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Brandenburg/Havel Ein Herz für stachlige Gesellen
Lokales Brandenburg/Havel Ein Herz für stachlige Gesellen
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20:00 05.02.2013
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BRANDENBURG/H.

. Ohne Nahrung habe so ein kleiner Kerl keine Chance. Die 56-Jährige ist nicht im Krugpark-Förderverein.

Karin Dreger hat ein Herz für Tiere. „Von Kindheit an. Sonst hätte ich vermutlich nicht Veterinärmedizin studiert.“ In der Brandenburger Vereinsstraße führt sie seit 1996 eine Kleintierpaxis, ist aber schon 30 Jahre im Beruf.

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So lange ist es auch her, dass Karin Dreger privat „ihrem“ ersten Borstel über den Winter half. Seit sie in der Vereinsstraße arbeitet und wohnt, wo sie mit Garten direkt am Haus und Quarantänemöglichkeit bessere Bedingungen hat, kümmert sie sich in ihrer Freizeit intensiver um Igel. „Weil es faszinierende und nützliche Tiere sind.“ Diesmal beherbergt sie elf stachlige Gesellen. So viele wie noch nie. Als sie im November von Brandenburgern vor allem aus Hohenstücken gebracht wurden, waren die kleinen Insektenfresser zwischen 210 und 350 Gramm leicht. „Sie geisterten tagsüber Futter suchend umher“, erzählt sie. Meist wurden sie an Straßen oder auf Spielplätzen gefunden. Karin Dreger nimmt sie aus freien Stücken auf, um sie im Frühjahr wieder auszuwildern. Manchmal lässt jemand eine Futterspende da. „Ich mache es aus Liebe zu den Tieren“, sagt sie. „Doch man muss auch lernen, Nein zu sagen und abzuwägen, sonst hätte ich hier einen Zoo.“ Zwar hatte sie auch schon Kaninchen und Meerschweinchen, doch vor allem sind es Igel und Vögel. Derzeit gewährt sie einem vermutlich entflogenen und auf dem Nicolaiplatz eingefangenen Kanarienvogel ein warmes Asyl. Aufgrund der Ringnummer konnte zwar der Züchter ermittelt werden, der den Gefiederten zur Exotenbörse gegeben hatte und nicht wiederhaben wollte, aber nicht der Besitzer. „Seitdem wartet er auf eine Freundin“, sagt Karin Dreger, die ihn gern zu einem Zweitvogel vermitteln würde.

Die gebrachten Borstel werden entwurmt, entfloht und mit Katzenfutter, speziellem Igelfutter und Innereien aufgepäppelt. Bis zu einem Gewicht von 500 Gramm, um widerstandsfähig zu sein. „Sind sie zu klein“, erklärt sie, „kriegen sie Hunger und erwachen aus der Winterruhe.“ In einer leer stehende Voliere hat sie kleine Igelhäuser gebaut – Kartons mit viel Laub und Holz drumherum. Anfang Januar haben die stachligen Gäste Körpertemperatur und Stoffwechsel auf ein Minimum heruntergefahren. Wenn sie irgendwann im April erwachen, werden sie in Wald- und Wassernähe ausquartiert.

„Ich helfe nur in Not“, betont Karin Dreger ausdrücklich. „Ein Naturschutzzentrum können wir nicht ersetzten“, sagt sie, die noch von anderen Gleichgesinnten weiß. Daher ihr Appell an die Stadt, den Fortbestand der Station zu sichern, denn der Bedarf sei da. „Sie ist aus Gründen des Tierschutzes wichtig, um kranken und verletzten Wildtieren ein Überleben zu ermöglichen und die Artenvielfalt zu sichern. Aber auch, um Kinder aus erster Hand an die Umwelt heranzuführen.“ (Von Claudia Nack)

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