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Brandenburg/Havel Fontebar muss schließen – das sind die Reaktionen
Lokales Brandenburg/Havel

Das sagen Brandenburger zum Aus der Fontebar

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16:42 16.09.2020
Die Terrasse der Fontebar war in den letzten Monaten selten gut gefüllt. Quelle: privat
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Brandenburg/H

Das Aus der Fontebar bewegt die Brandenburger. „Ich war fast jeden Donnerstag dort, für mich war das eine Tradition. Dieser Ort wird mir fehlen, weil die Musik abwechslungsreich war und ich die Karaoke-Party schätze“, sagt Kristin Schilling.

SPD zeigt sich betroffen

Die SPD Brandenburg an der Havel kommentiert die Lage der Fontebar auf der Facebookseite der MAZ Brandenburg. Die Sozialdemokraten sprechen von einem verzweifelten Hilferuf des Fonte. Für sie ist dieser ein Beispiel, wie die Corona-Krise die Gastro- und Veranstaltungsszene in der Havelstadt trifft.

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„Dass mit dem Fonte eine Bar vor dem Aus steht, die das kulturelle und kulinarische Angebot dieses Hauses abgerundet hat und für viele Brandenburger selbstverständlich zum Nachtleben unserer Stadt gehörte, macht uns betroffen. Wir müssen langsam beginnen, Wege zurück in die Normalität zu finden. Dabei ist die Verwaltung besonders gefordert“, schreibt das SPD-Team. Die Sozialdemokraten appellieren an Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU), zu handeln.

Steffen Scheller erinnert an Infektionsgefahr

Auch er kommentiert den MAZ-Artikel im sozialen Netzwerk. „Das ist keine schöne Nachricht und Perspektive. Das ist im Wesentlichen die subjektive und emotionale Perspektive dazu“, schreibt er. Dann erinnert der 50-Jährige an die Eindämmungsverordnung des Landes Brandenburg, nach der das Halten von Abstand beim Tanz nicht zu gewährleisten sei. Er stellt klar, dass kreisliche Gesundheitsämter nicht ermächtigt sind, Ausnahmen von der Landesverordnung zuzulassen und macht den Veranstaltern keine Hoffnung.

„Ich verstehe, dass das Land hier kein Ischgl und auch kein Garmisch haben will, denn das Virus ist immer noch aktiv und ein Superspreader reicht aus, so dass wir alle vor einem neuen lokalen Lockdown im Land und in der Stadt stehen“, schreibt der Oberbürgermeister.

Kritik und Lob für die Fontebar

Für Alexander Behrens ist das Aus der Fontebar zu verschmerzen. „Ich finde die Qualität im Fonte ließ nach dem Betreiberwechsel stark nach und das weit vor Corona. Es ist immer schlecht, wenn ein Gast fast eine Stunde auf sein Getränk warten muss“, kommentiert er. Seiner Meinung nach hielt sich das Lokal nur, weil es „eine Art Institution in Brandenburg ist“. Der Havelstädter ist aber optimistisch, dass sich ein Gastronom mit frischem Konzept als Nachfolger findet.

Nancy Rennhack hat die Fontebar mehrmals im Jahr besucht. Sie ist traurig, dass die Location schließt. „Denn sonst gibt es ja kaum noch etwas in dieser Art. Besonders die After-Work-Parties waren einzigartig, da man gegen 21 Uhr tanzen konnte und nicht erst um Mitternacht. Mit den Stunden vermischte sich das Publikum und die Musik herrlich“, sagt die 41-Jährige.

Partygast Kristin Schilling hat nur einen Wunsch. „Wie es auch weiter geht, ich wünsche den neuen Betreibern viel Glück und hoffe, dass wir bald wieder tanzen dürfen“, sagt die Brandenburgerin.

Von André Großmann