große Chance begreifen, sich vertiefte Gedanken zum Gesamtkonzept des ÖPNV und des Individualverkehrs zu machen? Man könnte das Umfeld des jetzigen Brückenstandorts zu einem intelligenten Verknüpfungspunkt im ÖPNV entwickeln, der den modernen Anforderungen besser Rechnung trägt als ein wiederhergestelltes Brückenmonstrum. Der stillgelegte Straßenbahnstummel könnte dann eventuell entfallen.“

Heiner Dröse erinnert daran, dass die Brücke gebaut wurde als noch ganz andere Menschenmassen in vier Schichten ins Stahl- und Walzwerk transportiert werden mussten.

Diskussion über einen Kreisverkehr

Die Nutzerin „Mai Thei“ schlägt ein Verlängern der Buslinie L von der Dreifertstraße zur Quenzbrücke mit Anschluss zur Buslinie E vor.

Marius Krohn fragt auf Facebook: „Darf man das Wort ,Kreisverkehr’ sagen, oder kommt man dann auf den Scheiterhaufen?“ So wie er diskutieren mehrere Brandenburger – statt eines Neubaus der Brücke ein Kreuzen der beiden Bundesstraßen auf einer Ebene, das Verteilen des Verkehrs erfolgt über den Kreisverkehr. Mit einem Bahnübergang müsste das Passieren der ODEG-Züge nach Rathenow ermöglicht werden. Ein Integrieren der Straßenbahn in den Kreisverkehr wäre allerdings kaum möglich.

Doch es gibt auch Anhänger der Straßenbahn. Wie Martina Heidergott schreiben einige „Ja, die Tram fehlt“.

Scheller: Tram ist unser E-Mobil

Dieser Meinung ist auch Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU), er will nicht an der Existenzberechtigung für die Straßenbahn rütteln und zählt eine ganze Liste von Pro-Argumenten auf: „Die ,2’ ist eine allseits akzeptierte Linie. Es gäbe auch kaum Alternativen für sie, etwa mit dem Bus. Da können wir beispielsweise nicht durch die Thüringer Straße fahren. Auch die Linie ,L’ bietet über die Klingenberg- und die Friedrich-Engels-Straße keine ausreichende Anbindung für die Wohngebiete.“

Die elektrisch betriebene Straßenbahn sei der Beitrag der Stadt zur Elektromobilität. Und zwar so lange, bis beispielsweise Elektrobusse zu vertretbaren Kosten und betriebssicher eine Alternative böten.

Unterhaltungsaufwand würde viel zu groß

Würde man die Linie 2 aufgeben, gerate das System Straßenbahn in der Stadt ins Wanken. „Wenn die Verkehrsbetriebe Brandenburg insgesamt weniger Fahrkilometer absolvieren, würde der Unterhaltungsaufwand für die verbleibenden Strecken überproportional steigen. Das wäre dann nicht mehr wirtschaftlich“, gibt Scheller zu bedenken. Wird allerdings eine neue Brücke gebaut, wäre die Stadt anteilig mit fünf Millionen an den Kosten für Tram-Gleis, Geh- und Radwege dabei.

Appell an Bund und Land

Der Oberbürgermeister präsentiert am Mittwoch den Stadtverordneten eine Beschlussvorlage unter dem Titel „Brücken bauen BRB. Das ist ein Appell an Bund und Land, sich verstärkt und schnell um die Infrastruktur in der Stadt zu kümmern. Dieser Appell soll möglichst von allen Fraktionen mitgetragen werden. In die Vorlage will Scheller auch noch einmal ausdrücklich das Bekenntnis zur Straßenbahn formulieren. Das hatten die Volksvertreter bereits im Februar 2018 abgegeben, als sie zustimmten, dass die VBBr zehn neue Straßenbahnen für 28 Millionen Euro bestellen dürfen.

Die MAZ hat auf Facebook ein Forum zum Thema ins Leben gerufen. Dort wird rund um die Brücke diskutiert. Sie, liebe Leser, finden die Gruppe unter ihrem Namen „Alles zur Sperrung der Brücke am Altstadt-Bahnhof in Brandenburg.

Von André Wirsing

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