Bundestagswahl: Die Crux mit den Erst- und Zweitstimmen in Brandenburg an der Havel
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Brandenburg/Havel Bundestagswahl in Brandenburg an der Havel: Die Crux mit den Erst- und Zweitstimmen
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Bundestagswahl: Die Crux mit den Erst- und Zweitstimmen in Brandenburg an der Havel

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18:51 27.09.2021
Die detaillierten Wahlergebnisse liefern immer auch Stoff für Analysen.
Die detaillierten Wahlergebnisse liefern immer auch Stoff für Analysen. Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa
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Schaut man genauer auf das vorläufige Endergebnis der Bundestagswahl für die Stadt Brandenburg an der Havel, treten einige Auffälligkeiten zutage. Immerhin waren 65 Stimmbezirke und 16 Briefwahlbezirke allein in der Havelstadt auszuzählen.

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AfD gewinnt einen Bezirk

AfD-Bewerber Axel Brösicke konnte bei den Erststimmen lediglich einen einzigen Stimmbezirk gewinnen – nämlich im zur Altstadt gehörenden Bezirk 203. Hier lag er mit 99 Stimmen vorn, Zweite ist Sonja Eichwede (SPD) mit 94, Dritte Dietlind Tiemann (CDU) mit 84 Erststimmen. Bei den Zweitstimmen lag dann aber wieder die SPD mit 105:96 vorn.

Zudem schaffte es Brösicke in der Altstadt und in Hohenstücken, Dietlind Tiemann vom zweiten auf den dritten Platz zu verdrängen.

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Tiemann: Mehr Erst- als Zweitstimmen

Insgesamt fällt auf, dass Tiemann ungleich mehr Erst- als Zweitstimmen gezogen hat, bei der am Ende siegreichen Eichwede war es andersherum. Die SPD-Frau bekam beispielsweise im Briefwahlbezirk Neustadt IV 266 Erst- und 306 Zweitstimmen. Die CDU-Bewerberin bekam im selben Briefwahlbezirk 231 Erst-, aber nur 131 Zweitstimmen.

Bei Tiemann gab es keinen einzigen Stimmbezirk, in dem das Zweitstimmen- über dem Erststimmenergebnis gelegen hat. Am Bertolt-Brecht-Gymnasium beispielsweise lag die persönliche Zustimmung bei 142, die für die Partei bei 92 Stimmen, an der Musikschule Nord gab es 172 Erst-, aber nur 114 Zweitstimmen. Auch bei der Briefwahl gab es 2967 Erst-, aber nur 1819 Zweitstimmen für sie.

Eichwede: Mehr Zweit- als Erststimmen

Bei Eichwede ist es beinahe genau andersherum. In lediglich acht der 65 Stimm- und 16 Briefwahlbezirke lag die persönliche Zustimmung durch die Erststimme höher als die Parteipräferenz durch die Zweitstimme – allerdings immer nur geringfügig, um maximal elf Stimmen wie im Wahllokal Gotisches Haus mit 200:189. Insgesamt bekam die SPD 974 Stimmen mehr bei der Zweitstimme als bei der Erststimme für ihre Bewerberin.

Das dürfte den Eindruck ganz gut illustrieren, dass der bundesweite Trend der vergangenen Wochen die SPD-Kandidaten nach oben, die CDU-Kandidatin hingegen nach unten gezogen hat.

Viele ungültige Voten

Die meisten ungültigen Stimmen mit 31 (Erst- und Zweitstimmen zusammengerechnet) gab es übrigens im Stimmbezirk 312 im Bürgerhaus Schmerzke, bezogen auf die Stadtteile liegt die Neustadt ganz weit vorne. Hier gab es 153 ungültige Erst- und 148 ungültige Zweitstimmen – insgesamt also 301.

In der ganzen Stadt wurden durch Ungültig-Machen 1210 Stimmen verschenkt, 618 Erst- und 592 Zweitstimmen.

Von André Wirsing