Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Der kleinste Brandenburger mit nur 360 Gramm
Lokales Brandenburg/Havel Der kleinste Brandenburger mit nur 360 Gramm
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:06 28.04.2019
Kein Wässerlein trüben kann Constantin. Dabei hatte das nur 360 Gramm leichte Frühchen seinen Eltern Stefanie Hidde und Siegfried Hidde-Bidder wochenlang größte Sorgen bereitet. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Extrem harte Wochen liegen hinter Familie Hidde aus Groß Kreutz/Havel. Ihr Junge musste am Heiligen Abend viel zu früh auf die Welt geholt werden. Der Kleine wog bei seiner Geburt nur 360 Gramm. Es bestand allerhöchste Lebensgefahr.

An diesem Freitag durfte der kleine Kämpfer die Frühchenstation des städtischen Klinikums verlassen. Mit ungefähr dem Achtfachen seines Geburtsgewichtes. Vier Monate und zwei Tage nach seiner Geburt kommt Constantin erstmals nach Hause.

„Wir haben eine sehr, sehr harte Zeit durchgemacht, niemand wusste, ob es unser Kleiner schaffen würde oder nicht“, erzählt Stefanie Hidde. Sie, ihr Ehemann Siegfried und die beiden großen Kinder lebten wochenlang mit der ständigen Angst ums Kind im Nacken.

Unglaublich klein war Constantin bei seiner Geburt am Heiligen Abend im städtischen Klinikum Brandenburg/Havel. Der Junge wog nur 360 Gramm. Lebensgefährlich. Am Freitag hat er das Klinikum verlassen. Er wiegt jetzt rund 2900 Gramm.

Erst nach ungefähr vier Wochen konnten die Eltern zuversichtlich sein, dass ihr Jüngster sich nach äußerst schwierigem Start ins Leben kämpfen würde.

„Ich bin schon nach Ablauf der allerersten Woche sehr froh gewesen, dass der Junge am Leben geblieben ist“, erinnert sich Oberarzt Mathias Müller, einer von vielen Wegbegleitern Constantins auf der Frühgeborenen-Intensivstation im städtischen Klinikum Brandenburg.

„Wir werden die liebevolle Zuwendung und Betreuung aller Schwestern und Ärzte hier niemals vergessen“, versichert die dankbare Mutter des Kleinen. „Wir haben uns ganz toll aufgehoben gefühlt.“

Abschiedstränen

Natürlich sind an diesem Freitag jede Menge Abschiedstränen auch bei mancher Schwester geflossen. Denn in den vier Monaten ist das zumeist friedliche Frühchen ganz schön ans Herz gewachsen.

Die Geburtshelfer des Klinikums mussten Constantin aus medizinischen Gründen am 24. Dezember per Kaiserschnitt holen. Das war die in der 24. Schwangerschaftswoche.

Der Junge war 26 Zentimeter klein und hat 360 Gramm gewogen. Bis zu seiner Entlassung nach Hause hat er ganz gut zugelegt auf 44 Zentimeter und etwas mehr als 2900 Gramm.

Sehr, sehr große Chancen

„Der Junge hat sehr, sehr große Chancen, sich gesund zu entwickeln“, sagt Kinderchefarzt Hans Kössel. Bei Constantin sei alles optimal gelaufen. Selbstverständlich ist das beileibe nicht.

„Bei Kindern, die so extrem klein sind, bestehen große Gefahren“, erklärt Kössel über seinen leichtesten und zugleich doch sehr schweren Patienten. Hirnblutungen können mit hoher Wahrscheinlichkeit auftreten und auch die Beatmung ist ein großes Problem. Ärztliche Kunst kann Risiken verringern, aber nicht ausschließen.

Constantin ist mit 360 Gramm vermutlich das bei der Geburt bisher leichteste Kind im Land Brandenburg, das bei stabiler Gesundheit das Krankenhaus verlassen konnte. Im Februar 2016 hatte Lucas im Potsdamer Klinikum „Ernst von Bergmann“ 380 Gramm gewogen.

Constantin wird gestillt

Mehrere Jahre zuvor war in Cottbus ein Frühchen zur Welt gekommen, das sich in einer ähnlichen Gewichtsklasse freigestrampelt hat.

Der Neubürger von Groß Kreutz/Havel war im Stationszimmer „ein ganz Lieber“, wie es heißt. „Mal sehen, wie es zu Hause wird“, sagt Stefanie Hidde. Die Schwestern und Ärzte freuen sich jedenfalls, dass die Mutter ihren Jungen stillt. „Das ist optimal“, sagt Chefarzt Kössel.

Der Kontakt zum Klinikum wird trotz des Abschieds bestehen bleiben. Der Kleinste der Station wird künftig dorthin in die Krabbelgruppe gehen. Außerdem werden ihn die Schwestern voraussichtlich zur Nachbetreuung zu Hause besuchen.

Lesen Sie mehr zu Constantins Geschichte hier: http://www.maz-online.de/Lokales/Brandenburg-Havel/Brandenburg-Viel-zu-frueh-auf-die-Welt-gekommen-Eltern-halten-mit-Webcam-Kontakt-zu-ihrem-Baby und zum 20 Gramm leichteren Lucas aus Potsdam hier: http://www.maz-online.de/Lokales/Potsdam/Die-bewegende-Geschichte-eines-Fruehchen

Von Jürgen Lauterbach

Brandenburgs Wähler sind zu beneiden. Mit dem System des Kumulierens und Panaschierens können sie mehr Einfluss nehmen als sonst. In der Stadt gibt es interessante Kommunalwahlkandidaten, meint Jürgen Lauterbach.

26.04.2019

Der erste Bauabschnitt des Seniorenzentrums Havelkiez in der Bauhofstraße 15 ist fertig. Aktuell leben dort 25 Menschen, die Wartelisten sind voll. 3,8 Millionen Euro wurden investiert, die Arbeiten für den zweiten Bauabschnitt dauern an.

26.04.2019

In der St.-Annen-Promenade ist ein Trinkgelage eskaliert. Zwei Gruppen gerieten aneinander. Ein Mann wurde niedergeschlagen. Der Täter kam auf der Flucht nicht weit.

26.04.2019