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Brandenburg/Havel Drogenhändlerin und ihr Handlanger müssen ins Gefängnis
Lokales Brandenburg/Havel Drogenhändlerin und ihr Handlanger müssen ins Gefängnis
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13:25 11.09.2019
Diese Amphetamine stammen aus einem anderen Fall der Polizeidirektion Brandenburg-West. In der aktuellen Verhandlung ging es um kleinere Mengen. Quelle: Julian Stähle
Brandenburg/H

Erst ist er untergetaucht, nun hat er ausgepackt. Ein 23 Jahre alter Brandenburger möchte nach der Geburt seines Kindes nach eigenen Worten sein Leben ändern – jenseits von Drogen und Gewalt.

Trotz seines umfassenden Geständnisses muss der frisch gebackene Familienvater aber ins Gefängnis. Zu lang ist die Liste seiner Vorstrafen.

Bei seiner doppelt so alten Komplizin liegt der Fall anders. Doch auch sie hat das Schöffengericht Brandenburg/Havel an diesem Dienstag zu einer Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt.

Sie hielt die Fäden in der Hand

In beiden Fällen geht es um gewerbsmäßigen Drogenhandel. Das ungleiche Dealerpaar handelte arbeitsteilig oder, wie Berufsrichterin Susanne Götsche es ausdrückt: Sie ist die Schlaue von beiden, der Kopf der illegalen Geschäfte. Sie stellte die Logistik, beschaffte das Rauschgift und lagerte es sachgerecht.

Während sie die Fäden in der Hand hielt, ist er gelaufen, hat die Amphetamine, das Marihuana und die berauschenden Pilze unter die Leute gebracht.

Ein privates Paar sind der 23-Jährige und die 46-Jährige keineswegs. Folgt man dem Geständnis des jungen Mannes, so hat der Vater ihn zur fraglichen Zeit wegen seiner vielen Fehltritte aus der elterlichen Wohnung geworfen.

Urlaubsvertretung

Daher lebt er anschließend einen Monat lang auf der Straße, bis die körperbehinderte Frau ihn dort aufliest und bei sich wohnen lässt.

Für Kost und Logis erwartet sie eine Gegenleistung, besonders als sie im Februar/März 2018 eine längere Afrikareise antritt. Für ihre Geschäfte benötigt sie eine „Urlaubsvertretung“, wie es im Prozess heißt. Ihr Mitbewohner übernimmt diese Rolle und beliefert ihre Stammkunden.

Im März 2018 fliegt das Duo auf. Die Polizei kommt zu einer Hausdurchsuchung nach Hohenstücken und entdeckt an allen möglichen Ecken und Ende im Wohnzimmer und in der Küche der Angeklagten diverse Drogen in unterschiedlichen Mengen.

15 Vorstrafen

Auch 300 Euro Bargeld werden beschlagnahmt – Geld, das er angeblich nach Afrika schicken sollte. Wegen gewerbsmäßigen Drogenhandels klagt die Staatsanwaltschaft Potsdam die Bewohnerin und ihren Verkäufer an.

Ein erster Prozesstermin im Februar dieses Jahres platzt, weil der angeklagte junge Mann untergetaucht ist und nicht erscheint. Er wird aufgespürt, festgenommen und verbüßt zur Zeit zwei Gefängnisstrafen wegen früherer Delikte.

15 Vorstrafen stehen bei ihm zu Buche – der Hauptgrund, warum er trotz seines umfassenden Geständnisses, seiner festen Partnerin und seiner neuen Vaterrolle nicht erneut Bewährung erhält.

Marihuana an 16-Jährige verkauft

Ein Jahr und zehn Monate soll der 23-Jährige nach dem noch nicht rechtskräftigen Urteilsspruch des Schöffengerichts hinter Gitter – sobald er die alten Strafen verbüßt hat.

Bei ihm kommt erschwerend hinzu, dass er zweimal Marihuana an ein minderjähriges Mädchen abgegeben hat. Die 16-Jährige hatte jeweils allerdings nur sehr kleine Mengen gekauft.

Ein Jahr und sechs Monate soll die angeklagte Frau ins Gefängnis. Sie hat sich im Prozess nicht geäußert zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft und folglich auch kein Geständnis abgelegt. Ihr Verteidiger plädierte auf Freispruch.

Glaubhaft oder unglaubwürdig

Nach seiner Darstellung ist die Brandenburgerin unschuldig und sind die belastenden Aussagen ihres Komplizen unglaubwürdig und erlogen.

Das Schöffengericht glaubt den Ausführungen dagegen und verurteilt auch die Angeklagte wegen gewerbsmäßigen Drogenhandels. Sie wurde früher je einmal wegen Drogenbesitzes und wegen Drogenhandels zu Geldstrafen verurteilt. Nun soll sie anderthalb Jahre lang ins Gefängnis.

Von Jürgen Lauterbach

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