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Brandenburg/Havel Corona in Brandenburg an der Havel: Die wichtigsten Infos in Kürze
Lokales Brandenburg/Havel Corona in Brandenburg an der Havel: Die wichtigsten Infos in Kürze
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15:50 20.05.2020
Schild an der Einfahrt zum Johanniter-Krankenhaus in Treuenbrietzen. Quelle: Soeren Stache/dpa-Zentralbild
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Brandenburg/H

Das Coronavirus breitet sich aus, die Fallzahlen steigen. Die Stadt Brandenburg reagiert mit verschiedenen Maßnahmen, doch die Nachrichtenlage ändert sich permanent. Die wichtigsten Informationen für die Stadt finden Sie hier im Überblick.

Die Zahl der Fälle

In Brandenburg an der Havel gibt es aktuell 60 bestätigte Infektionen (Stand: Mittwoch, 20. Mai) mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV2. 54 Menschen gelten als genesen. 41 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne.

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Immer auf dem Laufenden

Die MAZ-Redaktion hat eine Facebook-Gruppe ins Leben gerufen, in der Informationen, Entwicklungen und Maßnahmen rund um die Corona-Pandemie in der Stadt gesammelt werden. Gleichzeitig soll die Gruppe einen geschützten Raum für Menschen zum Austausch und auch der gegenseitigen Information und Hilfe bieten. Wer in Sachen Corona auf dem Laufenden bleiben will, klickt hier.

>>LESEN SIE AUCH: Erster bestätigter Corona-Fall in der Havelstadt

Die Landesregierung hat am Mittwoch, 6. Mai, stufenweise Erleichterungen bei den Beschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus bekannt gegeben.

In einer Videokonferenz der Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den 16 Ministerpräsidenten wurde am 6. Mai beschlossen, dass die Landesregierungen von nun an auf regionale Entwicklungen eingehen und somit pro Bundesland individuelle Lockerungen oder Beschränkungen festlegen können.

Als Regelungsinstrument gilt jedoch bundesweit, dass das Infektionsgeschehen auf Landkreis-/Stadtebene genau verfolgt wird und nicht 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der letzten sieben Tage übersteigen darf. Das heißt, dass in der Stadt Brandenburg maximal 36 Neuinfektionen innerhalb der letzten sieben Tage auftreten dürfen (derzeitiger Stand: drei Neuinfektionen vom 29. April bis 6. Mai). Sollte diese Grenze überschritten werden, müssen lokal wieder strengere Maßnahmen zur Eindämmung des Virus greifen.

Was ändert sich nun konkret?

Ab Samstag, 9. Mai, werden

– die Spielplätze wieder geöffnet.

– werden die bisherigen Kontaktbeschränkungen auf die häusliche Gemeinschaft bzw. eine andere Person geändert. Vorgesehen ist, dass sich nun zwei Hausstände treffen können.

– wird die Verkaufsbeschränkung von 800 Quadratmetern Verkaufsfläche aufgehoben.

Ab Montag, 11. Mai,

– sind, unter Einhaltung der Hygieneauflagen, körpernahe Dienstleistungen, wie z. B. Fußpflege oder Kosmetik, wieder gestattet, auch wenn es sich um medizinisch nicht notwendige Behandlungen handelt.

entfallen die vorübergehend geschaffenen Möglichkeiten zum Verkauf an Sonn- und Feiertagen.

Ab Freitag, 15. Mai,

– können Restaurants, Cafés und Kneipen unter Auflagen wieder öffnen. Zu den Auflagen gehören Abstandsregeln, Zugangsbeschränkungen und eingeschränkte Öffnungszeiten.

sind Dauercamping und Wohnmobilcamping wieder möglich, sofern ein autarkes Sanitärsystem gewährleistet ist.

– können Außen-Sportanlagen wieder öffnen. Das gilt zum Beispiel für Marinas und Bootsverleih oder den Flugsport.

– kann der Trainingsbetrieb in Sportvereinen ohne Wettkämpfe wiederaufgenommen werden. Das Training soll möglichst kontaktlos erfolgen. Zu Wettkämpfen wie zum Beispiel Fußball gibt es noch keine Festlegungen.

Ab Montag, 25. Mai,

– soll die touristische Vermietung wieder ermöglicht werden, so zum Beispiel in Hotels und Ferienwohnungen. Dies soll auch für das normale Camping gelten.

Für Verkaufsstellen des Einzelhandels wird klargestellt, dass die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung nicht für Beschäftigte gilt, die keinen Kundenkontakt haben oder wenn bei Kundenkontakt durch andere Vorrichtungen ein ausreichender Schutz gewährleistet werden kann.

Wofür noch keine konkreten Aussagen getroffen werden

In die neue Verordnung werden weitere Erleichterungen aufgenommen, zu denen heute jedoch noch keine festen Termine genannt werden können:

– Einzelunterricht an Musikschulen einschließlich des Einzelunterrichts von selbständigen Musikpädagogen in Wohn- und Arbeitsräumen soll wieder möglich sein.

– Alle Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe können wieder öffnen, es sei denn, das zuständige Jugendamt widerspricht. Dies gilt jedoch nicht für die normale Krippen- und Kitabetreuung.

– In Werkstätten für Menschen mit Behinderungen sollen Möglichkeiten der Beschäftigung geschaffen werden.

– Die Besuchsmöglichkeiten von mit der Seelsorge betrauten Personen werden wieder stets zugelassen, gegebenenfalls unter Auferlegung erforderlicher Verhaltensmaßregeln.

– Die Ausnahmen zum Kontakt- und Betretungsverbot werden um Außenaktivitäten und nachbarschaftlich organisierte Aufsichten über Kinder im Alter bis zum 14. Lebensjahr erweitert.

– Besuche in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Senioren- oder Behinderteneinrichtungen sollen erleichtert werden.

– Der Betrieb von Autokinos soll künftig möglich sein.

Auch Gottesdienste wieder erlaubt

Seit 4. Mai sind laut Änderung der Eindämmungsverordnung vom 24. April auch wieder Gottesdienste mit maximal 50 Teilnehmenden erlaubt. Veranstalter müssen jedoch sicherstellen, dass die Hygienestandards beachtet und eingehalten werden. Bis zu 50 Personen dürfen auch an nichtreligiösen Bestattungen teilnehmen und bei Trauerfeiern im privaten und familiären Bereich sind bis zu 20 Personen erlaubt.

>> Große Unsicherheit bei Brandenburger Geschäftsleuten

Muss ich eine Maske tragen?

Am 24. April beschloss Brandenburgs Landesregierung eine Änderung der Eindämmungsverordnung. Demnach gilt seit Montag, 27. April, für alle Personen ab sechs Jahren eine Pflicht zum Mund-Nasenschutz im Öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel. Wortwörtlich heißt es in der Verordnung: „Die Mund-Nasen-Bedeckung muss aufgrund ihrer BeschafWfenheit geeignet sein, eine Ausbreitung von übertragungsfähigen Tröpfchenpartikeln beim Husten, Niesen, Sprechen oder Atmen zu verringern, unabhängig von einer Kennzeichnung oder zertifizierten Schutzkategorie.“ Menschen mit Behinderungen und diejenigen Personen mit entsprechenden gesundheitlichen Gründen müssen nur dann eine Nase-Mund-Abdeckung tragen, wenn sie dazu in der Lage sind.

Sind Veranstaltungen erlaubt?

Veranstaltungen, ob privat oder öffentlich, sind untersagt. Auch das im Juni geplante Havelfest fällt aus. Die Allgemeinverfügung der Stadt Brandenburg dazu gilt bis 31. Juli.

Axel Bosse sollte beim Havelfest auftreten. Daraus wird nichts. Quelle: picture alliance / dpa

Dürfen Restaurants, Friseure, Geschäfte und Zoos öffnen?

Während der Corona-Krise bleibt der Einkauf für den täglichen Bedarf stets gewährleistet. Ausgenommen vom Schließungsgebot waren deshalb bereits der Lebensmitteleinzelhandel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, Reinigungen, Waschsalons, Zeitungsverkauf, Bau- und Gartenmärkte, Tierbedarfshandel und der Großhandel. Dies gilt auch für Dienstleister im medizinischen- und Gesundheitsbereich und sonstige helfende Berufe, insbesondere Arztpraxen und Krankenhäuser.

Seit Mittwoch, 22. April, dürfen in Brandenburg zudem wieder Geschäfte öffnen – allerdings nur Läden mit einer Verkaufsfläche bis zu 800 Quadratmetern und mit begrenzter Kundenzahl. Auch hier müssen Abstandsregeln und Hygienestandards eingehalten werden. Einkaufszentren dürfen ebenfalls öffnen. Die Maximalgröße von 800 Quadratmetern bezieht sich nämlich nur auf die einzelnen Läden in einer Mall. Das Center-Management muss aber den Einlass steuern und Warteschlangen verhindern. Unabhängig von der Größe dürfen Auto-, Fahrrad- und Buchhändler öffnen.

Auch Bibliotheken und Archive können seit 22. April wieder öffnen. Das Gleiche gilt für Galerien, Museen und Ausstellungsräume. Theater und Konzertsäle müssen weiter geschlossen bleiben.

Die Brandenburger Zoos, Wildgehege und Tierparks können seit 22. April ebenfalls unter Beachtung der Hygieneregeln wieder öffnen. Tierhäuser bleiben allerdings für die Öffentlichkeit vorerst gesperrt. Seit 4. Mai dürfen laut Änderung der Eindämmungsverordnung vom 24. April auch Friseurbetriebe wieder Kunden empfangen.

Kirche, Politik, Nachbarschaftshilfe

Der Superintendent des Kirchenkreises Mittelmark-Brandenburg ruft die Gläubigen zu Nachbarschaftshilfe auf. Aufgabe der Pfarrer sei es, nun Halt und Trost zu geben. Dafür gehen die Gemeinden in Corona-Zeiten ganz neue Wege. Welche das sind, lesen Sie hier.

Auch auf die Stadtpolitik hat die Coronakrise Auswirkungen. Eilentscheidungen können OB Scheller und der SVV-Vorsitzende Walter Paaschen (CDU) treffen. Alles andere wird bis auf Weiteres vertagt. Hier lesen Sie einen Lagebericht aus dem Brandenburger Rathaus.

Nummern in der Coronakrise

Ausführliche Informationen zum Coronavirus und dem Geschehen weltweit bietet das Robert-Koch-Institut auf seiner Internetseite. Auch die Kassenärztliche Vereinigungen haben unter www.116117.de Erklärvideos und zentrale Fragen und Antworten zum Coronavirus zusammengestellt.

Telefon-Hotlines zum Coronavirus: Bürger, die Fragen zu den wegen des Coronavirus getroffenen Regelungen und deren Umsetzung haben, können sich beim Bürgertelefon des Gesundheitsministeriums Brandenburg unter der Telefonnummer 0331/86 83 777 Auskünfte holen. Für Unternehmer ist eine Hotline unter der Telefonnummer 0331/289 2888 geschaltet.

Für allgemeine Fragen gibt es Bürgertelefon des Bundes unter 030/346 465 100 (montags bis donnerstags 8 bis 18 Uhr, freitags 8 bis 12 Uhr). Die Unabhängige Patientenberatung ist erreichbar unter 0800/011 77 22. Beim Brandenburger Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) ist ein Bürgertelefon eingerichtet unter 0331/86 83-777 (montags bis freitags 9 bis 15 Uhr). Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice erreichbar per Fax: 030 340 60 66 – 07 oder E-Mail: info.gehoerlos@bmg.bund.de. Gebärdentelefon: www.gebaerdentelefon.de/bmg

Das ist zu tun im Krankheitsfall: Bewahren Sie die Ruhe und rufen Sie von zu Haus aus ihren Hausarzt an. Gehen Sie auf keinen Fall ohne telefonischen Kontakt in die Praxis und vermeiden Sie Kontakt mit anderen Menschen. Alternativ rufen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst an unter 116117.

Indes zeigt sich aktuell, dass die Leute füreinander da sein wollen. Beispiel Tabea Seeger: Sie hat die Facebook-Gruppe „Quarantänehilfe Brandenburg an der Havel gegründet und plant ein Netzwerk zur Unterstützung von Erkrankten, daheimgebliebenen Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen.

Auch die Brandenburgerin Katja Seidel hilft auf ihre eigene Weise: Sie will Kindern, Senioren und Betroffenen ein Lächeln schenken. Seidel häkelt Hunde, Hasen und Drachen.

Das städtische Klinikum

Inzwischen muss auch das Städtische Klinikum Brandenburg Corona-Patienten versorgen. Klinikchefin Gabriele Wolter ist Mit 1000 Mitarbeitern wild entschlossen, der Krankheit die Stirn zu bieten. Wären da nicht immer neue Forderungen, Überraschungen und nicht zu erfüllende Erwartungen.

Bericht aus dem Medizinlabor: Das Gesundheitszentrum sendet Abstriche aus dem Rachen von verdächtigen Patienten in die Hochstraße. Die Experten dort haben der MAZ erklärt, was sie damit machen.

Die Mitarbeiter der zur Medizinischen Hochschule gehörenden Kliniken in Brandenburg und Neuruppin nehmen mit je 500 Probanden an einer neuen Studie zum Coronavirus teil. Sie soll klären, wie hoch der Immunisierungsgrad der Teilnehmer schon ist. Die MAZ wird die Studie begleiten.

Corona-Sprechstunde am Gesundheitszentrum

Etwa 40 bestellte Patienten haben sich am ersten Tag, dem 16. März, im eigens eingerichteten Sprechzimmer im Gesundheitszentrum am Hauptbahnhof auf eine mögliche Ansteckung mit dem Corona-Virus hin testen lassen. Mehr zu der Anlaufstelle finden Sie hier.

Die Abklärungsstelle am Gesundheitszentrum hat ihre Arbeit aufgenommen. Quelle: Rüdiger Böhme

Wer hat Anrecht auf eine Notbetreuung?

Grundvoraussetzung für eine Notbetreuung ist bisher, dass beide Sorgeberechtigte, im Falle von Alleinerziehenden der Inhaber des Sorgerechts, in sogenannten kritischen Infrastrukturen tätig sind und eine private Betreuung nicht organisieren können. Die Notbetreuung wird aber seit 27. April ausgeweitet.

Die sogenannte Ein-Eltern-Regelung wird auf alle Berufsgruppen der kritischen Infrastruktur ausgeweitet. Es muss also nur ein Elternteil in einem systemrelevanten Beruf (Gesundheit, Pflege, Polizei, Feuerwehr, Enervieversorgung, Rechtspflege etc) arbeiten, um einen Betreuungsplatz beantragen zu können. Auch Alleinerziehende können unabhängig vom Beruf eine Notbetreuung beantragen. Die Notbetreuung ist für Kinder von Beschäftigten aus folgenden Bereichen vorgesehen:

Gesundheit: Medizin, Pflege, Pharma, Erziehungshilfe

Sicherheit: Polizei, Rettungsdienst, Feuerwehr, Katastrophenschutz

Leistungen: Energie, Abfall, Ab- und Wasserversorgung, öffentlicher Nahverkehr, Telekommunikation, Kindertagesbetreuung

Wirtschaft: Lebensmitteleinzelhandel, Land- und Ernährungswirtschaft, Versorgungswirtschaft, Medien

Behörden: Verwaltung von Bund, Land und Kommunen

Justiz: Justizvollzug, Maßregelvollzug, Rechtspflege

Wer zu diesen Berufsgruppen gehört und Anspruch auf eine Notbetreuung hat, findet alle relevanten Informationen dazu auf der Internetseite der Stadt. Die Notbetreuung ist in den Einrichtungen geregelt.

Innovativ geht die Oberschule Nord vor. Dort wird der Unterricht nun vollends digital. Dank des Pilotprojekts Schul-Cloud geht Lernen hier auch auf Distanz.

Wie verhält man sich korrekt?

Geschlossen, eingeschränkter Service, besondere Verhaltensregeln: In Brandenburg an der Havel stehen immer mehr Menschen vor verschlossenen Türen. Die MAZ hat sich in der Stadt umgesehen.

Und sonst?

Der in Brandenburg an der Havel lebende Schriftsteller Stephan Boden macht sich in seinem MAZ-Tagebuch so seine Gedanken über das Leben in Zeiten von Hamsterkäufen und Quarantäne. Lesen Sie hier seine launigen Beobachtungen im Stadtgebiet:

Das Corona-Tagebuch von Stephan Boden (Teile 1 bis 51)

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Von Philip Rißling

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