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Brandenburg/Havel Den Notruf 112 gut hinbekommen
Lokales Brandenburg/Havel Den Notruf 112 gut hinbekommen
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14:47 27.05.2018
450 Mädchen und Jungen wetteiferten bei den Landesmeisterschaften der Jugend-Rotkreuzhelfer. Quelle: Brigitte Einbrodt
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Brandenburg/H

Es ging um weit mehr als nur darum, Pflaster auf die Wunden zu kleben, als am Wochenende 450 Teilnehmer zum 28. Landeswettbewerb des Jugendrotkreuzes starteten. „Es geht um Menschlichkeit, um die Idee des Helfens“, sagt Daniel Kühne, JRK-Landesleiter in Brandenburg. Er war mittendrin im Geschehen an diesem heißen Samstag, an dem auf einem zwei Kilometer langen Parcours quer durch die Havelstadt die Teilnehmer im Alter von sechs bis 27 Jahren ihr Rotkreuzwissen unter Beweis stellten.

Gruppenarbeit ist immer gefragt

Kompetent und sachlich, mit beeindruckendem theoretischen Wissen und mit großem praktischen Geschick, wenn es um die Übungen ging, bei denen Verletzte versorgt werden mussten. So an Station 16, wo vor allem Gruppenarbeit gefragt war, an der Erste-Hilfe-Station. Dort wurde simuliert wie ein spielendes Kind von einem Auto angefahren wurde. Ein Schrottauto wurde fachgerecht „zurechtgemacht“, die Verletzten waren verblüffend echt geschminkt. Da waren Fachleute vom DRK am Werk. Als der Schiedsrichter Svantje und ihr Team vom OV Oranienburg bewertete, lobte er die schnelle und gute Zusammenarbeit der Jungen und Mädchen, die übrigens alle erst neun Jahre jung waren. Bei Schock die Beine hochlegen, den Verletzten ansprechen, das ging konzentriert und schnell. Ein wenig zu leise waren dem Schiedsrichter die Anweisungen. Svantje gibt zu, dass „man ganz schön aufgeregt ist“. Aber die wichtigen „W-Fragen“ hatte sie alle schnell geklärt. Was, wann, wo und wie viele Verletzte mit welchen Wunden zu versorgen waren. Schiedsrichter Marek Goebel erklärte mit berechtigtem Stolz: „Die Jungen und Mädchen lernen nicht nur die fachgerechte Versorgung der Patienten, sondern auch die psychische Betreuung und den Zusammenhalt beim Einsatz“, denn einer müsse sich auf das Wissen und Handeln des anderen verlassen können.

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Übungen sind ständige Begleiter

Anderen Menschen zu helfen, steht ganz oben auf dem Programm der 140 000 Kinder und Jugendlichen im Alter von 6 bis 27 Jahren beim Jugendrotkreuz.

Damit jeder Handgriff auch unter Stress richtig sitzt, werden die Nachwuchssanitäter nicht nur ständig in Erster Hilfe ausgebildet, sondern durch erfahrene ehrenamtliche Ausbilder in regelmäßigen Übungen trainiert und zudem fortgebildet.

Beim Landeswettbewerb 450 Mädchen und Jungen ihr Wissen und ihre Fertigkeiten unter anderem in Erster Hilfe, Rotkreuz-Wissen, im sozialen Bereich, im musisch-kulturellen Segment sowie im Sport-Spiel-Bereich unter Beweis. Dafür hatten die Organisatoren einen zwei Kilometer langen Parcours durch die Stadt aufgebaut.

In diesem Zusammenhang wäre es sehr wichtig, den Notruf 112 realistisch darzustellen. Sie hatten das im Roten-Kreuz-Übungsleiter-Team gut hinbekommen und die Teilnehmer hatten gemerkt, dass es gar nicht so leicht ist, im Notfall klar und präzise anzusagen, was passiert ist. Ab und zu kam da schon mal ein „Äh“ und eine kleine Pause am Anfang des Satzes.

Ab dem 16. Lebensjahr echte Einsätze

Das Wissen praxisnah zu vermitteln ist ein Anliegen der Ausbildung im DRK Landes- und Kreisverband Brandenburg. Und ab dem 16. Lebensjahr dürfen die Schülerinnen und Schüler der Jugendrotkreuzverbände dann auch im wahren Leben bei Einsätzen dabei sein, zum Beispiel bei Sportveranstaltungen und Konzerten.

Doch bei allem Ernst der Ausbildung - solch ein Tag wie diese Landesmeisterschaft, wo die 28 besten Mannschaften aus den Kreisen anreisten, soll auch richtig Spaß machen. Daniel Kühne und Marek Goebel berichten, dass die Vorbereitung deshalb schon seit mehreren Wochen lief. Über 400 Leute waren ehrenamtlich dabei, alle 16 Stationen einzurichten und sie zu betreuen. Brandenburg an der Havel ist übrigens Austragungsort 2018, weil der Verband im Vorjahr den Landeswettbewerb gewonnen hatte. Und der Sieger lädt dann im darauffolgenden Jahr alle anderen zur neuen Wettkampfherausforderung ein. Die Eröffnung fand auf dem Gelände des von-Saldern-Gymnasiums statt.

Spaß und Kultur am Rande

Es gibt viel zu erfahren und zu lernen im Alltag der Ausbildung, zur Geschichte des Roten Kreuzes, aber auch zu aktuellen sozialen Problemen in der Gesellschaft. Es gab beim Wettbewerb auch einen großen Sport- und Spielbereich, es waren musikalische und kulturelle Angebote vorhanden, und ein ferngesteuertes Auto war nicht nur für die Jungen ein Magnet. Es gab Eis und eine tolle Pausenversorgung – und bei diesem prallen Sonnenschein wurde vor allem an Wasser gedacht. 10 000 Liter Erfrischung aus dem Tank standen zur Verfügung, dazu viele Kisten mit Mineralwasser. Das große Wassererlebnis für die Jungen und Mädchen waren dann am Nachmittag die Fahrten mit den Booten der Wasserwacht.

Von Brigitte Einbrodt

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