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Brandenburg/Havel Dietlind Tiemann: Friedrich Merz ist „ein Stückchen gereift“
Lokales Brandenburg/Havel Dietlind Tiemann: Friedrich Merz ist „ein Stückchen gereift“
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17:32 15.11.2018
Dietlind Tiemann zog am Mittwoch in der Aula der Ritterakademie Bilanz nach einem Jahr im Bundestag. Quelle: Rüdiger Böhme
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Brandenburg/H

„Die Leute wollen keinen Streit“, sagt die Frau, die fast 14 Jahre lang Oberbürgermeisterin in Brandenburg/Havel war. In der Domaula berichtet Dietlind Tiemann (CDU) vor fast 30 Zuhörern über ihre Erfahrungen in ihrem ersten Jahr als Bundestagsabgeordnete.

Weil Streit bei den Bürgern nicht gut ankommt, findet sie auch den Streit innerhalb der Union schädlich – auch wenn er ihr eine längere Eingewöhnungsphase als Bundestagsneuling beschert hat.

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Trotz der bekannten Auseinandersetzungen zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) sei für Abgeordnete beider Parteien klar gewesen, dass es keine getrennten Fraktionssitzungen von CDU und CSU geben soll. Denn so der Tenor: „Uns trennt man nicht.“

In ihrer Bilanz nach einem Jahr im Bundestag plaudert Dietlind Tiemann, die ihr im sechsten Stock des Paul-Löbe-Hauses nach zwei Wochen Abgeordneten-Dasein beziehen konnte, nur zeitweise aus dem Nähkörbchen. Sie berichtet ihrem Publikum in der Domaula vor allem über die Themen, die sie beschäftigt haben: das Baukindergeld zum Beispiel, die Pflege, die Gesundheitsversorgung, das Eckpunktepapier zur Fachkräftezuwanderung, Digitalisierung.

Die 63 Jahre alte CDU-Politikerin hat deutliche Ansichten zur Frauenquote. Die Diskussion um „Gender“ könne sie nicht mehr hören und als Frau möchte sie sich „nicht auf die Frauenquote zurückdrängen lassen“. Denn es gebe „immer noch Unterschiede“. Tiemann spricht sich zugleich für den Ausbau von Kindertagesstätten aus, möchte aber auch die Alternative ermöglichen, dass eine Mutter ihr Kind zu Hause betreut, ohne auf Hartz IV zurückzufallen.

An einer wichtigen Entscheidung in ihrer Partei wird die Brandenburgerin nicht direkt beteiligt sein. Da sie nicht Delegierte des Bundesparteitages ist, wird sie auch nicht mit darüber abstimmen, wer die CDU nach Angela Merkel führen wird.

Nach Tiemanns Eindruck wird die Neubesetzung des Parteivorsitzes auf einen Zweikampf hinauslaufen zwischen Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz.

Beide hätten eine ganz unterschiedliche Art und Herangehensweise. Die Brandenburger Abgeordnete bescheinigt Friedrich Merz „ein Stückchen gereifter“ zu sein im Vergleich zu seiner früher schnöseligen Art. Ohne ihn direkt als ihren Favoriten zu benennen schwärmte Tiemann von Merz’ „brillantem Geist“.

 

Von Jürgen Lauterbach

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