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Brandenburg/Havel Die gute Seite der Niedrigzinsen
Lokales Brandenburg/Havel Die gute Seite der Niedrigzinsen
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16:49 26.01.2018
Beetzsee-Amtsdirektor Guido Müller ist auch Vorsteher des WAZB. Quelle: Claudia Nack
Amt Beetzsee

Wenn es um viel Geld geht, vertraut der Wasser- und Abwasserzweckverband Beetzseegemeinden (WAZB) künftig der Mittelbrandenburgischen Sparkasse (MBS). Der noch mit 5,28 Millionen Euro verschuldete Verband hat seinen bisher bei der französischen Großbank BNP Parisbas laufenden Kredit aus den Gründerjahren umgeschuldet und dem regionalen Geldinstitut anvertraut. Der Ablauf der Zinsbindungsfrist machte den problemlosen Wechsel möglich.

Zuvor hatte Verbandsvorsteher und Amtsdirektor Guido Müller nach einiger Recherche auf dem Geldmarkt drei Angebote eingeholt. „Am Ende unterbreitete uns die MBS die wirtschaftlichste Offerte“, teilte Müller der MAZ mit. Dank der dramatischen Niedrigzinsphase kommt die Umschuldung für den Verband einem Befreiungsschlag gleich. Der Zinssatz sinkt zum 1. Februar von 5,88 Prozent aus dem Jahr 1998 auf aktuell 0,59 Prozent. Das bedeutet eine jährliche Zinsersparnis von 250 000 Euro. Bei einer Laufzeit von zehn Jahren spart der WAZB rund 2,5 Millionen Euro, die im Gegenzug mehr Liquidität und eine höhere Tilgung möglich machen. „Die Umschuldung kommt zum richtigen Zeitpunkt, um den Verband wirtschaftlich und in seiner Struktur zu stabilisieren.“ Bekanntlich war der WAZB nie in den Genuss einer staatlichen Teilentschuldung gekommen.

Beratung am Jahresende

Was bedeutet die deutliche Zinseinsparung für die Haushalte in Briest, Brielow, Radewege, Butzow, Ketzür und Lünow? Für 2018 ändert sich an den Grundgebühren und Kubikmeterpreisen für Trink- und Abwasser zunächst nichts. „Erst 2019 beginnt ein neuer zweijähriger Kalkulationszeitraum. So wird die Verbandsversammlung am Jahresende darüber beraten, ob und in welcher Höhe sich Preissenkungen wirtschaftlich darstellen lassen“, kündigte Verbandsvorsteher Müller an. Auf eine weitere mögliche Entlastung können auch die verbandsangehörigen Kommunen Havelsee, Beetzsee, Beetzseeheide und Roskow hoffen. Diese stützen den klammen Verband mit einer jährlichen Umlage, die für 2018 mit insgesamt 55 000 Euro angesetzt ist. Im vergangenen Jahr waren es noch 72 000 Euro.

Freie Mittel wird der Zweckverband in diesem Jahr für die weitere Sanierung von Schächten und den Austausch von Pumpen einsetzen. Dafür sind insgesamt 57 000 Euro eingeplant. Außerdem werden die Schächte mit Absturzsicherungen für Reparaturfälle nachgerüstet. In der Brielower Geschäftsstelle des WAZB wird mit der Digitalisierung der Bestandsunterlagen begonnen. Über 20 000 Euro sind auch 2018 für den Einsatz des Mieftöters Nutriox erforderlich, um Geruchsbelästigungen durch Faulgase aus dem Leitungsnetz zu minimieren.

Verband soll sich weiter konsolidieren

Kein Thema mehr sind Diskussionen über mögliche Fusionen mit anderen Verbänden. „Ich halte unseren Verband für so stabil, dass eine wirtschaftliche Unabhängigkeit gegeben ist. Der WAZB ist gut beraten, sich weiter zu konsolidieren und Schritt für Schritt seine Anlagen zu erhalten“, so Vorsteher Müller. Als technischer Dienstleister bleibt die Brawag in Brandenburg Partner des WAZB. Die Ausrichtung macht auch in Zukunft Sinn. Die Mitgliedsdörfer beziehen ihr Trinkwasser aus Brandenburg (Mahlenzien) und entsorgen ihr Abwasser in der Havelstadt (Kläranlage Briest). 2017 wurden 116 000 Kubikmeter Trinkwasser eingekauft. Beim Abwasser wurden 107 000 Kubikmeter gezählt. Seine kaufmännischen Aufgaben löst der Verband unverändert mit drei Angestellten in eigener Verantwortung.

Eine Herausforderung 2017 war der rund 18-stündige Stromausfall nach Orkan Xavier. Dank mobiler Abpumptechnik kam es nicht zum Zusammenbruch der Kanalisation.

Von Frank Bürstenbinder

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