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Brandenburg/Havel Ein Haus für die Forschung
Lokales Brandenburg/Havel Ein Haus für die Forschung
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20:23 08.09.2017
HTI-Bauleiterin Nadine Kummer und Zimmermann Dietmar Weberstädt beim Richtspruch. Quelle: Ruediger Boehme
Brandenburg/H

Der Prodekan der Medizinischen Hochschule Brandenburg René Mantke hat Visionen und Vorbilder: Eine Hochschule samt Klinik und Forschungsabteilung mit 1,3 Millionen Patienten im Jahr, 4500 Ärzten und 58.000 Arbeitsplätzen im Umfeld. Das alles in einer Stadt, die mit 106.000 Einwohnern nicht viel größer ist als Brandenburg an der Havel. 1919 wurde in Rochester im US-Bundesstaat Minnesota die Mayo Clinic gegründet – aus bürgerschaftlichem Engagement heraus, ohne Profit-Orientierung.

Die selben Wurzeln habe die MHB, die es nun seit gut dreieinhalb Jahren gebe. „Die Lehre funktioniert, die Forschung ist aufgebaut und braucht dringend eine entsprechende Infrastruktur, für die wir mit diesem Haus einen Anfang machen“, sagt Mantke, der an der Hochschule Forschung und Wissenschaft verantwortet. „Wir feiern eine einzigartige Idee, die nun ein Zuhause findet – eine patientenorientierte transnationale Grundlagenforschung.“

26.235 Kubikmeter umbauter Raum

20,5 Millionen Euro kostet das Haus 11 mit Apotheke, Pathologie und Forschungslaboren. Der größte Teil der Summe ist über die Deutsche Kreditbank finanziert, die Kommune beteiligte sich als Gesellschafter des Klinikums mit 1,83 Millionen Euro aus Mitteln des Kommunalinvestitionsförderungsgesetzes an den Kosten.

An nutzbaren Flächen gibt es insgesamt 5050,25 Quadratmeter, mit Treppen, Fluren und Fahrstuhl sind es noch einmal knapp 1000 Quadratmeter mehr.

Insgesamt gibt es auf der 24 mal 66 Meter großen Grundplatte aus 1100 Kubikmetern Beton 26.235 Kubikmeter umbauten Raum.

Alle Wände und Decken wurden vor Ort gegossen, es sind keine Platten verbaut.

Das Richtfest für den viergeschossigen Neubau ist an diesem Freitag gefeiert worden. 20,5 Millionen kostet er – genau die Hälft des Betrages fließt in die Hülle, der Rest in die Technik. Die wird im kompletten Kellergeschoss sowie auf dem Dach verbaut. Die Apotheke im Erdgeschoss braucht innerhalb ihrer Labore abgeschlossene Reinräume, in denen Zytostatika (Chemotherapien) aus hochgiftigen Einzelbestandteilen gemixt werden. Dafür allein bedarf es abgeschlossener Klimasysteme. Auch gibt es weitere Labore zum Analysieren und Herstellen anderer Medikamente, bei denen es auf bestimmte klimatische Bedingungen ankommt.

Nicht anders sieht es im ersten Obergeschoss in den Räumen der Pathologie aus. Beim Untersuchen und Auswerten der Gewebeproben in verschiedenen Verfahren geht es ebenfalls unter Laborbedingungen zu. Untergebracht sind die Abteilungen Histologie (Gewebuntersuchungen), Zytologie (Zelluntersuchungen nach Biopsie, Punktion, Abstrich) sowie Immunhistochemie (Antikörperfärbung).

Das zweite Obergeschoss ist für Labore von Professoren und Studenten der MHB vorgesehen. Diese können von dem bisherigen Geld lediglich standardmäßig ausgestattet werden. Die zusätzliche Ausstattung mit Spezialgeräten kostet weitere vier bis fünf Millionen, schätzt Mantkes Prodekan-Kollege Wilfried Pommerien. „Wir wollen beispielsweise ein Elektronen-Mikroskop anschaffen, die Kosten von 1,6 Millionen Euro müssen vier Partner zu gleichen Teilen tragen, weil weder die Hochschule noch das Klinikum dies allein stemmen können.“

Doch 1250 Quadratmeter Fläche für Forschungslabore werden nicht lange ausreichen, ahnt Klinikumsgeschäftsführerin Gabriele Wolter. „Wir werden uns wohl bald wieder auf die Suche begeben müssen, wahrscheinlich auch zusammen mit den Firmen, mit denen wir kooperieren.“ Jetzt gelte es erst einmal, die Fertigstellungstermine zu halten: Am 1. August 2018 sollen die MHB-Labore in Betrieb gehen, zwei Monate später die Pathologie und zu Jahresbeginn 2019 die Apotheke. Das ist jeweils dem Umfang des Technikeinbaus geschuldet. Bislang sind alle Arbeiten im Plan, so dass von einem Einhalten der Termine ausgegangen wird.

Dabei war eigentlich die Apotheke der Auslöser. Das Landesamt hatte bei der Betriebsprüfung festgestellt, dass es in der bisherigen Apotheke viel zu klein und eng zugeht, moderne Standards nicht eingehalten werden können. Ein Umbau bei laufendem Betrieb wäre auch nur teuer gewesen, hätte zum nächsten Provisorium geführt und zu einer sechsmonatigen Schließzeit, in der das Versorgen der Patienten nur schwer sicherzustellen gewesen wäre. Deshalb sei nur der Neubau in Betracht gekommen.

Auch die Pathologieräume sind viel zu klein und sie „behindern“ ein Ausbreiten der Rettungsstelle. Diese soll nach dem Auszug der Pathologen erweitert und um eine 24-Stunden-Bereitschaftspraxis für die leichteren Notfälle ergänzt werden. Die immer größer werdenden Neubaupläne sahen dann die Hochschulprofessoren als ihre Chance, die Interessen der MHB an Forschung zu formulieren. „Unsere Hochschule funktioniert nur im Dreiklang von Lehre, Forschung und qualitätsvoller Krankenversorgung“, sagt Mantke.

So wird wohl kaum ein Patient des Klinikums direkten Zugang zu dem neuen Haus 11 haben, aber faktisch im „Backoffice“ wird an seiner aktuellen und künftigen Gesundheit hier fleißig gearbeitet.

Von André Wirsing

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