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Brandenburg/Havel Eine Nacht und ein Tag in „Llareggub“
Lokales Brandenburg/Havel Eine Nacht und ein Tag in „Llareggub“
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17:57 12.05.2013
BRANDENBURG/H.

Er beherrscht nicht nur mehrere Dialekte. Mit seiner Stimme kann er auch mühelos ganz unterschiedliche Menschen imitieren, egal ob Mann, Frau oder Kind.

Wenn dieser Ausnahmeschauspieler auf ein anderes Phänomen trifft, ein Sprachgenie voller Wortwitz, wie den walisischen Schriftsteller Dylan Thomas (1914 bis 1953), dann entsteht ein neuer Kosmos aus reiner Fantasie. „Llareggub“ heißt das fiktive walisische Fischerdorf, das Thomas in seinem „Spiel für Stimmen“ mit dem Titel „Unter dem Milchwald“ geschaffen hat. Dem Autor gelingt es, nicht nur den alltäglichen Wahnsinn in einer engen Dorfgemeinschaft darzustellen, sondern auch die Träume und Ängste der Menschen. In dieses „Llareggub“ entführte Tom Quaas am Freitagabend im Paulikloster das Publikum. Die Schauspielerin Anna Böhm assistierte ihm und sorgte auf verschiedenen Instrumenten für musikalische Begleitung und die passende Geräuschkulisse.

Thomas hat sein „Spiel für Stimmen“ ursprünglich nicht für die Bühne oder den Film geschrieben, sondern als Hörspiel. Dem fehlt allerdings eine Handlung. Protagonisten in diesem Spiel der Fantasie sind die Dorfbewohner von „Llareggub“. Ausnahmslos alle kommen darin vor – auch Lehrer, Polizist und Leichenbestatter, Schulkinder und Babys. Die Charaktere hat Thomas Schrill angelegt. Jeder von ihnen ist ein Original und dem Schriftsteller gleich wichtig. Eine ständig keifende Frau und ihr mordlüsterner Ehemann, ein trauriger, alter Käpt'n, ein dichtender Reim-dich-oder-ich-fress-dich-Pfarrer: „Unsre Stadt, die hier unterm Milchwald ruht, die ist nicht ganz schlecht, und auch nicht ganz gut. Und Du, o Herr, ich weiß, bist der Erste, der es leicht für uns macht, und nicht prüft uns aufs Schwerste.“ Dazu Liebesgemurmel, Angebergeschwafel, Selbstgespräche – eben die ganze Bandbreite menschlicher Äußerungen. Da fehlt natürlich auch nicht lustvoller Klatsch und Tratsch, gepaart mit gehässigem Gelächter. Sogar Tote kommen zu Wort.

Die Zuschauer erleben eine Nacht und einen Tag in „Llareggub“. In abenteuerlichen Wortschöpfungen, die Erich Fried seinerzeit in eine opulente deutsche Fassung übersetzt hat, lässt Thomas das verschlafene Dorf mit verwinkelten Gassen entstehen. Das Bühnenbild ist karg. Wichtigstes Requisit ist ein großes Blechfass. Dazu ein, zwei Hocker, zwei übereinander gestapelte Koffer, einige Musikinstrumente, Krimskrams.

Als „große Ohrenlust“ bezeichnete der berühmte Theaterkritiker Friedrich Luft das Stück 1954 anlässlich der Deutschlandpremiere im NWDR, als „krause, weltverliebte, von barocken Wortballungen schäumende Dichtung“. Dem ist anno 2013 nichts hinzuzufügen. (Von Ann Brünink)

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