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Brandenburg/Havel Diagnose Blutkrebs: Frances sucht ihren Lebensretter
Lokales Brandenburg/Havel Diagnose Blutkrebs: Frances sucht ihren Lebensretter
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18:01 29.01.2020
Die 28-jährige Frances hat Blutkrebs und hofft auf eine Stammzellspende. Quelle: privat
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Brandenburg/H

Die Diagnose Blutkrebs verändert plötzlich die Welt der Brandenburgerin Frances. Die 28-Jährige liegt im Potsdamer Klinikum „Ernst von Bergmann“ und wartet auf einen Lebensretter.

Registrierungsaktion am 15. Februar

Die Typisierungsaktion „Frances will leben“ findet Samstag, den 15. Februar von 11 bis 15 Uhr in der Schulaula des Von-Saldern-Gymnasiums in der Franz-Ziegler-Straße 29 statt. Stammzellspender müssen zwischen 17 und 55 Jahre alt sein und dürfen keine chronischen Vorerkrankungen haben.

Menschen, die nicht als Spender in Frage kommen, können die DKMS dennoch mit Geldspenden unterstützen. Das hierfür eingerichtete Konto bei der Commerzbank hat den Verwendungszweck FFT 001 und die IBAN DE59 7004 0060 8987 0001 90. Weitere Infos zur Aktion telefonisch unter 03381 70 10 17.

Zusammenhalt in der Familie

Stiefvater Andreas, Mutter Manuela und Freund Christopher Mahlow nutzen jede freie Minute, um ihr beizustehen. „Wir sind für sie da und machen ihr Mut“, sagt Manuela Wichterei. Weil Frances Immunsystem durch die Nebenwirkungen der Chemotherapie geschwächt ist, lebt sie momentan in einem Isolierzimmer.

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Die Brandenburgerin erhält tägliche Auswertungen ihres Blutbilds, will den Krebs besiegen und hat ein weiteres Ziel. „Ich möchte das Germanistik-Studium an der Universität Potsdam fortsetzen und meinen Master abschließen “, sagt die Havelstädterin.

Knochenmarkpunktion bestätigt Leukämie

Von ihrer Erkrankung erfährt sie Anfang Januar. Wochen vorher fühlt sie sich erschöpft, müde und hat keine Ausdauer mehr für den Sport im Fitnessstudio. Bis kurz vor Weihnachten kämpft sie sich durch, dann deutet eine Blutkontrolle auf eine Erkrankung hin. Eine anschließende Knochenmarkpunktion, bei der Mediziner Zellen und Gewebe entnehmen, bestätigt schließlich den Verdacht auf eine Leukämie.

Andreas Wichterei und seine Frau Manuela suchen nach der besten Klinik für ihre Tochter. „Um sicher zu sein, dass sie eine gute Behandlung bekommt“, sagt die 49-Jährige. Die Eltern entscheiden sich für das Zentrum der Hämatologie und Onkologie in Potsdam, um Frances täglich sehen zu können.

Hunderte Helfer melden sich

Die Brandenburgerin sieht in den sozialen Netzwerken, wie viele Freunde, Bekannte und Fremde ihr mit einer Stammzellspende helfen möchten. Nachdem die Brandenburger Johanniter eine Facebook-Seite mit dem Titel „Frances will leben“ gründen, melden sich innerhalb von 24 Stunden hunderte Unterstützer.

Mitarbeiter der Brandenburger Johanniter suchen Stammzellspender für die an Blutkrebs erkrankte Frances. Quelle: André Großmann

Ihr Aufruf zur Registrierungsaktion bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) erreicht in einer Woche mehr als 37.000 Menschen. „Wir kümmern uns auch um Anfragen von Helfern und koordinieren diese, um die Familie zu entlasten“, sagt Johanniter-Sprecherin Jessica Schulz der MAZ.

Frances hofft auf Stammzellspender

Die Welle der Hilfsbereitschaft beeindruckt Frances. „Damit hätte ich niemals gerechnet. Ich hoffe, dass möglichst viele Menschen aus Brandenburg an der Havel, Rathenow und Potsdam-Mittelmark kommen und sich typisieren lassen“, sagt die 28-Jährige. Sie ist laut ihrer Mutter Manuela ein bescheidener Mensch. Frances ist es nicht wichtig aufzufallen, für sie steht der Erfolg der Typisierungsaktion im Mittelpunkt.

Die 28-Jährige denkt lieber zweimal über Ereignisse nach und schätzt die kleinen Dinge im Leben. Ihre Familie und Freund Christopher hoffen, dass Spaziergänge an der Havel und Dartspiele bald wieder das Leben der Brandenburgerin bereichern.

Wachsende Zuversicht

Die Zuversicht der Familienmitglieder wächst, da sie merken, dass ihre Tochter in professioneller medizinischer Behandlung ist. „Frances wird immer mehr zur Kämpferin, auch weil ihr alle Mut zusprechen“, sagt Manuela Wichterei.

Sie und ihr Mann wünschen sich für die Registrierungsaktion der DKMS und Johanniter viele Besucher. „Die weltweite Spendendatei ist riesig, aber es können ja nie genug sein. Jeder kann dazu beitragen, anderen Menschen zu helfen und ihnen vielleicht auch das Leben retten“, sagt Andreas Wichterei.

Von André Großmann

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