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Brandenburg/Havel Perfekter Einklang von Trompete und Orgel: So entspannt kann die Sommermusik im Dom sein
Lokales Brandenburg/Havel Perfekter Einklang von Trompete und Orgel: So entspannt kann die Sommermusik im Dom sein
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14:52 15.08.2019
Thorsten Pech, Orgel, und Uwe Komischke, Trompete, waren am Mittwoch zur Sommermusik im Brandenburger die Solisten. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Das Zusammentreffen der Königin der Instrumente und dem Instrument der Könige erfreut sich allgemeiner Beliebtheit. Auch im Brandenburger Dom gibt es dafür eine gute Tradition. Zur Sommermusik am Mittwoch waren wieder Orgel und Trompete angesagt.

Diesmal musizierten Uwe Komischke, einstiger Solotrompeter der Münchner Philharmoniker und heute Professor für Trompete an der Musikhochschule Weimar, sowie der Konzertorganist Thorsten Pech, der in Wuppertal beheimatet ist. Beide bilden seit längerem ein Duo, das zahlreiche Konzertreisen unternimmt.

Zuhörer am Mittwoch zur Sommermusik im Brandenburger Dom. Quelle: Rüdiger Böhme

In diesem Sommer waren sie bisher an fast an jedem Tag in einer anderen Kirche mit einem Konzert zugange. Die beiden Sommermusik-Gäste ergänzten sich bei ihrem Musizieren fantastisch. Mit beeindruckender Genauigkeit gelangten sie im Spiel zum perfekten Einklang.

Ihr diesjähriges Reiseprogramm stellten die Künstler auch in Brandenburg an der Havel vor. Zu hören waren vor allem immer wieder gern gehörte und gespielte Hits aus der Barockzeit und der Romantik, die ein großes Publikum ansprechen.

Die Devise Komischkes und Pechs heißt: Musik soll bei Sommerkonzerten ausschließlich Freude und Entspannung bringen. Herausforderndes, das für den Geist gut ist, bleibt draußen.

Mit dem Concerto für Trompete und Orgel des italienischen Barockkomponisten Giuseppe Torelli wurde eröffnet. Festlichkeit strahlt diese Komposition aus. Nicht nur durch die Trompete entfaltete sich ein strahlender Glanz, sondern auch die Orgel hat Anteil daran, wobei sie oftmals dazu verleitet wird, dass man Feierliches durch Lautstärke forciert.

Sommermusik im Brandenburger Dom. Quelle: Rüdiger Böhme

Doch Thorsten Pech ließ die Wagner-Orgel bei der Barockmusik-Begleitung selten dominant erklingen, sondern kammermusikalisch als gleichberechtigte Partnerin. Ein wenig müde vom oftmaligen Hören der Choralbearbeitung „Jesus bleibet meine Freude“ von Bach, die im Dom für Corno da caccia und Orgel erklang, fragte man sich: Ist das Repertoire für diese Besetzung so rar?

Da war man gespannt auf das Tonstück op. 18 von Johannes Weyhmann, einem Organisten und Komponisten der Spätromantik, der kaum bekannt ist. Die Bearbeitung des Tonstücks, das Komischke hierbei mit dem warmen Klang des Corno da caccia und Thorsten Pech auf der Orgel vorstellten, war von einem traumhaften romantischen Melodienfluss gekennzeichnet. Einfach berührend.

Besucher des Konzertes. Quelle: Rüdiger Böhme

Thorsten Pech bot solistisch mehrere Beiträge auf der Orgel, Barockes und Romantisches. Selbstverständlich ist der Organist in beiden Stilen zu Hause. Zunächst erklang Bachs klangmächtige Choralfantasie „Valet will ich dir geben“ BWV 735, gefolgt von der spielfreudigen Sonate II in G-Dur von Johann Ludwig Krebs, einem Privatschüler und Notenkopisten während Bachs Leipziger Zeit.

Schönste Musik der Romantik gab es mit Felix Mendelssohn Bartholdys Präludium und Fuge G-Dur op.37. Thorsten Pech brachte das Werk in ausgewogenen Klangfarben zum Leuchten und Georg Friedrich Händels Orgelkonzert in F-Dur über den köstlichen Dialog von Kuckuck und Nachtigall mit feinem Ausdruck ausgestattet, in dem auch der Organist musikalischen Humor bewies.

Fantasie über schottische Hochlandgesänge

Zum Finale musizierten beide Künstler gemeinsam Thorsten Pechs Fantasie über schottische Hochlandgesänge „In the Highland“. Das Herbe und zugleich das Romantische der Landschaft werden in dem Stück klanglich atmosphärisch eindrücklich geschildert. Komischke kam mit der Trompete und dem Corno da caccia zum Einsatz. Noch einmal offenbarte die spieltechnische Souveränität und die musikalische Sensibilität dieses Musikers.

Tosender Beifall brandete nach dem letzten von Pechs Stück für Pech und Komischke auf.

Von Klaus Büstrin

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