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Brandenburg/Havel Corona-Impfungen: Tiemann wirft Landesregierung Verfehlungen vor
Lokales Brandenburg/Havel

Corona-Impfungen: Tiemann wirft Landesregierung Verfehlungen vor

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09:56 13.01.2021
Impfen im Städtischen Klinikum Brandenburg: Chefarzt Mathias Sprenger bekommt die Spritze von Alexander Schmidtchen gesetzt. Quelle: Rüdiger Böhme
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Brandenburg/H

Die Bundestags-Abgeordnete Dietlind Tiemann (CDU) geht mit der Landesregierung hart ins Gericht: „Verschlafene Planungen und stures Festhalten an Vorgaben sowie mangelhafte Organisation im Land Brandenburg offenbaren das Impfdesaster im Land Brandenburg“, teilte Tiemann am Mittwoch mit.

Die Landesregierung habe früh genug gewusst, „dass ab Mitte Dezember 2020 der erste Impfstoff kommt und damit die Einrichtung von Impfzentren, die Bildung von mobilen Impfteams und die organisatorische Vorbereitung der notwendigen Unterlagen in den Senioren- und Pflegeheimen erfolgen muss“, heißt es in der Erklärung weiter.

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Erbost über verzögerte Starts

Landesweit seien „gerade erst drei Impfzentren offen“. Erbost zeigte sich die Brandenburger Politikerin darüber, dass sich in Ostprignitz-Ruppin und Brandenburg an der Havel die Starts der Impfzentren verzögern. „Von den zehn großen Altenheimen in Brandenburg an der Havel ist in drei Heimen das Impfen begonnen worden.“ Hier von fehlendem Impfstoff zu sprechen, sei unglaublich.

Am vergangenen Sonntag habe sie sich mit einem offenen Brief an das Gesundheitsministerium Brandenburg gewandt. Grund sei gewesen, den Kliniken zu gestatten, neben dem eigenen Personal zum Beispiel auch Feuerwehrleute und Polizisten impfen zu dürfen.

Mehr Impfdosen vorhanden

Ministerin Ursula Nonnemacher (Bündnisgrüne) habe ausgeführt, dass dem Land nicht genug Dosen zur Verfügung stünden und gemäß nationaler Impfstrategie auf die Impfzentren und mobilen Teams gesetzt würde. Aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Institut (RKI) belegten jedoch, dass mehr Impfdosen vorhanden seien, als das Land behauptet habe.

„Das ist eine Schutzbehauptung der Landesregierung“, sagte Tiemann. Und: „In Wirklichkeit soll von der verkorksten Planung der Landesregierung seit Veröffentlichung der nationalen Impfstrategie abgelenkt werden.“ Wie sonst sei es zu erklären, dass sich in dieser Woche die Meldungen häuften, die Impfzentren im Rest des Landes müssten ihre Eröffnung weiter nach hinten verschieben.

Tiemann: „Wenn es die Landesregierung nicht schafft, die Impfzentren rechtzeitig zu eröffnen, dann sollen die Menschen wenigstens die freien Kapazitäten der Kliniken nutzen dürfen.“ Das Städtische Klinikum Brandenburg zeigte sich bereit, diese Aufgabe zu übernehmen.

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Von MAZ