Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Bunter Musikteller ohne Zuckerguss
Lokales Brandenburg/Havel Bunter Musikteller ohne Zuckerguss
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:28 22.12.2013
Zauberhaftes Weihnachtskonzert der Symphoniker mit der Prager Harfenistin Katerina Englichova.
Zauberhaftes Weihnachtskonzert der Symphoniker mit der Prager Harfenistin Katerina Englichova. Quelle: MALO
Anzeige
Brandenburg/h.

Sie bedankten sich für den bunten Musikteller, der ohne dicken Puderzuckerguss aufgetischt wurde, mit langem Beifall. Chefdirigent Michael Helmrath stellte ein Programm zusammen mit Musik der Barockzeit, der Vorklassik und des französischen Impressionismus.

Zwei Werke der Bach-Söhne, die in der Wahrnehmung ein wenig im Schatten des älteren Bruders Carl Philipp Emanuel stehen, wurden vorgestellt: Sinfonien von Johann Christoph Friedrich, der Kammermusiker am Hof des Grafen von Schaumburg-Lippe in Bückeburg war, sowie von Johann Christian, der in London wirkte. Beide schrieben konzentrierte, auch formal farbige Musik, die von den musikalischen Idealen der Empfindsamkeit gekennzeichnet ist.

Die Sätze der Sinfonie d-Moll von Johann Christoph Friedrich Bach und der Sinfonie op. 18 Nr. 6 von Johann Christian Bach, erfreuen besonders durch ihre feine melodische Invention. Zwar hört man hin und wieder energische Töne, doch die große Geste war nicht beider Terrain, sondern das Intime, das Weiche. Die Brandenburger Symphoniker, die auf ihren Streichinstrumenten so wenig wie möglich ohne Vibrato musizierten, spielten beide Sinfonien leicht und fließend, plastisch und klar.

Georg Friedrich Händels Oratorium "Der Messias" genießt nach wie vor große Popularität. Der Melodienreichtum des Werkes offenbarte sich bereits in der gravitätischen Sinfonia und vor allem in der empfindsam-frohen Hirtenmusik Pifa, die mit Strahlkraft und Geschmeidigkeit von den Symphonikern präsentiert wurden. Eine schöne Übereinstimmung zwischen Helmrath, dem Orchester und der Solistin Katerina Englichova aus Prag herrschte bei Händels Harfenkonzert in B-Dur. Es erstaunte, welch klangliches Volumen die Harfenistin auf ihrem Instrument bereithielt. In allen drei Sätzen war die beeindruckende Geläufigkeit von Katerina Englichova stets präsent. Zusammen mit dem Dirigenten disponierte sie die Tempi klug und tappte damit nicht in die Falle, ihre figurative Kunst allzu offensichtlich in den Vordergrund zu stellen. Das Virtuose kam ohnehin zur Geltung.

Nach der Pause ging es zu Claude Debussy, dem Hauptvertreter des musikalischen Impressionismus. Seine Danses sacrée et profane für Harfe und Streichorchester von 1904 klingen insgesamt still und kontemplativ. Englichova fand durchweg subtil geformte Tönen, spielte sie aber mit Energie und Intensität. Manchmal hatte man den Eindruck als strich ein starker Wind die Saiten der Harfe. Die Streicher begleiteten angemessen. Danach widmete sich die Tschechin, die zu den bekanntesten Harfenistinnen unserer Zeit zählt, mit fülligem, hin und wieder auch silbrigem Klang dem Mondlicht in Debussys Claire de Lune, aus der Klaviersuite bergamasque.

Einen würdevoll-strahlenden Glanz verbreiteten Helmrath und die Symphoniker zum Schluss des Konzerts noch einmal mit der Choralbearbeitung "Jesus bleibet meine Freude" aus der Kantate Nr. 147"Herz und Mund und Tat und Leben" von Johann Sebastian Bach. Auch die Blechbläser waren am beeindruckenden Klangerlebnis nicht unwesentlich beteiligt.

Von Klaus Büstrin

Am 1. Weihnachtsfeiertag um 15 Uhr erklingt dieses Konzert noch einmal.

Brandenburg/Havel Mehr als 10.000 Besucher beim Brandenburger Weihnachtsmarkt - Der Budenzauber ist vorbei
22.12.2013
Polizei Brandenburg an der Havel: Polizeibericht vom 22. Dezember - Nachbar vertreibt Einbrecher
23.12.2013
Brandenburg/Havel Mehr Kinder als in anderen Regionen Deutschlands - Bei Babys ist Brandenburg beinahe spitze
20.12.2013