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Brandenburg/Havel Dauerstau auf der B1: „Stachel im Fleisch der Stadtverwaltung“
Lokales Brandenburg/Havel Dauerstau auf der B1: „Stachel im Fleisch der Stadtverwaltung“
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07:51 19.05.2019
Seit Jahrzehnten das immer gleiche Bild: Endlose Staus an der Wuster Schranke auf der B1. Ob und wann die Überführung kommt, ist weiter unklar. Quelle: Foto: Jast
Brandenburg/H

Seit Jahrzehnten täglich das gleiche Bild: An den Bahnübergängen in Wust auf der B1 und auch an der Planebrücke, die die Kernstadt von der Scholle und Wilhelmsdorf trennt, stehen Autos in langer Reihe im Stau vor den Schranken.

Jahrzehntelang versprachen die jeweiligen Oberbürgermeister und die regierenden Parteien, das werde sich ändern. Das tat es nicht! Im Kommunalwahlkampf 2019 haben nun quasi alle Parteien dieses Thema als Wahlkampf-Projekt in Angriff genommen. Die einen in ihren Programmen, die anderen durch Aktionen vor Ort.

Besuch im Bundesministerium

Auf Initiative von Andreas Erlecke, dem CDU-Kandidaten der SVV für den OT Gollwitz, besuchte jetzt eine kleine Delegation aus Brandenburg das Bundesministerium für Verkehr. Im Gespräch mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Steffen Bilger (CDU) machten Erlecke und seine Mitstreiter dem Staatssekretär die starke Belastung der gesamten Stadt Brandenburg durch die Bahnstrecke des RE 1 klar, schreibt CDU-Mann Walter Paaschen.

Die langen Schließzeiten der Schranke würden seit Jahrzehnten persönliche, ökonomische und ökologische Belastungen mit sich bringen. „Hohe Kosten entstehen durch die Zeitverluste. LKW, die im Stau stehen bedeuten erhöhte Transportkosten durch Lohnkosten und fehlende Produktivität. Kraftfahrzeuge verschwenden durch das erneute Anfahren und teilweise laufen lassen des Motors große Mengen an Treibstoff und belasten die Umwelt“, erklärten die CDU Leute dem Staatssekretär.

Schellers Mantra

Oberbürgermeister Steffen Scheller hatte in den zurückliegenden Monaten auch gegenüber der dem Ministerpräsidenten Dietmar Woidke angemahnt, dass schnell geplant und gebaut werden müsse, damit es Ende 2022, wenn ein dringend benötigter weiterer Zug auf der Strecke des RE 1 eingesetzt wird, nicht zum Verkehrskollaps komme.

Ähnliches hatte auch die frühere OB Dietlind Tiemann über 15 Jahre lang wiederholt beklagt, was sie heute als MdB fortsetzt. Nun soll Staatssekretär Bilger versichert haben, dass sein Haus alles daran setze, den Umbau voranzubringen. Im Februar 2019 war seitens des Bundesministeriums der sogenannte „Gesehenvermerk“ auf den technischen Entwurf des Landes für die Fachprüfung und die Zustimmung durch das Bundesministerium erfolgt.

Kein Termin benannt

Nun liege der Ball beim Land: dies müsse das Planfeststellungsverfahren zur Erlangung des Baurechts einleiten, so Paaschen. Staatssekretär Bilger will nun zu einem Vor-Ort-Termin kommen. In der Folge ließ nun Tiemann mitteilen: „Endlich kommt wirklich Bewegung in die Realisierung der Überführung Schranke Wust B1.

Die vereinten Aktivitäten des CDU-Kreisverbandes mit großer Unterstützung von OB Scheller und CDU Fraktion haben dazu geführt, dass das Land Brandenburg, Ministerin Schneider nun endlich mitteilt, dass das Planfeststellungsverfahren noch 2019 eingeleitet wird und der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg von ihr gebeten wurde, das Verfahren mit hoher Priorität zu behandeln.“ Ob und wann gebaut wird, verrät die Mitteilung nicht.

Gespräche an der Schranke

Am anderen Ende der Stadt waren wenig zuvor die Freien Wähler im Einsatz. Bereits seit Monaten erklären deren Mitglieder wie beispielsweise der frühere Bürgermeister Norbert Langerwisch, dass es „für die Bewohner des Stadtteils Wilhelmsdorf aber auch für viele andere Bewohner unserer Stadt nicht hinnehmbar, dass eine Lösung für das Dauerstauproblem an der Planebrücke mindestens noch 10 Jahre dauern soll.“

Wie berichtet, hatte Oberbürgermeister Steffen Scheller erklärt, für die Deutsche Bahn habe eine große Überführung an der Plane keine Priorität. Eine neue Brücke, die die S-Kurve zumindest entschärfen, den Aufenthalt an der Schranke aber nicht verkürzen werde, habe eine Planungs-, Genehmigungs- und Bauzeit von etwa zehn Jahren.

„Kein schweigender, alles hinnehmender Partner“

Den an der Schranke wartenden Autofahrern haben die FW jetzt erzählt, dass „wir eine Verbesserung dieser Probleme anstreben.“ Norbert Langerwisch: „Wir werden in diesem Zusammenhang der Stachel im Fleisch der Stadtverwaltung sein und wir werden dieses dicke Brett so lange bohren, bis es zu einer Verbesserung der Situation gekommen ist.“

Im Vorfeld der Wahl hatten die FW deutlich gemacht, dass sie im Rathaus Regierungsmitverantwortung nach der Wahl übernehmen wollen und hatten sich dabei auch für die Besetzung der Beigeordnetenposten für Finanzen oder Bauwesen unter dem CDU-OB Scheller ins Gespräch gebracht. Wohin der Hase künftig läuft macht Norbert Langerwisch abschließend klar: „Wir werden Mitstreiter der Verwaltung sein aber kein schweigender, alles hinnehmender Partner.“

Von Benno Rougk

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