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Brandenburg/Havel Die Polizei bewacht den Weihnachtsmarkt
Lokales Brandenburg/Havel Die Polizei bewacht den Weihnachtsmarkt
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12:17 21.12.2016
Den ganzen Tag über präsent: Die Brandenburger Polizei. Quelle: Frank Bürstenbinder
Brandenburg/H

Es ist still am Tag danach. Auf dem Weihnachtsmarkt im Herzen der Stadt Brandenburg gibt es am Dienstag nur ein Thema: Die Geschehnisse wenige Stunden zuvor auf dem Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche. Es war ein Terroranschlag, soviel ist inzwischen klar. Und da um 14 Uhr auf dem Neustadt Markt auch noch nicht bekannt ist, dass der an der Siegessäule verhaftete Pakistani wohl nicht der Todesfahrer ist, feiern alle bekannten Vorurteile gedämpft aber fröhlich Urständ.

Die Musik bleibt Dienstag aus

Mit deutschem Geld habe der Flüchtling die Fahrerlaubnis gemacht um aus dem Sattelzug eine Mordmaschine zu machen, „sonst bekommt man so einen Sattelschlepper gar nicht an“, weiß der Autoexperte. „Die Merkel weiß gar nicht, was sie diesem Land angetan hat“, sagt ein anderer zwischen zwei Schlucken Glühwein. „Das wird der AfD nützen“, sagt die Frau, die den Glühwein verkauft.

Noch immer ist es still auf dem Weihnachtmarkt. „Die Musik bleibt heute aus. Aus Solidarität“, sagt der Mitveranstalter des Marktes, der Gewerbevereinschef Michael Kilian (CDU). Kilian glaubt: Die letzten vier Tage der diesjährigen Weihnachtsmarksaison werden schlechter laufen als erwartet. „Die Leute sind verunsichert.“ Warum? Besteht die Gefahr dass sich radikale Islamisten für die Havelstadt interessieren? „Nein, das glaube ich nicht. Und ich glaube auch, man darf keine Angst haben. Das Leben geht weiter und man darf es sich nicht von Islamisten versauen lassen.“

Mahnendes Erinnern

Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) war kurz nach der Eröffnung des Marktes am Vormittag schon vor Ort. Leute waren zu der Zeit nur wenige dort. Meist nur Polizei, Offizielle und Stadtverwalter. Gemeinsam hat man sich im Kreis aufgestellt und eine Schweigeminute abgehalten. In mahnendem Erinnern an die Opfer der Nacht zuvor. Für Brandenburg selbst sieht der örtliche Polizeichef Matthias Tänzer nach den Ereignissen von Berlin keine höhere Gefährdungslage. Doch Dietlind Tiemann will auf Nummer sicher gehen.

Am Ende des Neustädtischen Marktes schlängelt sich eine Straße am Weihnachtsmarkt vorbei Richtung Dom. Die ist wegen Straßenbauarbeiten halbseitig gesperrt und derzeit wenig befahren. Doch wenn nun von dort ein schwerer Lkw käme, dann könnte dessen Fahrer, wenn er denn wollte, auf den Markt fahren. Die Bäume, die ihn hindern würden, sind nur klein. Große Pflanzkübel aus Beton sollen nun so aufgestellt werden, dass sie einen potentiellen Attentäter stoppen. „Das ist nichts als Aktionismus“, klagt Norbert Langerwisch. Der frühere Polizeichef der Stadt ist ein Experte für Gefährdungslagen. Lange Jahre war er Chef der Zentralen kriminalpolizeilichen Dienste (ZKD) in Potsdam. Seine Bitte: „Übertreibt es nicht.“

Angst ist nicht da

Beim Gang über den Markt wird deutlich: Die Betroffenheit ist allgegenwärtig. Aber Angst ist da nicht. Eine Vielzahl roter Friedhofskerzen sind an den Ständen und auf den Stehtischen entzündet worden.

Längst nicht jeder Passant erkennt, dass die roten, windgeschützten Kerzen gar nicht adventlich wirken sollen. Täglich 1000 Menschen kommen auf den Weihnachtsmarkt, am Wochenende sind es bis zu 3000 pro Tag. Bis zum 23. Dezember öffnet der Markt seine Tore. Direkt gegenüber hat Thomas Krüger sein Büro. Der Chef des städtischen Stadtmarketings wirkt bedrückt: Ursprünglich wollte er Montag in Berlin und am Abend mit seiner Frau auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheid-Platz sein. Es kam, wie er sagt, eine „unerfreuliche Geschichte dazwischen.“ Man fuhr nicht nach Berlin. Zum Glück!

Von Benno Rougk

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