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Brandenburg/Havel Das Jobcenter dreht an der Lohnschraube
Lokales Brandenburg/Havel Das Jobcenter dreht an der Lohnschraube
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13:41 29.03.2018
Michael Glaser leitet das Jobcenter Brandenburg Quelle: Jacqueline Steiner
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Brandenburg/H

Die tendenziell sinkende Arbeitslosenquote in Brandenburg/Havel und Umgebung wirkt sich vereinzelt auch auf das Lohnniveau aus. Von zunehmenden „Erfolgen auf dem Lohnmarkt“ berichtete der Brandenburger Jobcenter-Geschäftsführer Michael Glaser am Donnerstag, als er den lokalen Arbeitsmarktbericht für März 2018 vorlegte.

Das Jobcenter möchte möglichst viele arbeitslose Bürger der Stadt wieder in Arbeit bringen. Der erwünschte Nebeneffekt ist, dass mit jeder erfolgreichen Vermittlung die Ausgaben der Behörde sinken. Allerdings sind manche Jobs so schlecht bezahlt, dass der Lohn nicht auskömmlich ist und das Jobcenter etwas drauf legen muss. Das will die Behörde möglichst vermeiden.

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Assistierte Vermittlung mit dem Ziel: Mehr Lohn, weniger Kosten

Ehe sie arbeitslose Arbeitslose an ein Unternehmen vermittelt, rechnet sie daher in bestimmten Fällen aus, wie viel dieser Bürger verdienen müsste, um nicht mehr auf die staatliche Zusatzunterstützung angewiesen zu sein, erklärt Glaser.

Diese Summe könnte nach interner Berechnung beispielsweise bei 1300 Euro liegen. Womöglich will das Unternehmen aber ursprünglich nur 1000 oder 1100 Euro bezahlen. Im Zuge der Vermittlung bemüht sich das Jobcenter dann, den Lohn entsprechend im Gespräch mit dem Unternehmen nach oben zu korrigieren. „Assistierte Vermittlung“, denn der Jobcenter-Chef das.

Manche Arbeitgeber lassen sich tatsächlich auf eine Lohnkorrektur ein. Denn sonst riskieren sie, dass das Jobcenter den Bewerber zu einem anderen Betrieb vermittelt und außerdem bestimmte, mit der Einstellung verbundenen Förderleistungen der Behörde nicht zu erhalten.

Frühjahrsbelebung ohne Frühjahr

Glaser übertreibt die eigenen Möglichkeiten an der Stelle nicht, spricht aber von einer „leichten Kehrtwende“ und einer allmählich spürbarer Bewegung auf dem Lohnmarkt. Bemerkbar mache sich das daran, dass die Höhe des Einkommens steigt, das bei den Hartz-IV-Leistungen angerechnet wird.

Solche Erfolge kann es natürlich nur geben, wenn die Arbeitslosigkeit verhältnismäßig niedrig ist und Arbeitskräfte gesucht werden. Über die weiter sinkende Tendenz berichten der Jobcenter-Chef und Arbeitsagenturleiterin Petra Kaden auf Grundlage der März-Zahlen.

Im Altkreis Brandenburg, der die Stadt und die umliegenden Gemeinden umfasst, ist die Arbeitslosenquote im März wieder unter die 8-Prozent-Marke gerutscht. Sie ist im Vergleich zum Februar um 0,3 Prozentpunkte auf 7,8 Prozent gesunken. Kaden spricht von einer „Frühjahrsbelebung ohne Frühjahr“.

In der Stadt Brandenburg ist die Arbeitslosenquote im März von 9,4 auf 9,2 Prozent gesunken.

Von Jürgen Lauterbach