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Brandenburg/Havel Ein Ohrenschmaus von der Insel
Lokales Brandenburg/Havel Ein Ohrenschmaus von der Insel
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15:39 21.07.2019
Das Lincolnshire Youth Symphony Orchestra und das Lincolnshire Youth Wind Orchestra waren am Samstag zu Gast im Brandenburger Dom. Der erste Klangkörper begann unter Leitung von Nigel Morley den außergewöhnlichen Konzertabend unter anderem mit Werken von Ludwig von Beethoven, Georges Bizet und Arturo Márquez. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Gleich zwei englische Jugendorchester waren Samstagnachmittag zu Gast im Dom. Ob sie wohl ihr Gastspiel im Brandenburger Dom auch dann hätten wahrnehmen können, wenn der Brexit pünktlich Ende März vollzogen worden wäre? Das ist zu hoffen, auch für die Zukunft, denn Kulturaustausch zwischen den Völkern, im konkreten Fall praktiziert von jungen Musikern, ist die beste Garantie für Frieden.

Die jungen Musiker spielten sich schnell in die Herzen der Besucher, die ein außergewöhnliches Konzert erlebten.

Die erste Stunde des Konzerts gestaltete das Lincolnshire Youth Symphony Orchestra (LYSO) unter der Leitung von Nigel Morley. Das riesige Orchester entfaltete gleich zum Auftakt einen ohrenbetäubenden Ohrenschmaus mit der Egmont-Ouvertüre von Ludwig van Beethoven. Sehr klangvoll wirkten die leiseren Passagen der Schauspielmusik, die Nigel Morley von einzelnen Instrumentengruppen solo spielen ließ. Doch vor allem bei den Tutti ließen es die jungen Musiker krachen und mächtig entfaltete sich Beethovens Musik.

Zauberhafter Auftakt

Höhepunkt des Konzertprogramms war die Carmen-Suite von Georges Bizet. Der Auftakt war einfach zauberhaft. Die ersten Takte spielten die Flöten allein, lediglich untermalt vom Pizzicato der Celli und Bassgeigen. Doch bei Bizets temperamentvoller Musik zeigte sich, wie tückisch die Akustik im Dom sein kann. Der Nachhall, der ein bis zwei Sekunden andauern kann, ist bei langsamen Stücken kein Problem, im Gegenteil, er kommt der Akustik sogar zugute. Aber bei den schnellen Rhythmen, die den Reiz der Carmen-Suite ausmachen, bedarf es Geschick des Dirigenten (und Ortskenntnis), um mit seinem Dirigat diesem Effekt entgegen zu wirken. Abgesehen davon performte das LYSO eine sehr gelungene und reizvolle Aufführung der Carmen-Suite.

Das Lincolnshire Youth Symphony Orchestra und das Lincolnshire Youth Wind Orchestra waren am Samstag zu Gast im Brandenburger Dom. Quelle: Rüdiger Böhme

Mit Donnerhall begann die „Finlandia“, die heimliche Nationalhymne der Finnen, die Jean Sibelius geschrieben hat. Mit voller Konzentration und Virtuosität haben die jungen Musiker des LYSO die Herausforderungen dieser Komposition perfekt gemeistert.

Zugabe als Abschluss

Arturo Márquez hat das bekannte Werk „Conga del Fuego“ geschrieben, das als Zugabe erklang. Begeisterter Applaus, doch der Auftritt des Lincolnshire Youth Symphony Orchestra war damit unwiderruflich beendet, denn es wurde nun vom Lincolnshire Youth Wind Orchestra (LYWO), einem sinfonischen Blasorchester, abgelöst.

In Windeseile umgebaut

In Windeseile bauten die Musiker beider Orchester um und nach wenigen Augenblicken spielte das LYWO unter der Leitung von Alex Greenfield das beliebte Stück „Shenandoah“ von Frank Ticheli. Der Komponist hat das Werk nach einem alten Volkslied geschrieben. Das Stück ist reizvoll wegen seiner Vielseitigkeit. Die Stimmung wechselt von ruhiger Besinnlichkeit zu großer Begeisterung. Und die jungen Musiker begeisterten ebenfalls mit Vielseitigkeit, die sie an ihren Instrumenten – Flöten, Oboen, Klarinetten, Fagott, Horn und Trompeten, nicht zu vergessen Posaunen und Tuba – bewiesen.

Die Musiker aus Lincolnshire spielten sich in die Herzen der Brandenburger. Quelle: Rüdiger Böhme

Mit der seelenvollen Musik, mit der Komponist Eric Whitacre seinen Lieblingsmonat „Oktober“ beschreibt, spielten sich die Musiker vom LYWO dann endgültig in die Herzen der Zuhörer. Thank You For The Music!

Von Ann Brünink

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