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Brandenburg/Havel Der DDR-Minister und die Dompfarrerin als Zeitzeugen im Gespräch
Lokales Brandenburg/Havel Der DDR-Minister und die Dompfarrerin als Zeitzeugen im Gespräch
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18:20 10.09.2019
Hans-Joachim Lauck (l.) beim Besuch im Industriemuseum im Jahr 2017 Quelle: Foto: Ei
Brandenburg/H

In diesem Jahr jähren sich die friedliche Revolution in der DDR und der Mauerfall in Berlin zum 30. Mal. Der Kulturverein Brandenburg will dieses Datum nutzen, um neue Geschichten zu suchen und zu erzählen. Am Montag, 23. September um 18.30 Uhr sind beim Kulturverein zwei prominente Gäste zu Gast, die zusammen mit dem Publikum drei Jahrzehnte zurückblicken wollen: Was lief schief in der DDR? Was war anders, was besser als heute? Woran scheiterte das Experiment Sozialismus und wie organisierte sich der Widerstand? Welche Erfahrungen aus dem Wendeherbst und die Zeit des Runden Tisches sind noch heute aktuell?

Auf unterschiedlichen Seiten gestanden

All diesen Fragen werden sich der frühere Minister und Stahlwerksdirektor Hans-Joachim Lauck und die damalige Dompfarrerin Cornelia Radeke-Engst stellen. Fast jedes Kind in Brandenburg an der Havel kannte Ende der 80er Jahre Hans-Joachim Lauck. Er war ein Mann mit großem Einflussbereich: Als Generaldirektor des Qualitäts- und Edelstahlkombinats und späterer Minister für Schwermaschinen und Anlagenbau dirigierte Hans-Joachim Lauck das Zusammenspiel von sieben Großbetrieben und elf Kombinaten, in denen bis zu 220.000 Arbeiter und Angestellte über ein Viertel der industriellen Warenproduktion der DDR erwirtschafteten – und schätzte dabei den Kontakt zu seinen Stahlwerkern.

Zeitzeuge im Ministerium

Als Chef von zehntausenden Menschen, Minister unter Honecker und Modrow und Abteilungsleiter unter de Maizière erlebte Lauck die Jahre 1989 und 1990 im inneren Zirkel der Staatsmacht und wird als Zeitzeuge seine Sicht auf die Zeit der Wende schildern.

Der Brandenburger Dom war in dieser Zeit laut Cornelia Radeke-Engst „auch so etwas wie eine Zukunftswerkstatt für Frieden und Gerechtigkeit“. Diese Rolle füllte der Dom in der Wendezeit vor 30 Jahren wie kein anderer Ort aus, als Radeke-Engst dort die Dompastorin war. Sie hatte zur Wendezeit den Dom für Gebete, Diskussionen und Versammlungen geöffnet. Was heute selbstverständlich klingt, war es damals ganz und gar nicht.

Zeit der Angst

Niemand wusste oder konnte einschätzen, wie der SED-Staat reagieren würde auf die Informationsveranstaltung mit ökumenischen Fürbittengebeten, zu denen die Brandenburger Regionalgruppe des Neuen Forums mit dem evangelischen und katholischen Geistlichen der Stadt am 21. Oktober 1989 in den Dom eingeladen hatte. Kirchliche Würdenträger und der Rat der Stadt bedrängten die Gemeinde, die Veranstaltung abzusagen, weil sie eine Eskalation fürchteten.

Nach der Wende saß Cornelia Radeke-Engst mit am runden Tisch und begleitete in den darauffolgenden 30 Jahren die demokratische Entwicklung der Stadt aktiv mit.

Plätze reservieren!

Der Brandenburger Kulturverein fühlt sich überparteilich der Förderung von Kunst, Kultur und des demokratischen Disputs verpflichtet. Insofern sei das Gespräch mit Cornelia Radeke-Engst und Hans-Joachim Lauck ein wichtiger Beitrag, um dem eigenen Anspruch als Verein gerecht zu werden, sagt Vereinschef Steffen Scheller.

Die Veranstaltung mit Hans-Joachim Lauck und Cornelia Radeke Engst beginnt am Montag, 23. September um 18.30 Uhr in der Brandenburger Theaterklause in der Grabenstraße. Die Moderation übernimmt Benno Rougk. Der Eintritt ist frei. Plätze unter 03381 511220 zu reservieren, empfiehlt sich ausdrücklich.

Von MAZ

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