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Brandenburg/Havel Ein Fisch für alle Fälle
Lokales Brandenburg/Havel Ein Fisch für alle Fälle
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12:15 17.04.2015
Maskottchen-Darstellerin Rita Braunsdorf in Alltagskleidung, daneben ihr Kollege Günter Schliewe im Kostüm von Wilma Wels.
Maskottchen-Darstellerin Rita Braunsdorf in Alltagskleidung, daneben ihr Kollege Günter Schliewe im Kostüm von Wilma Wels. Quelle: I. Röd
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Rathenow/Brandenburg

"Venus tut wieder mal ihr Bestes und versorgt alle Fische mit einem unwiderstehlichem Charme und einer magischen Ausstrahlung“, heißt es da. „Dies sollten Sie am 18. April 2015 richtig für sich ausnutzen und unter Menschen gehen. Vergnügen Sie sich beim Tanzen oder ziehen mit Freunden um die Häuser.“

Voll ins Schwarze, die Prophezeiung. Rita Braunsdorf (54) wird am Samstag mittendrin sein im Trubel auf dem Packhofgelände. Gut möglich, dass sogar Bundespräsident Joachim Gauck ihr höchstselbst dann die Hand schütteln wird, pardon: die Flosse. Denn Rita Braunsdorf aus Rathenow führt während der Buga ein Doppelleben. Tagsüber ist sie Wilma Wels, das Knuddelmaskottchen mit der Lizenz zum Liebhaben. Abends, nachdem die Gartenschau-Tore geschlossen haben, wird sie wieder zur Frau mit großem Herzen und trockenem Brandenburger Humor.

Wobei es eigentlich fast ein Wunder ist, dass ihr das Lachen irgendwann nicht komplett vergangen ist. Besonders vor gut zehn Jahren, da sah es ziemlich düster aus im Leben der Rita Braunsdorf.

Ventilatoren spenden Frische

Insgesamt gibt es drei Darsteller von Wilma Wels auf der Bundesgartenschau. Rita Braunsdorfs alter Biber-Kollege Günter Schliewe verkörpert nun ebenfalls den Riesen-Wels. Seit der Laga sind Braunsdorf und Schliewe ein eingeschworenes Team, weil sie seit damals alljährlich im Sommer als Maskottchen im Rathenower Optikpark unterwegs waren.
Damit die Darsteller von Wilma Wels „cool“ bleiben können, gibt es einen Trick: Im Inneren der Kostüme – genauer gesagt im Kopfbereich – befindet sich ein kleiner Ventilator, der den Darsteller Kühlung zufächelt. Betrieben wird er mit einem Akku. Ohne den Ventilator würden die Maskottchen in der Gluthitze der Sommertage wahrscheinlich nicht weit kommen.
Als Sehschlitz fungiert das Maul des Maskottchens.

Arbeitslos, keine großen Perspektiven. Früher hatte sie mal in einer Küche gelernt, später dann ein Job auf einer Bowlingbahn und ABM. Wahrscheinlich wäre es noch einige Zeit so weiter gegangen, wäre nicht 2006 die Landesgartenschau (Laga) nach Rathenow gekommen. Der Bedarf nach Mitarbeitern war groß und wurde vorwiegend von Ein-Euro-Jobbern abgedeckt. So kam Rita Braunsdorf zur Laga und das Glück zu Rita Braunsdorf.

Das Glück bestand aus einem Kostüm mit wuscheligem braunem Pelz, großem Kopf und niedlichen Öhrchen. Die übers Gelände tapsenden Biber-Maskottchen wurden zum Kultobjekt der Rathenower Gartenschau. Und die Frau im Kostüm staunte, was plötzlich alles möglich war. Zum Beispiel, dass „man Scherze machen kann, ohne dass einem jemand böse ist“. Und man kann so direkt auf die Menschen zugehen, wie es im Alltag sonst kaum möglich ist.

Wenn jemand zum Beispiel traurig wirkt, kann Rita alias Wilma jetzt einfach hingehen und diesen Menschen streicheln. Ohne Kostüm wäre das, naja, komisch. So ist es einfach nur schön.

Von Ildiko Röd

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