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Brandenburg/Havel Nach Streik: Ehrenamtliche Katastrophenschützer wieder einsatzbereit
Lokales Brandenburg/Havel Nach Streik: Ehrenamtliche Katastrophenschützer wieder einsatzbereit
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19:27 22.05.2019
Ohne die DRK-Bereitschaft geht beim Katastrophenschutz in Brandenburg wenig. Seit Mittwoch sind die Ehrenamtler wieder einsatzbereit.
Ohne die DRK-Bereitschaft geht beim Katastrophenschutz in Brandenburg wenig. Seit Mittwoch sind die Ehrenamtler wieder einsatzbereit. Quelle: DRK
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Brandenburg/H

Der beim DRK angesiedelte ehrenamtliche Katastrophenschutz in Brandenburg/Havel ist seit diesem Mittwoch wieder einsatzbereit. Am vergangenen Freitag hatten sich die 70 aktiven Helfer bei Oberbürgermeister Steffen Scheller als „nicht einsatzbereit“ abgemeldet.

Grund dafür war eine Vertrauenskrise, die beide Seiten im gemeinsamen Gespräch am Mittwoch offenbar beenden konnten. Übereinstimmend berichten das Rote Kreuz und das Brandenburger Rathaus von einem sehr guten Dialog an diesem Mittwoch.

Lesen Sie mehr über den inzwischen ausgeräumten Konflikt hier

Kommunikationsproblem

Teilgenommen haben daran der für den Katastrophenschutz in der Stadt politisch verantwortliche Beigeordnete Michael Brandt (CDU) Feuerwehrchef Mathias Bialek, die für den Katastrophenschutz zuständige Sachbearbeiterin in der Verwaltung, DRK-Geschäftsführer Andreas Griebel und der Christian Skiba als Vertreter der ehrenamtlichen Bereitschaftsleitung.

„Es gab ein Kommunikationsproblem und jetzt gibt es eine für beide Seiten akzeptable Lösung“, fasst Andreas Griebel das Gesprächsergebnis zusammen. Im Kern ging es in dem Konflikt um die Frage, welchen bürokratischen Aufwand die ehrenamtlichen Helfer zu tragen haben, wenn sie eines der vier Katastrophenschutz-Fahrzeuge nutzen.

Nur noch ein bisschen Bürokratie

Die an sie gestellten Anforderungen, unter welchen Bedingungen sie die Fahrzeuge nutzen können, waren zuletzt so hoch gewesen, dass die Freizeithelfer die Bürokratie als Gängelung empfunden haben und so interpretierten, dass das Rathaus ihnen misstraut. Aus diesem Grund waren sie am vergangenen Freitag in eine Art Streik getreten.

Im gemeinsamen Gespräch ließ sich die Sache ausräumen. Ein bisschen Bürokratie ist bei den Anträgen auf Fahrzeugnutzung geblieben, um für die Stadtverwaltung zu dokumentieren, wo sich die Fahrzeuge jeweils befinden. Ein umständliches Formular ist aber wohl nicht mehr auszufüllen. DRK und Rathaus haben sich auf eine Lösung verständigt, welche das notwendige deutlich vereinfacht.

Regelmäßige Gespräche vereinbart

„Wir haben keine wesentlichen Differenzen“, stellt Michael Brandt nach dem Gespräch fest. Wie seine Gesprächspartner empfand er den Austausch als sehr sinnvoll. Daher will man künftig im regelmäßigen Gespräch bleiben. Stadt und DRK verweisen auf die 25 Jahre währende sehr gute Zusammenarbeit.

„Ab sofort geht das DRK wieder auf Status 2, ist also einsatzbereit auf der Wache“, teilte Oberbürgermeister Scheller am Mittwoch postwendend der Stadtverordnetenversammlung mit. Scheller: Weitere regelmäßige Treffen wurden vereinbart. Ich freue mich über die gefundene Verständigung.“

Fast 14.000 Helferstunden

Der ehrenamtliche Bereitschaftsdienst des DRK ist eine wesentliche Stütze des Katastrophenschutzes in der Stadt. 70 aktive Helfer haben im vergangenen Jahr 13.653 Helferstunden geleistet.

Davon waren 4890 Stunden für die Ausbildung und 4700 für die Durchführung von Sanitätsdiensten, berichtet Wolfgang Reitsch, der die Bereitschaft beim DRK in Brandenburg/Havel im Jahr 1992 begründet und seither ausgebaut hat.

404 Stunden waren im vergangenen Jahr sogenannte scharfe Einsätze, vor allem bei den schweren Waldbränden. Erst am vergangenen Dienstag sind vier ausgebildete Taucher des DRK aus Brandenburg/Havel 1390 Kilometer in den Landkreis Märkisch-Oderland gefahren, um dort nach Vermissten zu suchen.

Von Jürgen Lauterbach