Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Der Packhof wird derzeit lediglich verwaltet
Lokales Brandenburg/Havel Der Packhof wird derzeit lediglich verwaltet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:46 19.02.2018
Der Packhof ist besonders bei den Kleinen in der Stadt sehr beliebt. Quelle: JACQUELINE STEINER
Anzeige
Brandenburg/H

Auch wenn es derzeit recht still um den Packhof geworden ist, es tut sich dennoch etwas.

Derzeit lasse das Gebäude- und Liegenschaftsmanagement weiterführende Baugrunduntersuchungen anstellen, sagt Stadtplanerin Andrea Kutzop zur jüngsten Sitzung des Stadtzentwicklungsausschusses in ihrem monatlichen Bericht zu dem gut vier Hektar großen Areal am Ufer der Brandenburger Niederhavel.

Anzeige

Bekannt ist ohnehin, dass an den meisten Stellen in 18 Meter Tiefe und mehr auf Betonpfählen gegründet werden muss, um auf sicherem Grund zu stehen. Die darüber liegenden Schichten bestehen zu Teilen aus Torflinsen und Mudden, also organischen leichten Böden.

Desweiteren bereite die Stadt Unterlagen vor, um irgendwann ein Bebauungsplanverfahren in Gang setzen zu können. „Wohlgemerkt, es gibt noch keine Vorlage für irgendeinen Aufstellungsbeschluss, darüber entscheiden dann sowieso die Stadtverordneten“, sagt Andrea Kutzop.

Allerdings kann die Planungsbehörde bereits Kennzahlen über maximale Bebaungsdichte, Geschosszahlen, Grad der Versiegelung uns andere vorschlagen. Vor einem In-Gang-Setzen eines B-Plan-Verfahrens stünde ohnehin noch ein wichtiger Punkt: das Beteiligungsverfahren für Bürger, Interessensverbände und Organisationen.

Über Art und Umfang einer solchen Bürgerbeteiligung soll ab Mitte Februar diskutiert werden, kündigt die Stadtplanerin an. Zur Februarsitzung des Stadtentwicklungsausschusses wolle Bürgermeister Steffen Scheller (CDU) wieder selbst an den Ausschuss berichten, in dieser Woche war er dienstlich verhindert. Erst jüngst hatte er angedeutet, Vorschläge zum weiteren Verfahren am Packhof machen zu wollen, dies aber nicht konkretisiert.

Gut möglich, dass die Stadt auf eigene Kosten einen Bebauungsplan erstellt und damit auf Investoren-, Bauträger- oder Projektentwicklersuche geht. So begibt sich die Kommune nicht nur in die Hände eines einzelnen Investors, dem sie die Planungen überträgt. Schreibt sie selbst das Papier, kann sie sogar das Grundstück an einen oder mehrere Investoren verkaufen, der gesetzliche Rahmen regelt dann nur, was an Baumengen, -höhen und -dichte zulässig ist. Der Rest ist Verhandlungssache.

Von Herbst 2015 an hatte sich die Kommune faktisch zwei Jahre lang selbst geknebelt, indem sie sich faktisch die ganze Zeit an einen einzigen Projektentwickler gebunden hatte. Der hatte seinen Ursprungsentwurf für eine mögliche Bebauung zwischenzeitlich noch einmal nachgebessert – allein es nutzte ihm nichts.

Eine Bürgerinitiative hatte sich gegründet, 4500 Unterschriften gesammelt und vor allem mehr Bürgerbeteiligung eingefordert. Das geschah dann auch scheibchenweise. Erst im vergangenen Herbst kam es dann – erstmals in der Geschichte – zu einer Bürgerbefragung mit bekanntem Ende: Mehr als 16.000 Menschen sprachen sich gegen die bis dahin vorliegenden Investorenpläne aus, knapp 10.000 Menschen waren dafür.

Von André Wirsing