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Brandenburg/Havel Der Historie bleibt er treu
Lokales Brandenburg/Havel Der Historie bleibt er treu
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08:05 06.01.2015
Jürgen Back mit der 2005 erschienenen Lehniner Chronik.
Jürgen Back mit der 2005 erschienenen Lehniner Chronik. Quelle: C. Nack
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Lehnin

In Kloster Lehnin sei es mit 13 Ortswehren und rund 270 Einsatzkräften stets gewesen. Andererseits wisse man schließlich nie. Seine Nachfolge tritt nun Ronny Zemke an.

Nun freut sich der 63-Jährige, der Mitte Dezember von Bürgermeister Bernd Kreykenbohm und seiner Crew verabschiedet wurde, auf mehr Zeit für Familie, Reisen, Haus, Hof und Garten. Aber auch die Lehniner Feuerwehr, in der Back seit 1991 Mitglied ist und deren Jugendwehr er aufgebaut hat, möchte er treu bleiben und dem Carnevalsverein. Aus freien Stücken will er weiter Material über Lehnin sammeln und sichten, um die Geschichte des 1180 gegründeten Ortes für nachfolgende Generationen zu bewahren. Der gebürtige Lehniner ist Orts chronist.

Beruflich hatte er als gelernter Hydraulikschlosser bis 1976 im Stahl- und Walzwerk Brandenburg gearbeitet. Nach seiner Lehrmeisterausbildung wechselte er in den Kreisbetrieb für Landtechnik nach Damsdorf, konzentrierte sich auf die polytechnische Ausbildung von Schülern, qualifizierte sich zum Ingenieur. Dann leitete er das von der ZBO in Lehnin 1986 in Betrieb genommene neue Polytechnische Zentrum. Nach der Wende musste er sich beruflich umorientieren. Als „Notlösung“ versuchte sich Back erst als Außendienstmitarbeiter für Baumaschinen, stieg 1996 als Disponent bei einer in Rädel gegründeten Fahrzeug GmbH bis zu deren Auflösung ein. Über eine ABM des mittelmärkischen Arbeits- und Ausbildungsförderungsvereins begann er 2003 mit der Erarbeitung einer Chronik für Lehnin.

„Ganz bei null habe ich nicht angefangen. Für jeden Ortsteil war etwas Material im Rathaus hinterlegt“, erzählt er. Aus einem Lehniner Ordner sind im Laufe der Jahre zwei Dutzend geworden. Back sichtete und sortierte Unterlagen, Artikel, historische Fotos. Er forschte in Archiven und befragte Zeitzeugen.

Der Zeitdruck saß ihm im Nacken, denn die vom Kulturförderverein der Gemeinde Kloster Lehnin finanzierte Broschüre musste 2005 zur 825-Jahr-Feier von Lehnin herauskommen. „Allein war das nicht zu schaffen“, erinnert sich Jürgen Back, der sich ein Jahr zuvor erfolgreich auf eine Stellenausschreibung der Verwaltung beworben hatte und zunächst für das Amtsblatt zuständig war. Daher sei er froh gewesen, dass er Regionalhistoriker Frank Brekow, MAZ-Mitarbeiter Heiko Hesse, den Lehniner Hans-Martin Schneider und Axel Goldmann aus Rädel ehrenamtlich als kompetente Autoren für die Chronik-Kapitel gewinnen konnte.

Er selbst schrieb zwar auch, befasste sich aber vor allem mit dem allein aus 52 Seiten bestehenden chronologischen Ablauf, wobei er nicht nur historische Ereignisse auflistete, sondern ebenso Geschäftsaufgaben, Neueröffnungen, selbst markante Unwetter. „Eine Sisyphusarbeit, aber das Ergebnis macht schon stolz.“

Nun will Back, der außerdem Liebhaber von Modelleisenbahnen und alter Dampfzüge ist, die zurückliegenden zehn Jahre aufarbeiten. Auch wenn bisher keine neue Broschüre geplant ist, würde er sich über Material von Lehninern freuen. Das Kapitel „Floßfest“ ist für ihn als Mitorganisator nach zwölf Jahren abgeschlossen.

Von Claudia Nack

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