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Brandenburg/Havel Die Sehnsucht der Whitney Houston
Lokales Brandenburg/Havel Die Sehnsucht der Whitney Houston
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16:40 23.01.2017
Houston-Cover-Konzert im Stahlpalast. Quelle: Rüdiger Böhme
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Brandenburg/H

„One Moment In Time“ ist ein Whitney-Houston-Song, der von der Sehnsucht handelt, einmal im Leben einen besonderen Moment zu erleben, wo alle Anstrengungen, immer nur das Beste zu geben, mit Erfolg belohnt werden. Die US-amerikanische R&B-, Soul- und Popsängerin muss solche Momente öfters erlebt haben. 170 Millionen verkaufte Tonträger und mehr, über 200 Gold-, Platin-, Silber- und Diamantschallplatten sowie sechs Grammys – so erfolgreich wie sie war vor ihr kaum jemand. Um so erschütternder war die Nachricht vom Tod der erst 48-jährigen Sängerin am 11. Februar 2012.

„One Moment In Time“ ist auch der Titel des Tribute Concerts Whitney, das am Sonntagabend im Stahlpalast stattgefunden hat. Protagonistin war Nya King; die mit einer tollen Live-Band und einer Tanzgruppe auftrat. Nya King (40) ist in Zimbabwe geboren und lebt jetzt in London. Bereits einige Jahre vor dem Tod von Whitney Houston hat sie als sogenannte Tribute Sängerin Titel von Whitney originalgetreu einstudiert. Mit ihrem Gesang, aber auch mit Gestik, Mimik und Tanz wollte sie möglichst authentisch wirken. „Ich habe allerdings niemals geglaubt, auch nur im entferntesten an Whitney heranreichen zu können“, erinnert sie sich. Doch sie unterschätzte ihr Talent.

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Der unerwartete Tod ihres großen Vorbilds habe ihr Leben komplett verändert, erzählte Nya King ein Jahr nach Whitneys Tod einer britischen Zeitung. Whitney hinterließ eine riesige Lücke und Nya King konnte sie füllen. Ihren Durchbruch hatte sie noch in Whitneys Todesjahr, als sie im Oktober bei der Verleihung des „Black International Film Festival’s Music Video and Screen Award“ in Birmingham eine hervorragende Vorstellung abgab. Seitdem gilt Nya King weltweit als eine der besten Whitney-Tribute-Sängerinnen und ist in zahllosen Konzerten international mit dem Whitney-Programm aufgetreten.

„I Wanna Dance With Somebody” - Nya King singt zum Auftakt des Konzerts diesen Titel von 1987 und tanzt dazu in einem knallgelben Stufenrock mit schwarzem Oberteil. Die Sängerin hat eine fantastische Stimme. Ob sie auch drei Oktaven umspannt, wie es einst Whitney Houston gelang, ist leider nicht festzustellen, weil die Band etwas zu laut ausgesteuert ist, so dass Nya gegen die Musik ansingen muss, wenn sie nicht übertönt werden will. Also keine Chance für leise Töne.

Die Konzertregie ist um größtmögliche Authentizität bemüht. „When You Believe” , mit diesem Song trat Whitney 1998 gemeinsam mit Mariah Carey auf und mit „If I Told You That” stand sie gemeinsam mit George Michael, der im Dezember vergangenes Jahr gestorben ist, auf der Bühne. Und so sang auch Nya die beiden Songs jeweils im Duett. Auch die Kostüme näherten sich dem Original an. So trug Nya King ein mehrreihiges Perlencollier, wie es auch Whitney Houston besaß. Und mit dem wunderbaren Song „I will always love you” , den Nya King in einer roten Robe vortrug, kamen schließlich auch die leisen Töne sehr gut zur Geltung.

Die Lichtshow war zwar faszinierend, aber leider so schlecht ausgesteuert, dass die Sängerin hinter den Lichtstrahlen oftmals gar nicht mehr zu erkennen war. Mit den Darbietungen der Tanzcrew war das Bühnengeschehen im Tribute Concert überfrachtet und zog die Aufmerksamkeit zu sehr von Nya King ab. Schließlich hatte Whitney Housten die Bühne auch meist für sich allein.

Von Ann Brünink

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