Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Die Königin und ihr Meister: Léon Berben begeistert an der Wagner-Orgel im Dom
Lokales Brandenburg/Havel Die Königin und ihr Meister: Léon Berben begeistert an der Wagner-Orgel im Dom
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:55 25.07.2019
Sommermusiken im Dom mit Léon Berben an der Orgel. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Sie gilt als „Königin der Instrumente“ und wurde zum prägenden Instrument der märkischen Orgellandschaft: die vom Berliner Orgelbauer Joachim Wagner zwischen 1723 und 1725 erbaute Wagner-Orgel im Dom zu Brandenburg begeistert regelmäßig Bewohner und Besucher der Havelstadt bei den Konzerten in dem bedeutenden Gotteshaus.

Am Mittwochabend fand die Orgel einen mehr als würdigen Künstler, welcher der „Königin“ ihre volle Klangpalette entlockte. Der Niederländer Léon Berben spielte auf dem Instrument im Rahmen der Sommermusiken und bewies, dass er zurecht als Meister seines Fachs gilt.

Musik speziell für die Orgel

Der Konzertabend startete mit drei Versen des Stückes „Pange Lingua Gloriosi“, geschrieben vom französischen Organist Jean Titelouze (1563-1633). Dieser wird als Gründer der französischen Orgelmusik bezeichnet, da er als einer der ersten Musik speziell für dieses Instrument schuf.

Die Wagner im Brandenburger Dom. Quelle: Julian Stähle

Etwa 60 Besucher lauschten andächtig den noch teils melancholischen Klängen, welches sich jedoch schnell beim darauffolgenden Stück „O Lux Beata Trinitas“ des Hamburger Komponisten Matthias Weckmann (1685-1750) änderte. Leichtfüßig-feierlich hallte es durch das Gemäuer, bevor Berben mit Johann Sebastian Bachs Ausschnitten aus den „Achtzehn Chorälen verschiedener Art“ die Gäste bezauberte.

Der in Köln lebende gebürtige Niederländer beendete das Konzert mit dem Stück „Toccata Da Sonarsi Alla Levatione“ des Komponisten Johann Jakob Froberger (1616-1667) sowie dem „Te Deum Laudamus“ des dänisch-deutschen Organisten Dieterich Buxtehude (1637-1707).

Beim Spontanbesuch begeistert

„Der Musiker spielt ganz wundervoll“ war sich das Ehepaar Günther und Marion Fischer aus Rietz, Ortsteil der Gemeinde Kloster Lehnin, einig. Dabei sei ihr Konzertbesuch spontan gewesen. „Wir haben gerade unser Abendbrot im Restaurant auf dem Domvorplatz beendet“, so Günther Fischer. „Da hörten wir die Musik und sind mal gucken gegangen.“

Zwar höre er lieber ACDC und Kiss, aber der 59-Jährige und seine Frau seien doch bis zum Konzertende geblieben. „Schließlich muss ein bisschen Kultur auch mal sein“, so Fischer schmunzelnd. Von Berben hätten die beiden aber noch nichts gehört.

Führender Kopf der Szene

Dieser gilt allerdings als führender Kopf vor allem seiner Generation der „Alten Musik“-Szene. Grund dafür sind Berbens umfassende Kenntnisse in Musikgeschichte und historischer Aufführungspraxis. Das Repertoir des 1970 in Heerlen in den Niederlanden geborenen Künstlers umfasst Klavierwerke zwischen 1550 und 1790.

Berben schrieb als Co-Autor für die Enzyklopädie „Die Musik in Geschichte und Gegenwart“ und studierte Orgel und Cembalo in Amsterdam sowie Den Haag. Das Studium schloss Berben mit dem Solistendiplom ab. Seitdem ist er als Titular-Organist verbunden mit der historischen Orgel der St. Andreas-Kirche im nordrhein-westfälischen Ostönnen – nach derzeitigem Forschungsstand eine der ältesten spielbaren Orgeln der Welt mit Teilen aus dem 15. Jahrhundert.

Berbens Solo-CD-Aufnahmen auf historischen Orgeln und Cembali wurden von der Fachpresse hoch gelobt und mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem „Diapason d’Or“, dem „Choc“ vom französischen Musikmagazin Le Monde de la Musique und dem Vierteljahrespreis der deutschen Schallplattenkritik.

Von Tobias Wagner

Das Theater-Team als Filmvorführer. Das ist gar nicht so einfach wie es auf den ersten Blick scheint. Doch nun ist es gelungen, deshalb gibt es im August Open-air-Kino. Zwei Filme werden gezeigt.

25.07.2019

Zu fünf Ladendiebstählen, begangen von zehn Tätern sind Polizisten am Mittwoch in Brandenburg geeilt. Einer der Täter ist sogar noch ein Kind.

25.07.2019

Ein Unteroffizier der Bundeswehr hat Untergebene als „ein dummes Stück Scheiße“ und „Made“ bezeichnet. Einen bespuckte er mit Kautabak. Die Vorfälle auf dem Truppenübungsplatz Lehnin haben ein gerichtliches Nachspiel.

25.07.2019