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Brandenburg/Havel Der Stadtvermarkter auf Facebook
Lokales Brandenburg/Havel Der Stadtvermarkter auf Facebook
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06:03 02.07.2019
Ronny Czermin ist nicht nur der Brandenburger Segway-Guide sondern betreibt auch die Facebook-Gruppe Havelstadt Brandenburg. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Ronny Czermin ist vielen Brandenburgern als umtriebiger Geist wohlbekannt, doch noch viel mehr werden den 48- Jährigen unter seinem Facebook-Namen Roon Ey kennen. Er hat im Buga-Jahr 2015 auf der sozialen Plattform die Gruppe „Havelstadt Brandenburg“ gegründet, die er seitdem administriert.

Zu viel Gemecker

Die Motivation dafür sei vielfältig gewesen. Für den gebürtigen Brandenburger war es natürlich der Stolz auf die eigene Stadt. „Mir hat es zudem gestunken, dass so viele immer nur meckern, ohne selbst was an den Zuständen zu ändern.“ Der Anfang sei etwas mühselig gewesen, das 1000. Mitglied habe er noch gefeiert. Jetzt sei die 3000er-Marke überschritten, teilweise bitten in der Woche 70 neue potentielle Mitglieder um Aufnahme. Und das, obwohl der Chef eine kleine Hürde vorgeschaltet hat. „Sie sollten entweder begründen können, warum sie in meiner Gruppe aktiv sein wollen. Oder ich sehe an ihrem Profil, dass sie aktiv in Social Media unterwegs sind und über unsere Stadt posten.“

Ratespiele mit alten Fotos

Ronny Czermin schiebt Aktionen an, beispielsweise die Damals-Heute-Vergleiche, in denen er historische neben aktuelle Fotos stellt. Er macht mit alten Bildern Rätsel-Runden, bei denen er von den Mitgliedern wissen will, was gerade zu sehen ist, beispielsweise der Magdeburger Platz (heute Gertrud-Piter-Platz) oder die Schützenstraße (Geschwister-Scholl-Straße). Das Interesse ist groß, die Kommentarspalten sind gut gefüllt.

Der Administrator hat sich eine professionelle Fotoausrüstung zugelegt und überrascht auch mit eigenen gelungenen Aufnahmen. „Ich habe beispielsweise die Langzeitbelichtung für mich entdeckt und fotografiere in der ,blauen Stunde’ beispielsweise gern Straßenbahnen, die ein Lichtband im Bild erzeugen.“ Eine Postkarte mit der nächtlich illuminierten Jahrtausendbrücke hat er schon herausgebracht und einen Kalender von der Stadt. „Ich bevorzuge Motive, die nicht alle haben. Eines meiner schönsten ist die Pergola auf dem Marienberg.“

Organisiertheit ist alles

Es ist ein Wunder, wie Ronny Czermin alles unter einen Hut bringt. Er fährt die behinderten Bewohner der Fliedners-Werkstätten, arbeitet zudem im Segway-Verleih von Sven Wolfram. Manchmal gibt er auch kleine Stadtführungen. Seine Gesundheit macht ihm zu schaffen, weil einige Organe nicht mitspielen und er manchmal unter Schlaflosigkeit leidet.

Regelmäßige Ermahnungs-Posts

Und die Facebook-Gruppe will auch noch professionell betreut werden, mittlerweile helfen Moderatoren wie Tilo Meier mit. Und sie haben neben den positiven Effekten auch mit den negativen Begleiterscheinungen von Social Media zu kämpfen.

„Manche werden ausfallend und hetzen regelrecht, einige musste ich auch schon aus der Gruppe werfen. Zuerst ermahne ich, dann muss ich schlimmstenfalls auch mal einen Kommentar entfernen und den Verfasser zur Ermahnung auch mal drei Tage stumm schalten.“

Erst jetzt sah sich Ronny Czermin genötigt, einen Post mit ein paar Verhaltensregeln zu verfassen: Nicht nur grüßen, keine Botschaften von Parteien und politischen Gruppierungen verbreiten und beim Diskutieren pfleglich miteinander umgehen. Eigentlich selbstverständlich, und schon nölten wieder die ersten, dass es diesen Ermahnungs-Post gefühlt alle zwei Wochen gebe. Wahrscheinlich, weil es notwendig ist.

Fallstricke in Diskussionen

Wie viele Fallstricke in den Diskussionen stecken, hat er selbst erfahren müssen. Im Zusammenhang mit den Schüler-Demos „Fridays for Future“ hat er sich getraut, einen offensichtlichen Widerspruch zu thematisieren: „Ich sehe bei den Demos teilweise Leute, die gleichzeitig abends am Uferpark Müll hinterlassen, Bänke losschrauebn und Inventar zerstören. Das passt nicht zusammen.“ Die darauf einsetzende Diskussion war zermürbend, er hat seine Meinungsäußerung frustriert wieder gelöscht.

Roon Ey lässt sich die Lust an der Gruppe dennoch nicht nehmen, dazu mag er seine Stadt viel zu sehr. „Ich bin nicht nur hier geboren, ich werde auch hier sterben“, ist er sich sicher.

Von André Wirsing

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