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Brandenburg/Havel Corona in Brandenburg an der Havel: Die wichtigsten Infos in Kürze
Lokales Brandenburg/Havel Corona in Brandenburg an der Havel: Die wichtigsten Infos in Kürze
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18:43 30.03.2020
Schild an der Einfahrt zum Johanniter-Krankenhaus in Treuenbrietzen. Quelle: Soeren Stache/dpa-Zentralbild
Brandenburg/H

Das Coronavirus breitet sich aus, die Fallzahlen steigen und die Maßnahmen werden strenger. Die Stadt Brandenburg reagiert mit verschiedenen Maßnahmen, doch die Nachrichtenlage ändert sich nahezu stündlich. Die wichtigsten Informationen für die Stadt finden Sie hier im Überblick.

Die Zahl der Fälle

In Brandenburg an der Havel gibt es aktuell 17 bestätigte Infektionen (Stand Montagnachmittag) mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV2.

>>LESEN SIE AUCH: Erster bestätigter Corona-Fall in der Havelstadt

Immer auf dem Laufenden

Die MAZ-Redaktion hat eine Facebook-Gruppe ins Leben gerufen, in der Informationen, Entwicklungen und Maßnahmen rund um die Corona-Pandemie in der Stadt gesammelt werden. Gleichzeitig soll die Gruppe einen geschützten Raum für Menschen zum Austausch und auch der gegenseitigen Information und Hilfe bieten. Wer in Sachen Corona auf dem Laufenden bleiben will, klickt hier.

Gilt es in Brandenburg eine Ausgangssperre?

Das Betreten öffentlicher Orte ist bis zum 5. April (24 Uhr) untersagt (Wege, Straßen, Plätze, Verkehrseinrichtungen, Grünanlagen und Parks). Es gibt aber Ausnahmen: Ausgenommen von dem Betretungsverbot ist der Weg zum Einkaufen, zur Arbeit, zum Arzt oder Tierarzt, zur Physio- oder Psychotherapie, zur Blutspende, zum Besuch von Lebenspartnern, Alten, Kranken oder Menschen mit Einschränkungen sowie zur Wahrnehmung des Sorgerechts im jeweiligen privaten Bereich und zur Begleitung von unterstützungsbedürftigen Personen und Minderjährigen. Außerdem darf man die Wohnung verlassen, um Sterbende zu begleiten oder um Beerdigungen im engsten Familienkreis beizuwohnen.

Spaziergänge und Sport (Joggen, Laufen), auch das Ausführen oder Versorgen von Tieren bleiben erlaubt. Ausnahmen gibt es auch für dringende Behördengänge oder Termine bei Notaren, Gerichten oder Rechtsanwälten. Man darf jedoch nur allein oder in Begleitung der eigenen Familie bzw. Haushaltsangehörigen auf die Straße oder in Begleitung einer nicht im Haushalt lebenden Person. Dabei ist ein Abstand von 1,5 Metern einzuhalten.

>> Große Unsicherheit bei Brandenburger Geschäftsleuten

Sind Veranstaltungen erlaubt?

Veranstaltungen – egal ob privat oder öffentlich – sind untersagt. Auch das Havelfest, das im Juni geplant war, ist natürlich betroffen. Es fällt aus. In Brandenburg an der Havel erlässt die Kommune ihre Allgemeinverfügungen wie zum Schließen des Theaters bis zum 31. Juli.

ARCHIV - Der deutsche Sänger Axel Bosse sollte beim Havelfest auftreten. Daraus wird nichts. Quelle: picture alliance / dpa

Dürfen Restaurants und Gaststätten öffnen?

Restaurants müssen schließen, dürfen aber noch Essen ausliefern oder ausgeben (z.B. Drive-in) Verkaufsstellen müssen schließen, das gilt jetzt auch für körpernahe Dienstleistungen (Frisör, Massage, Tattoostudio, Kosmetikstudio), bei denen die 1,5 Meter nicht eingehalten werden können. Handwerker sind von diesen Einschränkungen nicht betroffen, teilte die Staatskanzlei mit. Hotels oder Campingplätze dürfen Gäste nicht mehr zu touristischen Zwecken beherbergen. Ausnahmen gibt es für Dauercamper.

Kirche, Politik, Nachbarschaftshilfe

Der Superintendent des Kirchenkreises Mittelmark-Brandenburg ruft die Gläubigen zu Nachbarschaftshilfe auf. Aufgabe der Pfarrer sei es, nun Halt und Trost zu geben. Dafür gehen die Gemeinden in Corona-Zeiten ganz neue Wege. Welche das sind, lesen Sie hier.

Auch auf die Stadtpolitik hat die Coronakrise Auswirkungen. Die für den 25. März angesetzte SVV wurde abgesagt. Eilentscheidungen können OB Scheller und der SVV-Vorsitzende Walter Paaschen (CDU) treffen. Alles andere wird bis auf Weiteres vertagt. Hier lesen Sie einen Lagebericht aus dem Brandenburger Rathaus.

Nummern in der Coronakrise

Ausführliche Informationen zum Coronavirus und dem Geschehen weltweit bietet das Robert-Koch-Institut auf seiner Internetseite. Auch die Kassenärztliche Vereinigungen haben unter www.116117.de Erklärvideos und zentrale Fragen und Antworten zum Coronavirus zusammengestellt.

Telefon-Hotlines zum Coronavirus: Bürger, die Fragen zu den wegen des Coronavirus getroffenen Regelungen und deren Umsetzung haben, können sich beim Bürgertelefon des Gesundheitsministeriums Brandenburg unter der Telefonnummer 0331/86 83 777 Auskünfte holen. Für Unternehmer ist eine Hotline unter der Telefonnummer 0331/289 2888 geschaltet.

Für allgemeine Fragen gibt es Bürgertelefon des Bundes unter 030/346 465 100 (montags bis donnerstags 8 bis 18 Uhr, freitags 8 bis 12 Uhr). Die Unabhängige Patientenberatung ist erreichbar unter 0800/011 77 22. Beim Brandenburger Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) ist ein Bürgertelefon eingerichtet unter 0331/86 83-777 (montags bis freitags 9 bis 15 Uhr). Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice erreichbar per Fax: 030 340 60 66 – 07 oder E-Mail: info.gehoerlos@bmg.bund.de. Gebärdentelefon: www.gebaerdentelefon.de/bmg

Das ist zu tun im Krankheitsfall: Bewahren Sie die Ruhe und rufen Sie von zu Haus aus ihren Hausarzt an. Gehen Sie auf keinen Fall ohne telefonischen Kontakt in die Praxis und vermeiden Sie Kontakt mit anderen Menschen. Alternativ rufen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst an unter 116117.

Indes zeigt sich aktuell, dass die Leute füreinander da sein wollen. Beispiel Tabea Seeger: Sie hat die Facebook-Gruppe „Quarantänehilfe Brandenburg an der Havel gegründet und plant ein Netzwerk zur Unterstützung von Erkrankten, daheimgebliebenen Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen.

Auch die Brandenburgerin Katja Seidel hilft auf ihre eigene Weise: Sie will Kindern, Senioren und Betroffenen ein Lächeln schenken. Seidel häkelt Hunde, Hasen und Drachen.

Das städtische Klinikum

Noch muss das Städtische Klinikum Brandenburg keinen Corona-Patienten versorgen. Doch der Ansturm wird kommen, weiß Klinikchefin Gabriele Wolter. Mit 1000 Mitarbeitern ist sie wild entschlossen, der Krankheit die Stirn zu bieten. Wären da nicht immer neue Forderungen, Überraschungen und nicht zu erfüllende Erwartungen.

Bericht aus dem Medizinlabor: Das Gesundheitszentrum sendet Abstriche aus dem Rachen von verdächtigen Patienten in die Hochstraße. Die Experten dort haben der MAZ erklärt, was sie damit machen.

Corona-Sprechstunde am Gesundheitszentrum

Etwa 40 bestellte Patienten haben sich am ersten Tag, dem 16. März, im eigens eingerichteten Sprechzimmer im Gesundheitszentrum am Hauptbahnhof auf eine mögliche Ansteckung mit dem Corona-Virus hin testen lassen. Mehr zu der Anlaufstelle finden Sie hier.

Die Abklärungsstelle am Gesundheitszentrum hat Montagabend ihre Arbeit aufgenommen. Quelle: Rüdiger Böhme

Schulen und Kitas geschlossen

Bis einschließlich Sonntag, 19. April, findet an allen Schulen in Brandenburg kein Unterricht statt. Ebenfalls sind alle Kitas geschlossen. Der Schulbetrieb geht vielerorts virtuell weiter. Die Lehrer bleiben ebenso im Dienst wie die Schulsozialarbeiter. Für die Schüler sind sie per Telefon, E-Mail oder über Messenger-Dienste erreichbar. Über digitale Schulplattformen und andere Informationskanäle seien Fernunterricht und Hausaufgaben möglich.

Wer zu diesen Berufsgruppen gehört und Anspruch auf eine Notbetreuung hat, findet alle relevanten Informationen dazu auf der Internetseite der Stadt. Die Notbetreuung ist in den Einrichtungen inzwischen geregelt.

Innovativ geht die Oberschule Nord vor. Dort wird der Unterricht nun vollends digital. Dank des Pilotprojekts Schul-Cloud geht Lernen hier auch auf Distanz.

Wie verhält man sich korrekt?

Geschlossen, eingeschränkter Service, besondere Verhaltensregeln: In Brandenburg an der Havel stehen immer mehr Menschen vor verschlossenen Türen. Die MAZ hat sich in der Stadt umgesehen.

Und sonst?

Der in Brandenburg an der Havel lebende Schriftsteller Stephan Boden macht sich in seinem MAZ-Tagebuch so seine Gedanken über das Leben in Zeiten von Hamsterkäufen und Quarantäne. Lesen Sie hier Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6, Teil 7, Teil 8, Teil 9 und Teil 10 seiner launigen Beobachtungen im Stadtgebiet.

Von Philip Rißling

Das Leben in Zeiten vom Coronavirus: Der in Brandenburg an der Havel lebende Schriftsteller Stephan Boden macht sich so seine Gedanken über die immer zahlreicheren Einschränkungen im Alltag. Teil 12

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