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Brandenburg/Havel Hehler bringt Rentner um den Skandinavien-Urlaub im Wohnmobil – und wird bestraft
Lokales Brandenburg/Havel Hehler bringt Rentner um den Skandinavien-Urlaub im Wohnmobil – und wird bestraft
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12:42 09.11.2018
Nicht dieses Wohnmobil, sondern ein Campingwagen aus Hamm wurde am 17. Mai gestohlen. Der Mann, der ihn nach Polen bringen wollte, wurde am Dienstag verurteilt. Quelle: Bernd Atzenroth
Brandenburg/H

Der Mann, der einem Rentner den Urlaub mit Wohnmobil in Skandinavien vermasselt hat, sitzt auf der Anklagebank des Schöffengerichts Brandenburg/Havel. Denn er hat versucht, den gestohlenen Campingwagen nach Polen zu fahren, und ist damit an aufmerksamen Polizisten gescheitert.

Horst T. (71) aus dem westfälischen Hamm wähnte seinen fast neuen Campingwagen sicher in der Scheune eines befreundeten Bauern. Am Mittwoch vor Pfingsten ist das Wohnmobil, das er wenige Monate zuvor für 68.000 Euro gekauft hat, für die Urlaubsreise am nächsten Tag bis oben hin voll bepackt mit Kleidung, Nahrungsmitteln, einer Videokamera und weiteren Dingen.

Doch als sich die Familie am nächsten Morgen um 9 Uhr auf den Weg gen Norden machen will, ist alles verschwunden aus der Scheune. Horst T. meldet den Diebstahl der Polizei, storniert die Fähre und bleibt in seinem Unglück zu Hause.

150 Euro für die „Überführung“

Das Wohnmobil ist verschwunden, doch ganz weg aus Deutschland ist es noch nicht. Am frühen Freitagvormittag übernimmt Sebastian S. (42) den gestohlenen Wohnwagen mehrere Autostunden von Brandenburg/Havel entfernt.

Der Auftrag an den vorbestraften Polen lautet: Er soll das Wohnmobil nach Posen „überführen“ und dafür 150 Euro erhalten.

Sebastian S. weiß, dass ein gewisser Robert, den er aus gemeinsamen Gefängniszeiten kennt, ihn als Hehler beauftragt hat. Das Türschloss ist aufgebrochen und das Lenkradschloss aufgestochen. Starten muss er den Wagen mithilfe eines kleinen Schraubenziehers. Denn der Zündschlüssel ist ja noch beim rechtmäßigen Besitzer.

Fahrt endet bei Kloster Lehnin

Drei Stunden lang fährt Sebastian S. in Richtung Polen, geleitet vom Navigator des Rentners, auf dem in polnischer Sprache der Bestimmungsort eingespeichert ist.

Kurz nach 10 Uhr machen Beamte der Autobahnpolizei eine Routinekontrolle auf der A 2 zwischen Brandenburg/Havel und Kloster Lehnin. Sie winken den Wohnwagen heraus und stellen fest, dass der Fahrer keinen Führerschein und keinen Eigentumsnachweis über den Wohnwagen vorzeigen kann.

Den Beamten fällt die kleine Stoffmaus auf, die zur Tarnung vor dem Zündschloss baumelt. Außerdem stellt sich heraus, dass die Autokennzeichen nicht zu dem Wohnmobil gehören. Die Polizisten nehmen den neunmal in Polen wegen Hehlerei und Einbrüchen vorbestraften Schlosser an diesem 18. Mai 2018 fest.

Zwei Jahre und acht Monate

Seither sitzt der erst im Juli 2017 nach gut fünf Jahren aus dem polnischen Gefängnis entlassene Sebastian S. in Untersuchungshaft. Das Schöffengericht hält den Haftbefehl aufrecht und verurteilt den Angeklagten in dieser Woche wegen versuchter gewerbsmäßiger Hehlerei zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und acht Monaten.

Der Staatsanwalt hatte zwei Monate mehr gefordert, der Verteidiger 10 Monate weniger. Sebastian S. konnte seine Richter nicht milder stimmen mit der Darstellung, dass seine Lebensgefährtin das gemeinsame Kind vor wenigen Wochen während der Schwangerschaft verloren habe.

Von Jürgen Lauterbach

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