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Brandenburg/Havel „Eine alte Eiche ist wie ein alter Mensch“
Lokales Brandenburg/Havel „Eine alte Eiche ist wie ein alter Mensch“
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12:00 19.01.2015
Martina Schippenbeil (links) und Erika Böttcher wurden bei der Bodensuche im Revier fündig. Quelle: U. Klemens
Mittelmark

Der Hohe Fläming mit seinem vergleichsweise hohen Mischwaldbestand profitiert von der vorerst erfolgreichen Zurückdrängung des Eichenprozessionsspinners.

„Die Zahlen des Waldzustandsberichtes entsprechen dem, was auch ich in meinem Revier beobachte“, sagt Revierleiter Jens Köppen, der seit 25 Jahren für das Revier Mahlsdorf zuständig ist. „Bei der Nachsuche im vergangenen Jahr haben wir viele abgestorbene und nur wenige neue Eier-Gelege gefunden, so dass wir in diesem Jahr erst mal darauf verzichten.“ Denn die wenige Millimeter großen Eier lassen sich nur in der Frostperiode und in den Spitzen der Baumkronen finden, was die Suche mit der Hebebühne aufwendig und damit auch teuer macht.

Der Bestand an hundertprozentig gesunden Kiefern, der so genannten Schadstufe Null, sank landesweit hingegen um fünf auf 48 Prozent, wobei sich jedoch auch die Schadbereiche der Stufen zwei bis vier um ein Prozent auf acht Prozent verkleinerten. „Regionen, in denen es fast ausschließlich Kiefern gibt, etwa um Brück, haben deshalb andere Probleme als wir im Hohen Fläming“, sagt Köppen. Trotz der Eindämmung des Eichenprozessionsspinners bereitet der Zustand seiner Eichen dem Revierleiter Sorgen. „Da kommen viele Faktoren zusammen. Das mal zu trockene, mal zu feuchte Klima macht vor allem den älteren Bäumen zu schaffen. Denn eine alte Eiche ist wie ein alter Mensch: Je älter, desto anfälliger.“

Die Hälfte ist gesund

47 Prozent aller Baumarten sind laut Waldzustandsbericht ohne Schäden (Schadstufe 0). Die Buche erweist sich dabei mit 63 Prozent als gesündeste Baumart.
43 Prozent des Waldes haben leichte Schäden, 10 Prozent deutliche Schäden (Stufen 2 bis 4). Eichen haben hierbei mit 19 Prozent den größten Anteil.

Genau die entgegengesetzte Situation bereitet den Forstleuten weiter im Norden einige Sorgen. „Bei der jetzigen Winterbodensuche zeichnet sich in den Kiefernbeständen bereits ein erhöhter Schädlingsbefall ab“, sagt Jörg Dechow, Leiter der Lehniner Oberförsterei. Vor allem Larven des Kiefernspinners haben er und seine Kollegen in Besorgnis erregender Dimension gesichtet.

Wie sein Kollege im Fläming, kann auch er beim Eichenprozessionsspinner Entwarnung geben und rechnet dies den großflächigen Bekämpfungsmaßnahmen vor zwei Jahren zu Gute. „Insgesamt weicht unsere Region nicht vom Trend ab, den der Zustandsbericht gut widerspiegelt“.

Dass der gefürchtete Eichenprozessionsspinner früher oder später trotzdem wieder zum Problemfall werden wird, dessen ist sich Revierleiter Jens Köppen sicher. „So einfach wird man dieses Problem nicht los, auch wenn wir mit den großflächigen Bekämpfungsmaßnahmen erst einmal großen Erfolg hatten. Aber den ganzen Fläming flächendeckend zu besprühen, ist nicht möglich“. Von den dabei ausgesparten Gebieten aus könnte sich die gefräßige und für den Menschen gefährliche Raupe in einigen Jahren seiner Meinung nach erneut ausbreiten.

Nach weiteren Schädlingen wie etwa den gefürchteten Kiefernspinnern und -spannern, der Kiefernbuschhornblattwespe oder dem Kiefernschwärmer suchen die Revierförster und Waldarbeiter in diesen Tagen landesweit in ihrer jährlichen Winterbodensuche. Für je 1000 Hektar wird dafür ein etwa 50 mal 50 Meter großes Areal bestimmt. „Am besten eignen sich Kiefernbestände im Alter von 30 bis 70 Jahren, die mindestens zwei Hektar groß sein sollten“, sagt Köppen.

Nach einem vorgeschriebenen Schema werden in dem Areal zehn Untersuchungsfelder bestimmt. Auf denen nimmt man die Streuauflage aus Nadeln, Blättern und Muttererde bis zur Mineralschicht auf und sucht nach Puppen, Raupen, Eiern und Kokons schädlicher und nützlicher Insekten.

Die Funde werden im „Puppenbuch“ erfasst und zur Auswertung ans Landesforstamt nach Eberswalde geschickt. Überschreitet der Wert eine kritische Zahl, muss über weitere Maßnahmen nachgedacht werden. Zehn Puppen des Kiefernspanners oder zwölf Larven der Buschhornblattwespe gelten beispielsweise als kritisch.

Eine ganz einfache Möglichkeit, wie man auch als Laie den Gesundheitszustand eines Nadel- oder Mischwaldes erkennen kann, sagt Jens Köppen: „Blickt man am Stamm eines Laub- oder Nadelbaumes entlang nach oben und kann dort eine weitestgehend geschlossene Kronendecke entdecken, ist alles in Ordnung.“

Von Uwe Klemens

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