Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Brandenburg ist im WM-Taumel
Lokales Brandenburg/Havel Brandenburg ist im WM-Taumel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:28 25.06.2018
Der dreijährige Laurent auf dem Schoß seiner Mutter Anne-Cathrin Schwarz im Audimax der Technischen Hochschule Brandenburg.
Der dreijährige Laurent auf dem Schoß seiner Mutter Anne-Cathrin Schwarz im Audimax der Technischen Hochschule Brandenburg. Quelle: Böhme
Anzeige
Brandenburg/H

Samstag, kurz nach 20 Uhr. Die Straßen der Brandenburger Innenstadt liegen fast menschenleer. Liegt das am eher miesen Wetter oder haben sich wirklich nahezu alle Brandenburger und Gäste der Stadt einen Platz vor dem Fernseher gesucht, um das so wichtige Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Schweden in der Vorrunde der Fußball-WM 2018 anzuschauen?

Brandenburg an der Havel im WM-Taumel beim Public Viewing

Es scheint so. Aus vielen Lokalen hört man den Kommentator des Spieles. Von der Jahrtausendbrücke sieht man die Terrasse des Restaurants „Toto“. Alles schaut gebannt auf den Bildschirm, denn es geht um alles. Im Slawendorf herrscht Ruhe, dort hat der Wettergott einen Strich durch das Public Viewing gemacht.

Weiter geht es zum Audimax der Technischen Hochschule. Immer noch kommen vereinzelte kleine Gruppen dorthin, um das Spiel zu sehen. Drinnen sind schon knapp 200 Fans und müssen noch in der ersten Halbzeit mit ansehen, wie Schweden die Führung erzielt. Enttäuschung und Hoffnungslosigkeit macht sich breit. Wird das noch was?

Acht Bildschirme im Altstadt Pub für das gemeinsame Mitfiebern

Im Altstadt-Pub ist es voll. Acht Bildschirme ermöglichen Fußball-Schauen in allen Himmelsrichtungen. Manch Aufstöhnen kommt bei den zahllos verpassten Möglichkeiten der Nationalelf.Dann der Jubel: 1:1 von Reus und die Freude kennt kaum Grenzen.

Plötzlich sind alle wieder wach, auch wenn es im Garten des Pub kühl ist, hier friert keiner, hier wird mit gefiebert. Und die Hoffnung bleibt. Der Sieg ist drin. Doch fast bis zur letzten Sekunde der Nachspielzeit muss gewartet werden, ehe alle gelöst jubeln können. Deutschland hat es geschafft. Toni Kroos trifft zum 2:1. Gewonnen und die Tabelle sieht schon wieder freundlicher aus.

30 Minuten später ist die Steinstraße nicht mehr leer. Und wer noch nicht mitbekommen hat, dass Deutschland gewonnen hat, hört es jetzt. Die Autos mit ihrem Hupkonzerten durchdringen den regnerischen Abend und künden von dem so wichtigen Spiel.

Dazu stimmen sich immer wieder Fangruppen mit ihren Tröten oder Trillerpfeifen in den Jubelgesang ein. Nun gilt es noch das 3.Spiel siegreich zu gestalten und die K.o.-Runde kann kommen. Vielleicht zum Riesenkorso am 16. Juli nach dem Finale. Ein Traum würde wahr.

Von Rüdiger Böhme