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Brandenburg/Havel Büro Krekeler gewinnt Wettbewerb für Kirchenkreiszentrum
Lokales Brandenburg/Havel Büro Krekeler gewinnt Wettbewerb für Kirchenkreiszentrum
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16:16 14.10.2019
Der Siegerentwurf des Brandenburger Architekturbüros Krekeler für das Kirchenkreiszentrum in Lehnin. Quelle: Marion von Imhoff
Lehnin

Der Evangelische Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg hat den einen Architekturwettbewerb für das geplante Kirchenkreiszentrum in Lehnin ausgelobt. Umgesetzt wird er als Anbau des bisherigen Gemeindehauses der St. Marien-Klosterkirchengemeinde in der Goethestraße 14.

Eine Jury hat am 8. Oktober aus den sieben eingereichten Vorschlägen den Siegerentwurf gekürt. Er stammt vom Architekturbüro Krekeler in Brandenburg. Gebaut werden soll bis 2022 auf dem 1828 Quadratmeter großem Grundstück. Entstehen werden 570 Quadratmeter Nutzfläche auf zwei Etagen, die Investitionssumme liegt bei 2,3 Millionen Euro.

Das Kirchenkreiszentrum inspirierte sieben Architekturbüros, sich beim ausgeschriebenen Wettbewerb zu beteiligen. Entstanden sind völlig unterschiedliche Entwürfe.

Ob dieser Entwurf nun realisiert wird, entscheidet die Herbstsynode am 16. November. Sollte die Synode grünes Licht geben, kann der Kirchenkreis Mitte 2020 den Bauantrag stellen. Bei Baustart im Frühjahr 2021 wäre eine Fertigstellung 2022 möglich. Das teilt die Diplom-Ingenieurin und Baupflegerin des Kirchenkreises, Andrea Molkenthin, mit.

Preisgeld für den Sieger: 9000 Euro

Superintendent Thomas Wisch präsentierte mit Präses Stefan Köhler-Apel und Baupflegerin Andrea Molkenthin am Mittwochabend der MAZ den Siegerentwurf. Zugleich lädt der Kirchenkreis zu einer viertägigen öffentlichen Ausstellung aller Entwürfe ein, deren Eröffnung am Mittwoch gefeiert wird. Der erste Platz umfasst ein Preisgeld von 9000 Euro. Der zweitplatzierte Entwurf des Büros Hertzberg-Weber in Potsdam erhält 6000 Euro.

Superintendent Thomas Wisch, Präses Stefan Köhler-Apel, Landessynodaler Ronald Andersen und Baupflegerin Andrea Molkenthin (v.l.) vor dem bisherigen Gemeindehaus der Lehniner Ortskirche in der Goethestraße. Quelle: Marion von Imhoff

Ausstellung zum Architektenwettbewerb

Der Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg lädt alle interessierten Gemeindeglieder und Bürger ein, die Wettbewerbsentwürfe zu besichtigen.

Die Ausstellungseröffnung ist am Mittwoch, 16. Oktober, um 17 Uhr in der Goethestraße 14 in Lehnin. Geöffnet ist die Ausstellung am 17., 18., 21. und 22. Oktober jeweils von 13 bis 16 Uhr.

Die grundlegenden Beschlüsse, ein Zentrum zu schaffen, wurden auf der Herbstsynode 2017 gefasst.„Ziel ist es, dem Kirchenkreis eine Adresse zu geben“, sagt Superintendent Thomas Wisch. „Es ist ein großer Flächenkirchenkreis mit 31 Pfarrbereichen und 80 Mitarbeitenden.“ 30.000 Gemeindeglieder leben im Kirchenkreis, der von Päwesin bis Groß Marzehns und Plaue bis Saarmund reicht. Dazu gehören auch die Städte Brandenburg und Werder.

Längstens in 45 Minuten erreichbar

Die Superintendentur zieht sich vom Stiftsgelände zurück und überlässt das Gebäude der Ortskirchengemeinde, die ohnehin dort Eigentümer ist. Dort war die Superintendentur bisher Mieter. Das bisherige Gemeindehaus erwirbt der Kirchenkreis über Erbbaupacht.

Eine Supturwohnung gibt das Raumkonzept in der Goethestraße 14 nicht her. Wisch, Ehemann der Lehniner Pfarrerin Almuth Wisch, wird weiterhin mit seiner Familie in der bisherigen Suptur auf dem Stiftsgelände leben.

Lehnin ist bei der Fusion unstrittig festgelegt worden als Zentrum, weil es am zentralsten erreichbar ist.“ In längstens 45 Minuten ist es von allen Orten im Kirchenkreis zu erreichen. Das Zentrum sei nun das Gesicht des Kirchenkreises, ein Ort, „an dem ausgebildet und sich getroffen wird“.

Neben dem Sitz der Superintendentur werden auch die Geschäftsführerräume des Diakonischen Werkes Potsdam-Mittelmark als Mieter dort Heimat finden. Bisher waren diese in Bad Belzig, wo aber Räume verbleiben werden.

Niedrigenergie-Haus mit Erdwärme

Gebaut werden soll ein Niedrigenergie-Haus, versorgt mit Erdwärme. Dadurch seien die Baukosten höher, der Spareffekt werde sich später zeigen, so der Präses: „Bewahre die Schöpfung! Wenn wir heute bauen, können wir gar nicht anders als einen möglichst geringen ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen.“

Im Gespräch war auch ein Neubau auf dem Stiftsgelände. Doch wegen des feuchten Baugrunds wurde das verworfen. „Der Wettbewerb war anonym, wir wussten vorher nicht, wer sich hinter den Entwürfen verbirgt. Das war ganz wichtig“, so Wisch.

Sieben Architekturbüros haben binnen sieben Wochen bis zum 5. September „in einem atemberaubenden Tempo“ Entwürfe eingereicht, so Wisch. „Es sind durchweg sehr gute Arbeiten abgegeben worden, die allesamt ihren eigenen Charme haben.“ Besetzt war die Jury mit drei Mitgliedern der Landesarchitektenkammer, der Architektin Annette Homann vom Bauamt der Landeskirche und Andrea Molkenthin.

Holzfassade mit Eingangshof

„Der Siegerentwurf passt zu uns als ländlicher Kirchenkreis und unseren Bedürfnissen“, betont der Superintendent. Der Entwurf mit einer Holzfassade zeichne sich besonders durch seinen einladenden Eingangsbereich aus.

„Wir wollen Transparenz und Nähe zu den Menschen. Das alte Gemeindehaus bleibt als Solitärgebäude erkennbar mit dem modernen Anbau, der Verwaltungs- und Versammlungsräume umfasst“, so Wisch. „Wir haben nun eine Mitte.“

„Es führt auch zu einer neuen Identifizierung mit dem Kirchenkreis“, so Andrea Molkenthin. Es sei auch die Aufwertung Lehnins in seiner zentralen Rolle für den Kirchenkreis. Zu lösen sei das Parkplatzproblem. An der Goethestraße liegt der Schulcampus sowie der ohnehin zu kleine Busbahnhof. „Wir sind dazu mit der Gemeindeverwaltung und dem Ortsbürgermeister im Gespräch“, so der Superintendent. „Wir müssen nun die Finanzierung hinkriegen.“

Zwei-Drittel der Baukosten muss der Kirchenkreis aufbringen, die restliche Summe soll über Fördermittel kommen. Der Haushalt des Kirchenkreises liegt 2019 mit Sach- und Personalkosten bei knapp 5,5 Millionen Euro. „Der Bau ist für uns gut finanzierbar“, so Köhler-Apel.

„Wir haben uns für einen Architekturwettbewerb entschieden, weil es ein öffentliches Gebäude ist und wir als Körperschaft des öffentlichen Rechts auch transparent handeln wollen“, sagt Wisch. „Es sollte einen fairen Wettbewerb geben mit Architekten aus der Region.“ Er sei begeistert von dem, was an Ideen eingereicht worden sei.

Von Marion von Imhoff

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